
Wer hätte das gedacht: Grasfrösche sind nicht grün. Sie heißen so, weil sie das Jahr größtenteils in feuchten Wiesen, Weiden, Gebüschen und Wäldern verbringen. Tatsächlich haben sie eher eine bräunliche Farbe.
Jetzt im Frühjahr, von Anfang März bis Ende April, sind die Grasfrösche unterwegs, sie machen sich auf zu Teichen, Tümpeln und Weihern, um für Grasfroschnachwuchs zu sorgen.
Der Grasfrosch war mal ein oft gesehener Frühlingsbote in Sachsen. Seit Jahrzehnten gehen seine Bestände stark zurück. Er steht deutschlandweit bereits auf der Vorwarnliste.
„Die Amphibien sind die gefährdetste Wirbeltiergruppe im Erzgebirgskreis. Gleichzeitig fällt sie auch am wenigsten auf“, so Fraktionsmitglied Kay Meister. „Noch ist der Grasfrosch neben der Erdkröte unser häufigster heimischer Lurch. Langfristig ist jedoch von einem deutlichen Rückgang der Grasfroschpopulationen im Erzgebirge auszugehen.“
„Der Grasfrosch leidet an der Veränderung und Zerstörung seiner Lebensräume, insbesondere in landwirtschaftlich genutzten Gebieten. Gefährlich sind für ihn vor allem umweltschädliche Stoffe wie Pestizide und die Zerschneidung der Landschaft durch Straßen. Sehr viele Tiere sterben bei ihrer Laichwanderung, sie haben keine Chance gegen Auto, E‑Bike und Co. Zudem ist ein ausreichendes Angebot an Laichgewässern von größter Bedeutung für den Schutz dieser Froschart.“
Wer was für den Grasfrosch tun will, sollte einen Blick auf Laichgewässer haben, ob in der freien Natur oder im eigenen Garten. Ein Gartenteich ist nur gut für Grasfrösche, wenn keine Fische drin sind.
Man kann auch jetzt, in diesem Frühjahr, ganz direkt helfen, indem man den Grasfroschnachwuchs zählt, also die Laichballen. Das ist dann die Grundlage für Schutzmaßnahmen.
Wo findet man Laichballen? Wie zählt man sie? Wo kann man sie melden? Die Antworten gibt’s auf der Website des Sächsischen Landesamts für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie, Referat Artenschutz, Auen und Moore unter „Mitmachaktion Grasfrosch“: www.natur.sachsen.de/mitmachaktion-grasfrosch-32794.html
Grasfrosch. Beide Fotos von Kay Meister
