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Die Bevölkerung im Erzgebirgskreis schrumpft – schrumpft die Müllmenge mit?

Die Zahl der Menschen, die im Erzgebirgskreis leben, sinkt. Produzieren sie dann auch weni­ger Müll? Dazu hat Kreisrat Kay Meister recher­chiert und Anfang Juni 2026 zudem eine Anfrage ans Landratsamt gestellt: Welche Anreize setzt der Landkreis, um das Abfallaufkommen zu redu­zie­ren? Zahlen, Fakten und Schlussfolgerungen lesen Sie im Text unten.


Für die Entsorgung des Abfalls ist im Erzgebirgskreis der Zweckverband Abfallwirtschaft Südwestsachsen (ZAS) zustän­dig. Jährlich im April ver­öf­fent­licht er die Abfallbilanzen des Vorjahres. Gut zu wis­sen: Die Leistungen des ZAS wer­den grund­sätz­lich über Abfallgebühren und nicht aus dem Landkreishaushalt finanziert.

Wie hat sich das Abfallaufkommen im Erzgebirgskreis in den letz­ten Jahren ver­än­dert? Ein Vergleich der Daten von 2014 und 2024 lie­fert Antworten. Die Einwohnerzahl des Landkreises ist inner­halb die­ser Zeit deut­lich geschrumpft, von 350.146 auf 320.446 – also um 8,5 Prozent. Dieser Trend wird sich wei­ter fortsetzen.

Die Summe der Restabfälle redu­zier­te sich von 42.284 Tonnen im Jahr 2014 auf 40.014 Tonnen im Jahr 2024. Dies ent­spricht ledig­lich einem Rückgang von 5,4 Prozent. Das heißt: Pro Kopf fällt mehr Müll an. Konkret hat 2024 jede Einwohnerin und jeder Einwohner durch­schnitt­lich 125 Kilogramm Restmüll pro­du­ziert, 2014 waren es noch 120 Kilogramm. Auch die Anzahl der Restabfallbehälterleerungen ist gestie­gen, von 1.144.659 im Jahr 2014 auf 1.181.946 im Jahr 2024. Die „Nebenwirkungen“ der Restmüllentsorgung sind bekannt: Abgase, Lärm und Abnutzung der Entsorgungsfahrzeuge, Abgase der Müllverbrennungsanlagen und Deponierung der Reststoffe.

Die Gesamtmenge bestimm­ter Sonderabfälle, zum Beispiel Sperrabfälle und Grünabfälle, ist trotz sin­ken­der Einwohnerzahlen gestie­gen. 2014 waren es 11.083 Tonnen Sperrmüll, 2024 11.855 Tonnen. Kay Meister: „Dies ist eine Begleiterscheinung des hohen Wohlstands der Bevölkerung sowie sin­ken­der Qualität der Konsumgegenstände. Früher wur­den zum Beispiel Möbel meist über einen lan­gen Zeitraum benutzt und sogar ver­erbt. Heute wer­den sie teils schon nach weni­gen Jahren ent­sorgt. Ein ande­res Beispiel sind die Grünabfälle. Die wur­den tra­di­tio­nell im eige­nen Garten kom­pos­tiert, auf die so ent­ste­hen­de Pflanzenerde woll­te nie­mand ver­zich­ten. Das ist längst nicht mehr all­ge­mein üblich.“

Die Menge der Bioabfälle ist im Wesentlichen sta­bil geblie­ben. Geändert hat sich die Form der Verwertung. Während 2014 noch der größ­te Teil kom­pos­tiert wur­de, gelang­ten 2024 sämt­li­che Bioabfälle aus dem Erzgebirgskreis in die Vergärung. Kay Meister: „Dies ist aus­drück­lich zu begrü­ßen. Durch die Vergärung ent­steht Biogas, das haupt­säch­lich aus Methan besteht. Dieses Biogas kann als erneu­er­ba­re Energiequelle genutzt wer­den, etwa zur Strom- und Wärmeerzeugung oder als Treibstoff. Dadurch wer­den fos­si­le Brennstoffe ein­ge­spart und Treibhausgasemissionen redu­ziert. Wird Bioabfall auf Deponien ent­sorgt, ent­steht Methan oft unkon­trol­liert und trägt stark zum Klimawandel bei. Die kon­trol­lier­te Vergärung fängt die­ses Methan ein und nutzt es sinn­voll. Nach der Vergärung bleibt ein nähr­stoff­rei­cher Gärrest zurück, der als orga­ni­scher Dünger in der Landwirtschaft ver­wen­det wer­den kann. Das ver­bes­sert die Bodenfruchtbarkeit und redu­ziert den Bedarf an mine­ra­li­schen Düngemitteln.“

Das Aufkommen von Papiermüll ist beträcht­lich gesun­ken. Kay Meister: „Das liegt sicher­lich dar­an, dass Papier an Ankaufstellen ange­nom­men wird und die Erzgebirger sich damit ihren ‚Abfall‘ ver­gü­ten las­sen kön­nen. Das Gleiche trifft für Metalle zu.“

Das Volumen des Leichtverpackungsmülls, also Gelbe Tonne oder Gelber Sack, hat sich in den letz­ten Jahren signi­fi­kant ver­rin­gert. Aktuell wirft jede Person im Erzgebirgskreis den­noch jähr­lich im Durchschnitt über 40 Kilogramm die­ser Verpackungen in den Müll. Kay Meister: „Die Entwicklung hin zu weni­ger Leichtverpackungsmüll ist erfreu­lich. Ein Grund dürf­te sein, dass die Lebensmittelindustrie die Verpackungen ihrer Produkte ver­klei­nert hat, was von den Verbrauchern so gewünscht wird. Es wer­den zuneh­mend Nachfüllpacks ange­bo­ten, es wird auf Umverpackungen ver­zich­tet und die Materialmenge redu­ziert. Das ist auch eine Folge stei­gen­der Rohstoffkosten. Ein wei­te­rer Einflussfaktor: Durch das Pfandsystem und die Diskussion um Nachhaltigkeit grei­fen die Menschen zuneh­mend zu Mehrwegflaschen oder Pfandflaschen, die wie­der­be­füllt wer­den. Das redu­ziert den Verbrauch von Einweg-Leichtverpackungen.“

Die Kosten für Beräumung und Entsorgung ille­ga­ler Ablagerungen durch Landkreis und ZAS sind deut­lich – um die Hälfte – gesun­ken. Kay Meister: „Das ist sehr posi­tiv. Vielleicht liegt das dar­an, dass den Menschen im Landkreis eine sau­be­re Umwelt wich­ti­ger ist, dass das Bewusstsein dafür gestie­gen ist.“

Kay Meisters Fazit zum Abfallaufkommen: „Die Bevölkerung im Erzgebirgskreis schrumpft. Die Restmüllmenge pro Person und Jahr ist jedoch seit 2014 gestie­gen. Bei Restmüll gilt: Je weni­ger wir davon pro­du­zie­ren, des­to bes­ser. Es ist ja all­ge­mein bekannt, dass ein nach­hal­ti­ge­rer Lebensstil sozu­sa­gen lebens­not­wen­dig ist. Letztendlich geht es dar­um, die öko­lo­gi­sche Funktionsfähigkeit des Naturhaushaltes zu sichern, also die Natur zu erhal­ten und damit unse­re Lebensgrundlage.“


Wie setzt sich der Landkreis dafür ein, das Abfallaufkommen zu redu­zie­ren? Dazu stell­te Kay Meister zwei Fragen ans Landratsamt. Die Antworten fal­len ernüch­ternd aus.

1. Frage: Welche Strategien ver­folgt der Landkreis, um Anreize zu set­zen, das Abfallaufkommen ins­be­son­de­re bei den Positionen, die trotz sin­ken­der Einwohnerzahlen kei­nen nen­nens­wer­ten Rückgang auf­wei­sen, zu senken?

Antwort Landratsamt: „Das ZAS1-Abfallwirtschaftskonzept https://www.za-sws.de/abfallwirtschaftskonzept.cfm beschreibt den Handlungsrahmen des ZAS unter Bezug auf die ihm vom Landkreis über­tra­ge­nen Aufgaben als öffent­lich-recht­li­cher Entsorgungsträger im Erzgebirgskreis (Sammeln/Befördern und Entsorgen von Abfällen). Der ZAS setzt auf­ga­ben­be­zo­gen mit der Abfallwirtschafts- und Gebührensatzung ent­spre­chend Anreize. Der im Erzgebirgskreis ange­wand­te Gebührenmaßstab stellt ein aus­ge­wo­ge­nes Verhältnis zwi­schen ver­ur­sa­cher­ge­rech­ter Veranlagung, Schaffung von Anreizen zur Abfallvermeidung und ‑tren­nung (Lenkungsgebühren) und Vermeidung ille­ga­ler Ablagerungen dar. Mit einem Mindestentsorgungsvolumen von 160 Liter pro Person und Jahr (3,07 l pro Woche) für Restabfall ist ein aus­rei­chen­der Vermeidungsanreiz gesetzt. Das spe­zi­fi­sche Abfallaufkommen stellt dabei als Maßstab eines umwelt­ge­rech­ten res­sour­cen­scho­nen­den Handels das letz­te Glied in der Verbraucherkette dar.“

Kay Meister: „Es ist anzu­er­ken­nen, dass das Mindestentsorgungsvolumen von 160 Litern pro Person und Jahr bewusst so ange­setzt ist, damit es für unver­meid­ba­ren Restmüll reicht, aber nicht unnö­tig viel Müll pro­du­ziert wird. Ein zu hoher Preis pro Liter Restabfall könn­te dazu füh­ren, dass mehr Menschen ihren Müll ille­gal ent­sor­gen, zum Beispiel in Wäldern oder auf öffent­li­chen Flächen, was kon­tra­pro­duk­tiv wäre. Der Landkreis hät­te aller­dings durch­aus die Möglichkeit, wei­te­re Anreize zu set­zen, etwa durch Förderung der Kreislaufwirtschaft und durch Bildung und Beratung zum Thema Müllvermeidung.“

2. Frage: Welche Bildungsmaßnahmen ins­be­son­de­re im Bereich der schu­li­schen und außer­schu­li­schen Bildung wer­den vom Kreis bzw. durch von ihm beauf­trag­te Einrichtungen oder Firmen zum Thema Abfallvermeidung erbracht, um früh­zei­tig einen bewuss­te­ren Umgang mit Abfällen zu för­dern (Anzahl Termine, Anzahl erreich­ter Personen, Inhalte der Bildungsmaßnahmen)?

Antwort Landratsamt: „Das Thema Umweltschutz – ein­schließ­lich der Unterthemen Abfalltrennung, akti­ve Abfallvermeidung und Recycling – ist fes­ter Bestandteil der Lehrpläne von Gymnasien, Berufsschulzentren (BSZ) und Förderschulen. Vermittelt wer­den die­se Inhalte bei­spiels­wei­se im Rahmen der natur­wis­sen­schaft­li­chen Fächer Chemie, Biologie und Geografie sowie in den Fächern Deutsch-Heimatkunde, Hauswirtschaft, Arbeitslehre und Ethik. Obwohl der Erzgebirgskreis als Schulträger nicht für die Gestaltung der Lehrpläne zustän­dig ist und daher kei­nen Einfluss auf deren Inhalte neh­men kann, hat auch er ein Interesse an der Umweltbildung der Schülerinnen und Schüler und begrüßt ent­spre­chen­de Initiativen der Schulen.

Die Recherche zu lehr­plan­be­glei­ten­den und ‑ergän­zen­den Bildungsangeboten an den Schulen in unse­rer Trägerschaft zeigt, dass an den meis­ten Schulen (61 %) umfang­rei­che the­men­be­zo­ge­ne Initiativen und Projekte eta­bliert sind. Diese rei­chen von regel­mä­ßi­gen Belehrungen über die Einführung von Mülltrennungssystemen und Arbeitsgemeinschaften sowie selbst­or­ga­ni­sier­te Aufräum- bzw. Müllsammelaktionen, soge­nann­te ‚Clean up-Days‘, bis hin zur Unterstützung kom­mu­na­ler Aktionen und der Verleihung des Status ‚Klimaschule‘.“

Kay Meister: „Der Erzgebirgskreis sieht dem­nach im Bereich der Umweltbildung zum Thema Müll die Verantwortlichkeit im Wesentlichen bei den Schulen selbst. Andere Landkreise hand­ha­ben das durch­aus anders. So bie­tet bei­spiels­wei­se der Abfallentsorgungs- und Stadtreinigungsbetrieb der Stadt Chemnitz (ASR) kos­ten­lo­se Bildungsprogramme für Kindertagesstätten (Vorschulkinder), Grundschulen, wei­ter­füh­ren­de Schulen und Förderschulen an. Diese eig­nen sich beson­ders für die Durchführung von Lernangeboten, Unterrichtseinheiten oder für Projekte. Darüber hin­aus kön­nen the­men­be­zo­ge­ne Materialkisten aus­ge­lie­hen werden.“


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Wie steht es um die landwirtschaftliche Bodennutzung im Erzgebirgskreis? Mehr Zersiedelung, weniger kleine Betriebe und Tierhaltung

Landwirtschaftliche Bodennutzung wan­delt sich im Laufe der Zeit, genau­so wie die Gesellschaft. Seit Jahren nimmt die Bedeutung des Ökolandbaus zu, mehr Menschen ernäh­ren sich vege­ta­risch bzw. essen weni­ger Fleisch und eine kri­sen­fes­te, robus­te regio­na­le Nahrungsmittelproduktion wird noch wichtiger.

Für Sachsen lie­fern Daten zu den land­wirt­schaft­li­chen Betrieben, der bewirt­schaf­te­ten Fläche und zu den Bodennutzungsarten ein inter­es­san­tes Bild:

  • Im Jahr 2023 wur­den 897.200 Hektar der Fläche Sachsens land­wirt­schaft­lich genutzt, dies ent­spricht cir­ca 54 Prozent. 2022 exis­tier­ten in Sachsen 4.990 land­wirt­schaft­li­che Betriebe mit einer bewirt­schaf­te­ten Fläche von unter 100 Hektar, 1.330 Betriebe mit 100 bis 1.000 Hektar und 230 Betriebe mit über 1.000 Hektar. In letzt­ge­nann­ter Gruppe war die deut­lichs­te Zunahme zu ver­zeich­nen. Insgesamt nahm die Anzahl der Betriebe in Sachsen um 2,2 Prozent zu. (Quelle: www.statistik.sachsen.de/html/betriebsstruktur-landwirtschaft.html)
  • Hinsichtlich der land­wirt­schaft­li­chen Bodennutzung domi­niert in Sachsen mit über 42 Prozent der Getreideanbau. Darauf fol­gen mit cir­ca 21 Prozent Dauergrünland, 14 Prozent Futterpflanzenanbau und 13 Prozent Ölfrüchteanbau. Obst- und Gemüseanbau spie­len mit 0,3 Prozent bzw. 0,4 Prozent eine sehr mar­gi­na­le Rolle. (Quelle: Agrarbericht in Zahlen 2024, SMUL)
  • In Sachsen nahm von 2016 bis 2023 der Nutzungsartenbereich „Siedlung & Verkehr“ deut­lich zu, wäh­rend der Anteil land­wirt­schaft­lich genutz­ter Fläche an der Gesamtfläche leicht rück­läu­fig war. (Quelle: Liegenschaftskataster, Landesamt für Geobasisinformation Sachsen (GeoSN))

Welchen Entwicklungen unter­liegt die land­wirt­schaft­li­che Produktion im Erzgebirgskreis? Um das ein­schät­zen und die Perspektiven erken­nen zu kön­nen, hat­te Fraktionsmitglied Kay Meister am 18. November 2025 fol­gen­de Fragen an die Landkreisverwaltung des Erzgebirgskreises gestellt:

  1. Wie hoch ist der Anteil der land­wirt­schaft­lich genutz­ten Fläche an der Gesamtfläche des Erzgebirgskreises?
  2. Wie hat sich der Bestand an land­wirt­schaft­li­chen Betrieben in den letz­ten Jahren (Zeitraum ca. 2015 bis 2025) im Erzgebirgskreis ent­wi­ckelt? Bitte nach Größenklassen, sie­he Sachsen, aufschlüsseln.
  3. Welchen Anteil haben die oben genann­ten Bodennutzungsarten der land­wirt­schaft­li­chen Produktion aktu­ell im Erzgebirgskreis?
  4. Welche Entwicklungstrends zei­gen die­se Nutzungsarten in den zurück­lie­gen­den zehn Jahren im Erzgebirgskreis?

Das Landratsamt teil­te Kay Meister am 18. Dezember 2025 mit, dass es nicht über die not­wen­di­gen Daten ver­fügt und er sich an das Sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) in Zwönitz wen­den sol­le. Auch hier war man nicht zustän­dig und ver­wies Ende April 2026 an das Statistische Landesamt, das jähr­lich diver­se sta­tis­ti­sche Angaben zu den Landkreisen ver­öf­fent­licht: https://www.statistik.sachsen.de/Kreistabelle. Kay Meister und die Mitarbeiterin der Kreistagsfraktion muss­ten dem­nach selbst recher­chie­ren. Die ange­ge­be­ne Quelle lie­fer­te aber nur für zwei der vier Fragen aus­sa­ge­kräf­ti­ge Daten.

Zu Frage 1: Wie hoch ist der Anteil der land­wirt­schaft­lich genutz­ten Fläche an der Gesamtfläche des Erzgebirgskreises?

Hinsichtlich der Flächennutzung wur­den die Daten aus den Jahren 2015 und 2024 verglichen.

Datum Bodenfläche (ha) Siedlung/Verkehr Davon Verkehr Landwirtschaft Waldfläche
31.12.2015 182.790 21.972 7.556 73.858 81.726
31.12.2024 182.792 23.426 7.632 72.292 81.664

Demnach besitzt der Erzgebirgskreis eine Gesamtbodenfläche von 182.792 Hektar. Im Jahr 2024 waren davon 12,8 Prozent Siedlungs- und Verkehrsfläche, 39,6 Prozent Landwirtschaftsfläche und 44,7 Prozent Waldfläche. Während in den letz­ten zehn Jahren (2015 bis 2024) die Verkehrs- und Siedlungsfläche um etwa 1.454 Hektar zuge­nom­men hat (6,6 Prozent), sank die Landwirtschaftsfläche um 1.566 Hektar (2,1 Prozent). Die Waldfläche ist nahe­zu gleich geblie­ben (Verlust von 62 Hektar).

Kay Meister: „Im Erzgebirgskreis nimmt somit der Flächenverlust durch Besiedelung wei­ter­hin unun­ter­bro­chen zu, auch zulas­ten von land­wirt­schaft­li­cher Fläche.“

Zu Frage 2: Wie hat sich der Bestand an land­wirt­schaft­li­chen Betrieben in den letz­ten Jahren (Zeitraum ca. 2015 bis 2025) im Erzgebirgskreis entwickelt?

Bezüglich der land­wirt­schaft­li­chen Organisationsstruktur wur­den Daten aus den Jahren 2010 und 2020 ver­gli­chen. Aktuellere Zahlen lie­gen in den sta­tis­ti­schen Veröffentlichungen nicht vor.

Landwirtschaftliche Betriebe Unter 50 ha 50 bis 100 ha 100 bis 200 ha 200 bis 500 ha 500 bis 1.000 ha Über 1.000 ha
2010 705 521 69 58 19 24 14
2020 688 495 73 58 25 28 9

Die Anzahl land­wirt­schaft­li­cher Betriebe im Erzgebirgskreis ist zwi­schen 2010 und 2020 von 705 auf 688 gesun­ken. Dabei hat sich sowohl die Zahl der klei­nen Betriebe (unter 50 Hektar Betriebsfläche) als auch die der sehr gro­ßen (über 1.000 Hektar) reduziert.

Kay Meister: „Der Rückgang der klei­nen Betriebe ist sicher dem Sterben klei­ne­rer Bauernhöfe zuzu­schrei­ben, die unter den aktu­el­len Marktbedingungen kaum kon­kur­renz­fä­hig sind. Der Rückgang der sehr gro­ßen Betriebe könn­te ein sta­tis­ti­scher Effekt der stra­te­gi­schen Teilung gro­ßer Betriebe sein – Höchstbetrag von 150.000 Euro pro Betrieb und Jahr an Direktzahlungen, stei­gen­der Stilllegungspflichtanteil mit zuneh­men­der Größe etc. Große Flächen wer­den außer­dem in Ostdeutschland immer häu­fi­ger von Unternehmensgruppen über­nom­men. Im Erzgebirgskreis gestie­gen ist die Anzahl der Betriebe mitt­le­rer Größe (50 bis 100 Hektar und 200 bis 1.000 Hektar).“

Zu den Fragen 3 und 4: Welchen Anteil haben die oben genann­ten Bodennutzungsarten der land­wirt­schaft­li­chen Produktion aktu­ell im Erzgebirgskreis? Welche Entwicklungstrends zei­gen die­se Nutzungsarten in den zurück­lie­gen­den zehn Jahren im Erzgebirgskreis?

Dazu konn­ten in der ange­ge­be­nen Statistik kei­ne Daten gefun­den wer­den, abge­se­hen von Dauergrünland. Es sind ledig­lich die jähr­li­chen Hektarerträge von Kartoffeln, Silomais, Getreide und Co. auf­ge­führt, also die Erträge je Hektar, was kei­nen Rückschluss auf die Anbaufläche zulässt. Aufschlussreich jedoch sind die Zahlen zur Tierhaltung im Erzgebirge. Verglichen wur­den die Daten aus den Jahren 2010 und 2020 bzw. 2014 und 2024.

Landwirtschaftlich genutz­te Fläche (ha) Ackerland Dauergrünland
2010 63.760 36.664 27.042
2020 63.141 35.626 27.466

Der Anteil Ackerland ist zwi­schen 2010 und 2020 um 1.000 Hektar gesun­ken, der Anteil Dauergrünland blieb über den Zeitraum prak­tisch unverändert.

Rinder Rinderhaltungsbetriebe Schweine Schweinehaltungsbetriebe Einhufer Ziegen Schafe
2010 20.776 126 1.323 594 7.291
2014 64.359 1.042
2020 9.990 87 1.185 540 6.116
2024 53.467 846

Kay Meister: „Die Haltung von Rindern, vor allem von Milchkühen, spielt im Erzgebirgskreis in der Landwirtschaft im Vergleich mit ande­ren Nutztierarten die bedeu­tends­te Rolle. Insgesamt geht die Anzahl gehal­te­ner Tiere deut­lich zurück.“

„In den letz­ten Jahren sank die Anzahl der Rinder von 64.359 (2014) auf 53.467 (2024). Dies ent­spricht einem Rückgang um etwa 16,9 Prozent. Gleichzeitig redu­zier­te sich die Anzahl der Rinderhaltungsbetriebe von 1.042 auf 846, ein Rückgang von 18,8 Prozent. Ein Rückgang der Rinderhaltung folgt dem begrü­ßens­wer­ten all­ge­mei­nen gesell­schaft­li­chen Trend eines sin­ken­den Konsums tie­ri­scher Produkte. Jedoch wird deut­lich, dass die Anzahl der gehal­te­nen Rinder pro Betrieb steigt, also wohl klei­ne­re Betriebe zuerst die Haltung ein­stel­len. Drastisch, um rund 52 Prozent, ist die Anzahl gehal­te­ner Schweine zwi­schen 2010 und 2020 im Erzgebirgskreis gesunken.“

„Historisch wur­den im Erzgebirge in eher klein­bäu­er­li­cher Landwirtschaft Tierarten wie Ziegen und Schafe gehal­ten. Diese spie­len heu­te kaum noch eine Rolle. Trotz ihres hohen Potenzials, die sie auch in der Landschaftspflege haben könn­ten, sind sie im erz­ge­bir­gi­schen Landschaftsbild sel­ten zu sehen.“

Fazit

„Die Landwirtschaft im Erzgebirge erlebt struk­tu­rel­le Veränderungen, ähn­lich jener in Sachsen und ganz Deutschland, getrie­ben durch sich ver­än­dern­de gesell­schaft­li­che Anforderungen und glo­ba­le Entwicklungen“, so Kay Meister. „Sie steht vor der Aufgabe, nach­hal­ti­ger und diver­si­fi­zier­ter zu pro­du­zie­ren und sich auch für alter­na­ti­ve Aufgabenfelder wie die Landschaftspflege zu öff­nen. Die Entwicklungen der letz­ten Jahre bie­ten dafür teil­wei­se gute Voraussetzungen, zum Beispiel die Reduktion des Tierbestandes an Rindern und Schweinen. Als pro­ble­ma­tisch kann man etwa den Verlust klei­ner Betriebe und das Fehlen von Nutztieralternativen sehen.“

Anmerkung zum Prozedere der Anfrage

Kreisrätinnen und Kreisräte kön­nen zur Informationsbeschaffung über Angelegenheiten, die in den Aufgabenbereich des Landkreises fal­len, Anfragen stel­len. Die Überwachung der land­wirt­schaft­li­chen Produktion sowie der Flächennutzung gehört zu den Aufgabenbereichen des Erzgebirgskreises. Die Antwort auf die Bodennutzungsanfrage von Kreisrat Kay Meister – man ver­fü­ge nicht über die Daten – ist dem­nach kei­nes­falls zufriedenstellend.

Angesichts der Bedeutung der Landwirtschaft fürs Erzgebirge soll­te das Landratsamt ein gro­ßes Interesse an Zahlen und Fakten rund um Landwirtschaftsfläche, Landwirtschaftsbetriebe und die land­wirt­schaft­li­che Bodennutzung haben. Landwirtschaft wird auch in Zukunft eine wich­ti­ge Rolle für den Landkreis spie­len, in Hinsicht auf Wirtschaft, regio­na­le Versorgung, Umwelt und Katastrophenschutz. Hier infor­miert zu sein über Istzustand, Entwicklungen und Perspektiven, ist für das Landratsamt kein „Kann“, son­dern ein „Muss“. Es wäre zu begrü­ßen, wenn die Landkreisverwaltung künf­tig in der Lage wäre, eine Anfrage wie die­se fun­diert zu beantworten.

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Petition des Landesschülerrats mitzeichnen: „Schulsozialarbeit erhalten und ausbauen – für starke Schulen in Sachsen“

Der Landesschülerrat Sachsen hat am 12. Mai 2026 eine Petition für mehr Schulsozialarbeit gestar­tet – sie soll in allen Schulformen aus­ge­baut und gesi­chert werden.

Aus der Petition: „Schulen ste­hen heu­te vor immer grö­ße­ren Herausforderungen: psy­chi­sche Belastungen neh­men zu, sozia­le Ungleichheiten wir­ken sich stär­ker auf den Bildungsweg aus, und nicht jede Schwierigkeit kann im Unterricht oder durch Lehrkräfte allein auf­ge­fan­gen wer­den. Schulsozialarbeit ist ein ver­läss­li­cher Ansprechpartner, stärkt Vertrauen, schützt vor Eskalation und hilft dabei, dass Schule ein Ort des Lernens, der Sicherheit und der Teilhabe bleibt.

Der LandesSchülerRat Sachsen for­dert den dau­er­haf­ten Erhalt und den flä­chen­de­cken­den Ausbau von Schulsozialarbeit an allen Schulen in Sachsen. Schulsozialarbeit ist kei­ne frei­wil­li­ge Zusatzleistung, son­dern ein unver­zicht­ba­rer Bestandteil ganz­heit­li­cher Bildung, weil sie Schüler:innen in belas­ten­den Situationen unter­stützt, Konflikte früh­zei­tig auf­fängt und Lehrkräfte im Schulalltag entlastet.

Damit Schulsozialarbeit das alles jedoch leis­ten kann, braucht es Sicherheit und Zuverlässigkeit an ver­schie­de­nen Stellen.“

Die Forderungen des Landesschülerrats:

  • Schulsozialarbeit muss an allen – all­ge­mein­bil­den­den und berufs­bil­den­den – Schulen gesetz­lich ver­an­kert wer­den, nicht nur an ein­zel­nen Schularten.
  • Der Bestand an Schulsozialarbeit darf nicht gekürzt wer­den; bestehen­de Stellen müs­sen dau­er­haft gesi­chert werden.
  • Der Ausbau muss plan­bar, ver­bind­lich und lang­fris­tig finan­ziert wer­den, damit Kommunen und Träger ver­läss­lich arbei­ten können.
  • Die Versorgung muss schritt­wei­se so aus­ge­baut wer­den, dass jede Schule bedarfs­ge­rech­te Unterstützung erhält, auch an Grundschulen, Gymnasien und Förderschulen.
  • Schulen mit beson­de­ren sozia­len Herausforderungen müs­sen zusätz­lich gestärkt wer­den, damit Ungleichheiten nicht wei­ter wachsen.
  • Der Freistaat Sachsen soll die Kommunen finan­zi­ell so unter­stüt­zen, dass Schulsozialarbeit nicht vom ört­li­chen Haushalt oder kurz­fris­ti­gen Projektmitteln abhängt.

Dazu Thomas Lein, Vorsitzender der SPD-GRÜNE-Fraktion: „Die Petition des Landesschülerrats Sachsen setzt ein wich­ti­ges Signal. Schulsozialarbeit ist heu­te ein fes­ter Bestandteil guter Bildung und unter­stützt Schülerinnen und Schüler dort, wo Unterricht allein an Grenzen stößt.

Sie hilft bei per­sön­li­chen Krisen, beugt Konflikten vor und stärkt das sozia­le Miteinander an Schulen. Davon pro­fi­tie­ren nicht nur die jun­gen Menschen selbst, son­dern auch Lehrkräfte und Eltern. Deshalb braucht es Schulsozialarbeit an allen Schulformen – von der Grundschule bis zum Berufsschulzentrum.

Wir unter­stüt­zen die Forderung nach einer dau­er­haf­ten Absicherung und einem bedarfs­ge­rech­ten Ausbau der Schulsozialarbeit in Sachsen. Dafür sind eine gesetz­li­che Verankerung sowie eine ver­läss­li­che Finanzierung durch den Freistaat not­wen­dig. Schulsozialarbeit darf nicht von befris­te­ten Programmen oder kom­mu­na­len Haushaltslagen abhängen.

Wer Chancengleichheit stär­ken und Kinder und Jugendliche wirk­sam unter­stüt­zen will, muss Schulsozialarbeit als selbst­ver­ständ­li­chen Teil unse­res Bildungssystems begrei­fen und ent­spre­chend fördern.“

Die Petition mit­zeich­nen: petition.landtag.sachsen.de/petitionen/cmspetition/schulsozialarbeit-erhalten-und-ausbauen-fr-starke-schulen-in-sachsen


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Klausur der SPD-GRÜNE-Fraktion in Oelsnitz: James Turrell, Kohlewelt und Kreistagsarbeit

Einmal im Jahr trifft sich die SPD-GRÜNE-Fraktion zu einer zwei­tä­gi­gen Klausur, immer an einem ande­ren Ort im Erzgebirgskreis. Kürzlich war es wie­der so weit – am 13. und 14. März 2026 hat­te Fraktionsvorsitzender Thomas Lein nach Oelsnitz ein­ge­la­den, wo er lebt und Bürgermeister ist.

Los ging es mit Halle 18 gleich neben der Kohlewelt: Dort ist seit Ende November 2025 mit „Beyond Horizons“ ein bemer­kens­wer­tes Lichtkunstwerk von James Turrell zu sehen. Pro Zeitfenster dür­fen nur zehn Personen in den Raum, man steht nicht vor der Installation, son­dern man geht hin­ein und ist mit­ten­drin. Kein Schatten, Grenzen ver­schwim­men und wech­seln­de Farben tau­chen Wände und Menschen in ein unwirk­li­ches Licht. Es war eine außer­ge­wöhn­li­che Erfahrung, ermög­licht durch das Kulturhauptstadtjahr Chemnitz 2025. „Beyond Horizons“ ist ein Bestandteil des Purple Path, wird aber lan­ge dar­über hin­aus wir­ken: Mindestens fünf­zehn Jahre soll es in Halle 18 bleiben.

„Mit der Lichtinstallation des welt­weit agie­ren­den Künstlers James Turrell hat Oelsnitz DAS Highlight auf dem Purple Path erhal­ten“, so Fraktionsmitglied Holger Haase. „Die Besucher wer­den in eine Welt des Lichts geführt, die sie bis­her nicht kann­ten. Faszinierend und beeindruckend.“

Am rest­li­chen Freitag war Fraktionssitzung, die nächs­te Kreistagssitzung am 1. April 2026 wur­de so weit mög­lich vor­be­rei­tet, also Themen aus den Gremien bespro­chen. Zudem ging es um Anfragen, die die Fraktion ans Landratsamt gestellt hat und stel­len wird, um Termine und Projekte und all­ge­mein um die Zusammenarbeit in der Fraktion. Am Abend schau­te Simone Lang, Mitglied der SPD-Fraktion im Sächsischen Landtag und Vorsitzende des SPD-Kreisverbands Erzgebirge, vor­bei und gab einen Einblick in ihre Arbeit. Die Kreisverbandsvorsitzenden von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Erzgebirgskreis Heike Schoen und Ruben Ramirez Cutino konn­ten lei­der nicht zur Sitzung kom­men, da am Freitagabend GRÜNEN-Mitgliederversammlung war.

Der Samstag begann wie­der­um mit einem Purple-Path-Kunstwerk: Die Fraktion schau­te sich in Hohndorf beim Rathaus Christina Dolls Figurenpaar „Engel + Bergmann“ an. In Oelsnitz stand anschlie­ßend die Kohlewelt auf dem Programm, das ein­zi­ge Museum in Trägerschaft des Erzgebirgskreises. Vor reich­lich einem Jahr, am 18. Januar 2025, war das Steinkohlenbergbaumuseum nach sechs Jahren Umbau und Sanierung wie­der­eröff­net wor­den, die Kosten dafür lagen bei rund 30 Millionen Euro.

Kuratorin Deborah Weise stell­te die neue Ausstellung umfas­send vor und ging auch auf Gegebenheiten, Hintergründe und Aussichten ein. Das Museum wur­de ab 1976 in Übertageanlagen des Kaiserin-Augusta- bzw. zu DDR-Zeiten Karl-Liebknecht-Schachts auf­ge­baut, in alten Industriegebäuden, was am mar­kan­tes­ten der weit­hin sicht­ba­re Förderturm ver­deut­licht. 1986 war das Museum eröff­net wor­den, 2026 wird es also vier­zig Jahre alt.

Holger Haase: „Den Umbau des Bergbaumuseums in den letz­ten Jahren hat der Kreistag aktiv beglei­tet und mit­ver­ant­wor­tet. Probleme im Bauablauf und in der Finanzierung waren nicht uner­heb­lich. Was letzt­end­lich ent­stand, ist ein Leuchtturm in unse­rer Museumslandschaft. Ich bin mehr als ange­tan von der Gesamtgestaltung. Die Kohlewelt bie­tet Stoff für einen ganz­tä­gi­gen Familienaufenthalt und trägt in gro­ßem Maße zur Wissenserweiterung bei. Die Besucherzahlen spre­chen für sich.“

Tatsächlich konn­te die Kohlewelt in dem einen Jahr seit ihrer Wiedereröffnung bereits über 50.000 Besucherinnen und Besucher begrü­ßen. Die Dauerausstellung ver­mit­telt viel­fäl­ti­ges Wissen rund um den Steinkohlenbergbau in Sachsen, dies auf eine sehr anschau­li­che Art. Oft kann man etwas anfas­sen und ausprobieren.

In diver­sen, anspre­chend gestal­te­ten Räumen wer­den kur­ze Filme zu ver­schie­de­nen Themen gezeigt. Mit einem „Kohlenstück“ und Tipps vom Berggeist geht’s für Kinder und Erwachsene auf eine Entdeckungstour durchs Museum. Wer sich für Technik inter­es­siert, bekommt Technik. Und wer mehr über die Menschen im Steinkohlenbergbau erfah­ren will, kann in Leben und Geschichten stö­bern. Deborah Weise beton­te, dass die Museumsmitarbeitenden wei­ter­hin den Dialog und Austausch mit Menschen suchen, die im Bergbau gear­bei­tet haben oder ander­wei­tig damit zu tun hat­ten, das Museum ent­wick­le sich weiter.

Ein wich­ti­ger Faktor ist Barrierefreiheit, das wer­de künf­tig noch aus­ge­baut. Das Museumsgebäude ver­fügt über ein tak­ti­les Leitsystem. An meh­re­ren Stationen wer­den Ausstellungsobjekte mit Bild und Text in Brailleschrift, mit Hörtexten sowie auf einem Bildschirm in Gebärdensprache sowie Leichter Sprache vorgestellt.

Fazit von Fraktionsmitglied Kay Meister: „Fossile Energieträger haben die Geschichte des Erzgebirges geprägt, mit allen Vor- und Nachteilen. Dies ver­deut­licht die Kohlewelt ein­drucks­voll. Doch Rohstoffe wie Kohle ste­hen für ein abge­schlos­se­nes Kapitel der Entwicklung unse­res Gebirges. Die Zukunft gehört den erneu­er­ba­ren Energien!“

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Landkreis

Mitmachen im Erzgebirgskreis: Wo laicht der Grasfrosch? Laichballen zählen und Lebensraum bewahren!

Wer hät­te das gedacht: Grasfrösche sind nicht grün. Sie hei­ßen so, weil sie das Jahr größ­ten­teils in feuch­ten Wiesen, Weiden, Gebüschen und Wäldern ver­brin­gen. Tatsächlich haben sie eher eine bräun­li­che Farbe.

Jetzt im Frühjahr, von Anfang März bis Ende April, sind die Grasfrösche unter­wegs, sie machen sich auf zu Teichen, Tümpeln und Weihern, um für Grasfroschnachwuchs zu sorgen.

Der Grasfrosch war mal ein oft gese­he­ner Frühlingsbote in Sachsen. Seit Jahrzehnten gehen sei­ne Bestände stark zurück. Er steht deutsch­land­weit bereits auf der Vorwarnliste.

„Die Amphibien sind die gefähr­dets­te Wirbeltiergruppe im Erzgebirgskreis. Gleichzeitig fällt sie auch am wenigs­ten auf“, so Fraktionsmitglied Kay Meister. „Noch ist der Grasfrosch neben der Erdkröte unser häu­figs­ter hei­mi­scher Lurch. Langfristig ist jedoch von einem deut­li­chen Rückgang der Grasfroschpopulationen im Erzgebirge auszugehen.“

„Der Grasfrosch lei­det an der Veränderung und Zerstörung sei­ner Lebensräume, ins­be­son­de­re in land­wirt­schaft­lich genutz­ten Gebieten. Gefährlich sind für ihn vor allem umwelt­schäd­li­che Stoffe wie Pestizide und die Zerschneidung der Landschaft durch Straßen. Sehr vie­le Tiere ster­ben bei ihrer Laichwanderung, sie haben kei­ne Chance gegen Auto, E‑Bike und Co. Zudem ist ein aus­rei­chen­des Angebot an Laichgewässern von größ­ter Bedeutung für den Schutz die­ser Froschart.“

Wer was für den Grasfrosch tun will, soll­te einen Blick auf Laichgewässer haben, ob in der frei­en Natur oder im eige­nen Garten. Ein Gartenteich ist nur gut für Grasfrösche, wenn kei­ne Fische drin sind.

Man kann auch jetzt, in die­sem Frühjahr, ganz direkt hel­fen, indem man den Grasfroschnachwuchs zählt, also die Laichballen. Das ist dann die Grundlage für Schutzmaßnahmen.

Wo fin­det man Laichballen? Wie zählt man sie? Wo kann man sie mel­den? Die Antworten gibt’s auf der Website des Sächsischen Landesamts für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie, Referat Artenschutz, Auen und Moore unter „Mitmachaktion Grasfrosch“: www.natur.sachsen.de/mitmachaktion-grasfrosch-32794.html

Grasfrosch. Beide Fotos von Kay Meister

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Kreistag

Frauenschutzwohnungen im Erzgebirgskreis und digitale Partnerschaftsgewalt

Am 10. Februar 2026 hat­te Fraktionsmitglied Dr. Elke Stadler an Landrat Rico Anton eine Anfrage zur Auslastung der Frauenschutzwohnungen im Landkreis und zum Schutz vor digi­ta­ler Partnerschaftsgewalt gestellt. Die Antwort kam am 27. Februar 2026.

Wir hat­ten geschrie­ben: „Ein nach wie vor wich­ti­ges Thema in der Arbeit der SPD-GRÜNE-Fraktion im Kreistag des Erzgebirgskreises ist die Hilfe für Betroffene häus­li­cher Gewalt. Im Landkreis gibt es bis heu­te nur zwei Frauenschutzwohnungen. Als Fraktion unter­stüt­zen wir wei­ter­hin die Forderung des Landesfrauenrates zur Einrichtung eines eige­nen Frauenschutzhauses im Erzgebirgskreis.

Immer mehr Frauen in Deutschland sind von häus­li­cher Gewalt betrof­fen. Neben kör­per­li­cher und psy­chi­scher Gewalt fin­det Partnerschaftsgewalt zuneh­mend auch digi­tal statt: uner­wünsch­te Kontaktaufnahme, Ortung und Überwachung, Identitätsmissbrauch und ‑dieb­stahl, Veröffentlichung inti­mer Fotos oder Videos, uner­wünsch­te Posts in den sozia­len Medien (Quelle: www.frauenhauskoordinierung.de/themenportal/gewalt-gegen-frauen/gewaltformen/digitale-gewalt).“

Unsere Fragen:

  1. Wie hoch war 2025 die Auslastung der zwei Frauenschutzwohnungen im Erzgebirgskreis?
  2. Wurden von häus­li­cher Gewalt Betroffene aus dem Erzgebirgskreis an Frauenschutzeinrichtungen in Chemnitz und ande­ren Landkreisen ver­wie­sen? Wenn ja, wie vie­le und wohin?
  3. Wie gewähr­leis­tet der Landkreis in den Frauenschutzwohnungen einen Schutz der Betroffenen vor digi­ta­ler Partnerschaftsgewalt?

Die Antworten aus dem Landratsamt:

  1. Seit 05/2025 wer­den im Landkreis Erzgebirgskreis drei Schutzwohnungen vor­ge­hal­ten. 2025 fan­den 18 Frauen mit ins­ge­samt 19 Kindern Schutz in den Frauenschutzwohnungen.
  2. Dies ist mei­nem Haus nicht bekannt.
  3. Es ist nicht Aufgabe mei­nes Hauses, einen Schutz der Betroffenen vor digi­ta­ler Partnerschaftsgewalt sicher­zu­stel­len. Die Frauen wer­den in den Schutzwohnungen durch Fachkräfte unter­stützt und betreut. Es wer­den grund­sätz­lich auch in den Frauenschutzwohnungen Sicherheits- und Schutzmaßnahmen vor­ge­hal­ten. Die Schutzbedürftigen wer­den umfas­send bera­ten und fach­lich begleitet.

Dazu Dr. Elke Stadler: „Die Antwort aus dem Landratsamt bringt uns lei­der kaum neue Erkenntnisse. Wir wis­sen jetzt zwar, dass es seit Mai ver­gan­ge­nen Jahres drei statt zwei Frauenschutzwohnungen im Erzgebirgskreis gibt – dies spricht für einen stei­gen­den Bedarf.

Die Auslastung der Schutzwohnungen für 2025 ermög­licht kei­ne Aussage dar­über, ob die vor­han­de­nen Plätze aus­rei­chen oder ob der tat­säch­li­che Bedarf höher ist. Hier wäre eine Auskunft des Landratsamts zur Anzahl der von häus­li­cher Gewalt Betroffenen, die an Frauenhäuser in Nachbarlandkreisen ver­wie­sen wur­den, hilf­reich gewe­sen. Dass das Landratsamt sol­che Zahlen nicht kennt oder nicht offen­le­gen möch­te, kri­ti­sie­ren wir.

Zudem scheint der Landkreis bezüg­lich des Schutzes der Betroffenen vor digi­ta­ler Partnerschaftsgewalt momen­tan doch etwas über­for­dert zu sein.“

Aus den Antworten ergibt sich Nachfragebedarf. Die zwei neu­en Fragen haben wir am heu­ti­gen 2. März 2026 ans Landratsamt gemailt:

  1. Wie genau sah die Belegung der zwei und ab Mai drei Frauenschutzwohnungen im Erzgebirgskreis im Jahr 2025 aus? Bitte schlüs­seln Sie nach Dauer der Aufenthalte und Anzahl der Personen auf.
  2. An wen kön­nen wir uns wen­den, um zu erfah­ren, wie vie­le von häus­li­cher Gewalt Betroffene aus dem Erzgebirgskreis an Frauenschutzeinrichtungen in Chemnitz und ande­ren Landkreisen ver­wie­sen wurden?

Dr. Elke Stadler: „Frauenschutzwohnungen und Frauenschutzhäuser bie­ten Frauen, die von häus­li­cher Gewalt betrof­fen sind, Schutz und Zuflucht. Ein Frauenschutzhaus kann das umfas­sen­der leis­ten als Schutzwohnungen. Deshalb blei­ben wir als Kreistagsfraktion an unse­rer Forderung nach einem eige­nen Frauenschutzhaus im Erzgebirgskreis dran!“


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Landkreis

Unsere Rede zur Vollversammlung des Kreisschülerrats des Erzgebirgskreises am 13. Januar 2026

Der Kreisschülerrat des Erzgebirgskreises hat­te am Dienstag, den 13. Januar 2026, sei­ne 2. Vollversammlung. Mitte Dezember erhielt Thomas Lein, Vorsitzender der SPD-GRÜNE-Fraktion im Kreistag, dafür eine Einladung – eben­so wie die ande­ren Kreistagsfraktionen und der Landrat.

Die Delegierten der Schulen des Landkreises woll­ten die Standpunkte der Fraktionen zur Jugendbeteiligung im Erzgebirgskreis ken­nen­ler­nen und es soll­te eine Grundlage für einen kon­struk­ti­ven Austausch sowie eine zukünf­ti­ge Zusammenarbeit geschaf­fen werden.

Drei Leifragen schlug der Vorstand des Kreisschülerrats für einen fünf­mi­nü­ti­gen Redebeitrag vor:

  1. Welche Bedeutung hat Jugendbeteiligung aus Sicht Ihrer Fraktion, ins­be­son­de­re auf Kreisebene?
  2. Auf wel­che Weise unter­stützt Ihre Fraktion die Arbeit des Kreisschülerrats kon­kret bzw. wel­che Möglichkeiten der Unterstützung sehen Sie künftig?
  3. Welche poli­ti­schen Ziele ver­fol­gen SPD und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Erzgebirgskreis, um jun­ge Menschen stär­ker ein­zu­bin­den und ihre Anliegen sicht­bar zu machen?

Thomas Lein konn­te lei­der nicht teil­neh­men, sodass Philipp Riese aus dem Vorstand von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Erzgebirge die Fraktion bei der Veranstaltung in Annaberg-Buchholz ver­tre­ten hat.

Freie Wähler, BSW und LINKE hat­ten eben­falls jeman­den zur Vollversammlung geschickt. Von der CDU/FDP-Fraktion war nie­mand da, der Landrat war nicht da, auch keine/r sei­ner drei Beigeordneten.

Unten die Rede von Thomas Lein und Philipp Riese zum Nachlesen.


Liebe Schülerinnen und Schüler,

zunächst ein­mal bedan­ken wir uns ganz herz­lich für die Einladung. Leider kann Thomas Lein als Vorsitzender der SPD-GRÜNE-Fraktion nicht teil­neh­men. Er ist ter­min­lich als Bürgermeister stark ein­ge­bun­den und die Einladung kam auch etwas kurz­fris­tig. Wir woll­ten euch nicht hän­gen las­sen. Eure Fragen sind wich­tig, und ihr sollt eine per­sön­li­che Antwort bekom­men. Deshalb haben die Grünen und die SPD jeman­den geschickt, der sich gut mit Jugendarbeit auskennt.

Der Erzgebirgskreis steht aus demo­gra­fi­scher Sicht vor einer schwe­ren Zukunft. Modellrechnungen des Statistischen Landesamtes gehen vom größ­ten Bevölkerungsrückgang in ganz Sachsen aus. Gleichzeitig wird von einer Steigerung des Durchschnittsalters aus­ge­gan­gen. Deshalb ist es umso wich­ti­ger, dass der Jugend eine Stimme gege­ben wird, und die­se muss auch gehört wer­den. Es gibt vie­le Themen, bei denen ihr ein Mitspracherecht haben soll­tet. Eure Meinungen und Interessen soll­ten wir nicht ein­fach übergehen.

Grundsätzlich sieht § 43a der Sächsischen Landkreisordnung eine Beteiligung bei Planungen und Vorhaben vor, die die Interessen von Kindern und Jugendlichen berüh­ren. Hierzu soll der Landkreis ent­spre­chen­de Verfahren ent­wi­ckeln. Unsere Fraktion ist der Meinung, dass dies aus­bau­fä­hig ist! Das Gesetz lässt dem Kreis viel Spielraum. Was der Kreis dar­aus macht, ist letzt­lich ein Ausdruck davon, wie ernst die Kreisrätinnen und Kreisräte das Thema nehmen.

Wenn wir über ech­te Jugendbeteiligung spre­chen, dann nicht über ein paar sym­bo­li­sche Aktionen, son­dern über Strukturen, die jun­gen Menschen dau­er­haft eine Stimme geben. Ein wich­ti­ger Baustein dafür sind unse­re Jugenddialoge und Jugendforen. Das sind kreis­wei­te Veranstaltungen, bei denen Jugendliche zu den Themen gehört wer­den, die sie selbst betref­fen. Dort ent­steht Raum für Austausch, für Kritik, für Ideen und vor allem für das Gefühl, dass ihre Perspektiven ernst genom­men werden.

Ein gutes Beispiel für ech­te Jugendbeteiligung ist das Landratsamt im Kreis Reutlingen, genau­er gesagt das Kreisjugendamt. Sie koor­di­nie­ren und unter­stüt­zen Veranstaltungen fach­lich – dadurch haben Jugendliche ver­läss­li­che Ansprechpersonen und ihre Anliegen kön­nen struk­tu­riert in den poli­ti­schen Prozess einfließen.

Ein gutes Beispiel für gelun­ge­ne Jugendbeteiligung fin­det sich auch im Landkreis Teltow‑Fläming. Dort ist die Kinder- und Jugendbeteiligung fest in der Hauptsatzung ver­an­kert. Die Verwaltung ist ver­pflich­tet, jun­ge Menschen bei allen kreis­wei­ten Vorhaben alters­ge­recht ein­zu­be­zie­hen. Auf die­ser Grundlage wur­de ein umfas­sen­des Beteiligungskonzept ent­wi­ckelt, das über die Fachämter des Landratsamtes umge­setzt wird. Auch dort gibt es, wie bei uns, noch kei­nen Jugendkreisrat oder Jugendkreistag. Aber der Landkreis zeigt, wie gewähl­te oder beru­fe­ne jun­ge Vertreterinnen und Vertreter sys­te­ma­tisch in die Zusammenarbeit mit Verwaltung und Landrat ein­ge­bun­den wer­den kön­nen. So ent­steht eine ver­bind­li­che Struktur, die Jugendlichen ech­te Mitgestaltung ermöglicht.

Ein Blick in wei­te­re Landkreise zeigt, wie viel­fäl­tig Jugendbeteiligung bereits umge­setzt wird. In Wunsiedel ent­schei­den Jugendliche aktiv über die Vergabe von Fördermitteln mit und sind über das Landratsamt direkt in die Projektförderung ein­ge­bun­den. Der Kreis Unna setzt mit einem eige­nen Jugendkreistag auf eine fes­te Interessenvertretung, die regel­mä­ßig mit Landrat und Verwaltung im Austausch steht und den Kreistag bera­tend unter­stützt. Im Kreis Mettmann über­nimmt ein dau­er­haft ein­ge­rich­te­ter Kreisjugendrat die­se Rolle: Er ist eng an das Landratsamt ange­bun­den, arbei­tet in Verwaltungsprozessen mit und ver­tritt die Anliegen jun­ger Menschen auf Kreisebene.

Diese Beispiele zei­gen, dass ein enger Austausch und eine ech­te Zusammenarbeit mit­ein­an­der mög­lich und nötig sind. Und genau da liegt auch das Problem. Bisher gab es wenig Kontakt mit dem Kreisschülerrat und unse­rer Fraktion. Das gehört geän­dert. Ihr seid ein­ge­la­den, immer auf uns zuzu­kom­men mit euren Anliegen. Das müs­sen kei­ne for­mel­len Treffen sein, son­dern gern auch ein­fach per Videokonferenz.

Unsere Fraktion setzt sich für eine sozi­al gerech­te, nach­hal­ti­ge und bür­ger­na­he Entwicklung des Landkreises ein. Ein beson­de­rer Schwerpunkt liegt dabei auf der Stärkung des gesell­schaft­li­chen Zusammenhalts und dem Erhalt zen­tra­ler sozia­ler Angebote. Dazu gehört auch die Schulsozialarbeit. Deren Ausstattung wur­de in der ver­gan­ge­nen Legislaturperiode durch den Einsatz von SPD und Grünen im Landtag deut­lich verbessert.

Gleichzeitig enga­giert sich die Fraktion für Umwelt- und Naturschutz, etwa den Schutz von Arten und Lebensräumen sowie die Förderung öko­lo­gi­scher Bildungsarbeit. Auch kul­tu­rel­le Vielfalt, Heimatpflege und regio­na­le Identität spie­len eine wich­ti­ge Rolle, weil sie wesent­lich zur Lebensqualität im Erzgebirgskreis beitragen.

In finanz- und struk­tur­po­li­ti­schen Fragen setzt die Fraktion auf Transparenz, demo­kra­ti­sche Mitwirkung und eine ver­ant­wor­tungs­vol­le Haushaltsführung, die den Landkreis lang­fris­tig sta­bil und zukunfts­fä­hig hält. Dazu gehört aus­drück­lich NICHT die sym­bo­li­sche Blockade von Pflichtzahlungen, die auch die Jugendarbeit betref­fen. Natürlich muss die Finanzierung gesi­chert sein, unter­stützt durch Bund und Land. Doch die­ser Konflikt darf nicht zulas­ten der­je­ni­gen gehen, die kein ech­tes Mitspracherecht besit­zen – vor allem nicht zulas­ten der Kinder und Jugendlichen.

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Fraktion

Weihnachtsgruß der SPD-GRÜNE-Fraktion im Erzgebirgskreistag

2025 neigt sich dem Ende zu – ein Jahr, das die SPD-GRÜNE-Kreistagsfraktion mit viel Engagement, Gesprächen und kon­kre­ten Themen im Erzgebirgskreis gestal­tet hat. Ein paar Beispiele sei­en hier genannt.

Ehrenamt stär­ken und würdigen

Im November wur­de der Ehrenamtspreis „Erzgebürger“ zum sieb­ten Mal ver­lie­hen. An der Gala im Kulturhaus Aue nah­men Fraktionsvorsitzender Thomas Lein und „Erzgebürger“-Jurymitglied Holger Haase teil. In den Laudationen wur­de deut­lich: Ehrenamtliches Engagement ist das Rückgrat unse­rer Gesellschaft und ver­dient höchs­te Anerkennung. Den Preisträgerinnen und Preisträgern gilt unser herz­li­cher Glückwunsch und Dank für ihre tat­kräf­ti­ge Arbeit!

Natur und Artenvielfalt fördern

Gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern set­zen wir uns für den Schutz von Wildbienen, Insekten und typi­schen Landschaftselementen wie Bergwiesen ein. Unsere Veranstaltung Ende Juli in Rübenau bot Raum für Austausch und prak­ti­sche Hinweise zum Naturschutz.

Natur- und Artenschutz weiterdenken

Beiträge über bedroh­te Arten wie Erdkröten oder die Bedeutung von Bäumen wie der Linde als Heil- und Kulturbaum haben wich­ti­ge öko­lo­gi­sche Themen in den Fokus gerückt und zur Diskussion über Lebensraum und Klimawandel angeregt.

Bildung und Gesellschaft

Wir haben uns inten­siv mit dem Thema Schulsozialarbeit beschäf­tigt – einer zen­tra­len Unterstützung für Kinder und Jugendliche, die in Schulen eine wich­ti­ge Rolle für Förderung, Beratung und Prävention spielt.


Kurzum: Vielfalt, Engagement und Respekt vor Natur und Mitmenschen ste­hen im Mittelpunkt unse­rer Fraktionsarbeit – getra­gen von dem Wunsch, unse­ren Landkreis gemein­sam voranzubringen.

Zu Weihnachten wün­schen wir Ihnen fried­vol­le Tage im Kreise Ihrer Familie, Freundinnen und Freunde, Kraft und Zuversicht für das neue Jahr und Momente der Ruhe und des Miteinanders.

Gerade in her­aus­for­dern­den Zeiten sind Solidarität und Aufmerksamkeit für­ein­an­der beson­ders wich­tig – mit­ein­an­der reden, ein­an­der zuhören.

In die­sem Sinne dan­ken wir Ihnen für Ihr Vertrauen, Ihre Impulse und dafür, dass Sie unse­re Arbeit im Landkreis inter­es­siert verfolgen.

Frohe Weihnachten und ein gutes, gesun­des neu­es Jahr 2026!

Ihre SPD-GRÜNE-Fraktion im Kreistag des Erzgebirgskreises – Thomas Lein, Kay Meister, Undine Fritzsche, Holger Haase, Elke Stadler und Hendrik Uhlmann


Hilfe-Telefonnummern

Bei per­sön­li­chen Problemen und Sorgen fin­den Sie auch in der Weihnachtszeit Hilfe und Unterstützung bei Beratungsstellen und Hilfetelefonen.

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Landkreis

Kulturhauptstadtjahr Chemnitz 2025 ist vorbei – der Purple Path bleibt

Anfang Januar begann das Kulturhauptstadtjahr Chemnitz 2025, am letz­ten Novemberwochenende ende­te es. Der Purple Path jedoch besteht wei­ter­hin. Mitte April war der Kunst- und Skulpturenweg offi­zi­ell eröff­net wor­den, und er wird auch nach 2025 Chemnitz mit 38 Städten und Gemeinden im Umland ver­bin­den. Die Kunstwerke sol­len auf Jahrzehnte erhal­ten bleiben.

Eins ist erst am 28. November ein­ge­weiht wor­den, James Turrells Lichtskulptur „Beyond Horizons 2025“ in Oelsnitz/Erzgeb. Dazu Fraktionsvorsitzender Thomas Lein: „Als Teil des regio­na­len Kunst- und Kulturprojekts Purple Path schlägt die Installation eine Brücke zwi­schen Orten, Menschen und künst­le­ri­schen Positionen. Der Purple Path ver­bin­det inter­na­tio­na­le Kunst mit der erz­ge­bir­gi­schen Landschaft und Industriegeschichte – Turrells Arbeit wird dabei zu einem neu­en, strah­len­den Mittelpunkt.“

Ein gro­ßer Fan und Unterstützer des Purple Path ist auch Fraktionsmitglied Holger Haase: „Der Purple Path hat sich, nach­dem er anfangs zum Teil belä­chelt oder gar ver­spot­tet wur­de, zu einem tou­ris­ti­schen Anziehungspunkt der gan­zen Region ent­wi­ckelt. Ich konn­te beob­ach­ten, wie unent­wegt klei­ne oder grö­ße­re Gruppen auf dem Kunst- und Skulpturenweg unter­wegs waren. Zu Fuß, mit Fahrrad und Handy-App, mit eige­nem Auto oder orga­ni­siert in Busreisen.

Dies tat und tut unse­rer Region gut, denn die Besucherinnen und Besucher befas­sen sich größ­ten­teils auch mit dem Drumherum und kom­men auf die­se Weise auf die Spuren unse­rer hei­mat­li­chen Schätze. Der Purple Path wird nach- und wei­ter­wir­ken, da bin ich mir sicher. Heute heißt es oft: ‚Das muss man gese­hen haben‘ oder ‚Du warst wirk­lich noch nicht dort?‘ Mein Tipp: Bleiben Sie neugierig …“ ‎

(Bild von links oben im Uhrzeigersinn: „Modified Social Bench for Jahnsdorf #1“ von Jeppe Hein in Jahnsdorf,  Foto von Elke Stadler; „Zwei in ein ander Gewobene“ von Olaf Holzapfel in Amtsberg OT Dittersdorf, Foto von Holger Haase; „Plywood“ von Jay Gard in Olbernhau, Foto von Holger Haase; „Fließgleichgewicht“ von Michael Sailstorfer in Zschopau, Foto von Nils Sigmund)


Weiterlesen zum Purple Path:

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Landkreis

„Beyond Horizons 2025“ – ein neues Lichtkunst-Wahrzeichen im Erzgebirge

Text: Thomas Lein

Mit „Beyond Horizons 2025“ ist in Oelsnitz/Erzgeb. ein Kunstwerk ent­stan­den, das in Deutschland und Europa sei­nes­glei­chen sucht. Geschaffen vom welt­be­rühm­ten Lichtkünstler James Turrell, zählt die Installation bereits jetzt zu den bedeu­tends­ten kul­tu­rel­len Neuzugängen der Region und dar­über hin­aus. Turrell, einer der prä­gends­ten Künstler unse­rer Zeit, nutzt seit Jahrzehnten Licht als Material, um Räume zu for­men und Wahrnehmung zu ver­än­dern. Seine Werke – von den Lichtkammern auf der japa­ni­schen Kunstinsel Naoshima bis zu monu­men­ta­len Projekten wie dem Roden Crater in den USA – üben welt­weit eine ein­zig­ar­ti­ge Faszination aus. Nun ist ein sol­ches Meisterwerk erst­mals im Erzgebirge begehbar.

Ein Raum ohne Schatten – eine Erfahrung außer­halb der Zeit

Wer den Raum von „Beyond Horizons 2025“ betritt, befin­det sich nicht ein­fach in einer Ausstellung – son­dern taucht in eine ande­re Wirklichkeit ein. Turrells Lichtarchitekturen schaf­fen eine Umgebung, in der es kei­ne Schatten, kei­ne Orientierungspunkte und kei­nen fes­ten Raumbezug mehr gibt. Farben ver­schmel­zen, Flächen ver­flüs­si­gen sich, Bewegungen wer­den stil­ler – Zeit scheint sich aus­zu­deh­nen oder ganz zum Stehen zu kommen.

Um die­se sel­te­ne Intensität des Erlebens zu ermög­li­chen, ist die Zahl der Besucherinnen und Besucher bewusst begrenzt: Pro Zeitfenster kön­nen ledig­lich rund zehn Personen in die Installation ein­tre­ten. So ent­steht ein Moment der Ruhe, der Konzentration und des tie­fen Eintauchens, den kaum eine ande­re Kunstform ermöglicht.

Ein ein­ma­li­ger Ort in Sachsen, Deutschland und Europa

Die Installation ist auf­grund ihrer licht­künst­le­ri­schen Qualität außer­ge­wöhn­lich, aber auch wegen ihres spek­ta­ku­lä­ren Rahmens: In Oelsnitz wur­de eine impo­san­te ehe­ma­li­ge Industriehalle zu einem moder­nen Ausstellungsort umge­stal­tet, der die Wirkung der Lichtarchitektur noch­mals verstärkt.

In Europa, Deutschland und Sachsen ist die Arbeit abso­lut ein­zig­ar­tig, es fin­det sich kaum ein ver­gleich­ba­res Turrell-Werk die­ser Größenordnung und Präzision. Mit „Beyond Horizons 2025“ erhält das Erzgebirge ein Kunstwerk, das das Potenzial hat, zu einem iko­ni­schen Pilgerort für Kunstliebhaber zu werden.

Verbindungskraft für eine gan­ze Region – Teil des Purple Path

Als Teil des regio­na­len Kunst- und Kulturprojekts Purple Path schlägt die Installation eine Brücke zwi­schen Orten, Menschen und künst­le­ri­schen Positionen. Der Purple Path ver­bin­det inter­na­tio­na­le Kunst mit der erz­ge­bir­gi­schen Landschaft und Industriegeschichte – Turrells Arbeit wird dabei zu einem neu­en, strah­len­den Mittelpunkt.

Sie macht Kunst erleb­bar, nicht bloß sicht­bar, und hebt das Erzgebirge als Kulturregion auf eine neue Ebene. Die Strahlkraft eines sol­chen Ortes kann weit über die Region hin­aus wir­ken – als Aushängeschild, Identifikationspunkt und kul­tu­rel­ler Magnet für Menschen aus ganz Europa.


Thomas Lein ist Vorsitzender der SPD-GRÜNE-Fraktion im Kreistag des Erzgebirgskreises und Mitglied im Kreis- und Finanzausschuss. Er lebt in Oelsnitz/Erzgeb. und ist Bürgermeister der Stadt.

Am 28. November 2025 wur­de „Beyond Horizons 2025“ ein­ge­weiht, seit dem 29. November ist das Kunstwerk für Besucherinnen und Besucher zu erleben.

Die begeh­ba­re Lichtinstallation befin­det sich in Oelsnitz/Erzgeb. auf dem Gelände des ehe­ma­li­gen Karl-Liebknecht-Schachtes in der Halle 18, gleich neben dem Steinkohlenbergbaumuseum Kohlewelt, das eine Einrichtung des Erzgebirgskreises ist.