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ÖPNV-Geschichte des Erzgebirgskreises: 100 Jahre Kraftpostverkehr im Raum Zschopau

Am 4. und 5. Juli 2026 wur­de im Rahmen eines Festwochenendes das 100-jäh­ri­ge Bestehen des Kraftpostverkehrs im Raum Zschopau gefei­ert. Die Gründung der Einsatzstelle für den Omnibusverkehr durch die Post – sei­ner­zeit gewis­ser­ma­ßen Konkurrent der Kraftverkehrsgesellschaft Sachsen – bil­de­te 1926 die Grundlage für die erfolg­rei­che Entwicklung des ÖPNV auf der Straße, hin zum heu­ti­gen moder­nen und leis­tungs­star­ken Standort Zschopau der RVE Regionalverkehr Erzgebirge GmbH.

Im Laufe der Jahrzehnte war der Omnibusverkehr mit ganz ver­schie­de­nen Herausforderungen kon­fron­tiert, etwa kriegs­be­ding­ten Einschränkungen. In unse­rer Zeit ist es vor­ran­gig ein finan­zi­el­ler Kraftakt durch den Eigentümer der RVE, den Erzgebirgskreis, das Angebot eines flä­chen­de­cken­den ÖPNV im Rahmen der Daseinsvorsorge in gewünsch­tem Maße aufrechtzuerhalten.


100 Jahre Kraftpostverkehr im Raum Zschopau

Text und Bilder von Holger Haase

Mit der Inbetriebnahme der Linie Krumhermersdorf–Zschopau–Dittersdorf 1926 begann vor 100 Jahren der Kraftpostverkehr im Raum Zschopau. Die Stadt selbst war zwar durch eine Linie der Staatlichen Kraftwagenverwaltung seit 1920 an Chemnitz ange­schlos­sen, doch die not­wen­di­gen Verbindungen in die umlie­gen­den Orte sowie zwi­schen den in den Tälern lie­gen­den Eisenbahnlinien fehl­ten. Die nun ange­bo­te­nen Fahrten wur­den sehr gut ange­nom­men, sodass es zu stän­di­gen Erweiterungen kam und die Kraftpost mit­samt ihren Gesellschaftsfahrten zu einer bedeu­ten­den Institution wuchs. Um die­se Entwicklung bis hin zum heu­ti­gen RVE-Standort geht es im Folgenden.

Mit der holz­ver­ar­bei­ten­den und Strumpfwirkerindustrie in den umlie­gen­den Orten von Zschopau ent­stand auch ein Beförderungsbedarf. Die Reichspost bot des­halb Anfang der 1920er-Jahre an, eine Linie zwi­schen Krumhermersdorf, Zschopau, Weißbach und Dittersdorf zu schaf­fen. Probefahrten wur­den orga­ni­siert, über­zeugt stimm­ten die Gemeinde- und Stadträte am Ende zu. Sie hat­ten für die Unterbringung der Omnibusse zu sor­gen und tru­gen das Risiko eines Betriebskostenzuschusses bei feh­len­der Auslastung. In Zschopau ent­stand dazu am Gräbel die ers­te Kraftwagenhalle.

So wur­de am 15. Juni 1926 die Linie Zschopau–Krumhermersdorf und zwei Wochen spä­ter, am 1. Juli, die Verlängerung nach Dittersdorf über Weißbach und Schlößchen–Porschendorf eröff­net. Nachdem die Fahrzeiten den Erfordernissen und Gegebenheiten der Strecke ange­passt wur­den, erschien am 25. Juli im Zschopauer Wochenblatt der ers­te gül­ti­ge Fahrplan. Am 2. Oktober 1927 folg­te die Linienverbindung von Zschopau über Waldkirchen, Grünhainichen und Borstendorf nach Eppendorf – topo­gra­fisch sicher­lich äußerst anspruchsvoll.

Unterstützung beim Aufbau bekam man von Fahrern aus Bayern, wo der Kraftpostverkehr schon aus­ge­präg­ter war. Zum Teil sie­del­ten sie sich hier an. Die ein­ge­setz­ten Fahrzeuge stamm­ten größ­ten­teils von der Vogtländischen Maschinenbau AG Plauen (VOMAG), der Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg (MAN) und von Büssing aus Braunschweig.

Das Beförderungsangebot wur­de von Anfang an zahl­reich und mit Freude auf­ge­nom­men, wie Artikel und Leserbriefe im dama­li­gen Wochenblatt beleg­ten. Schon ein Jahr spä­ter nahm man des­halb fünf zusätz­li­che Fahrten und wei­te­re Haltestellen in den Fahrplan auf, zudem muss­ten grö­ße­re Fahrzeuge ein­ge­setzt wer­den. Zu beson­de­ren Festen, wie zum Beispiel der Kirmes, gab es Verstärkungsfahrten.

Die Wagenhalle am Gräbel stell­te sich schnell als zu klein her­aus, bereits 1940 ent­stand an der Auenstraße ein groß­zü­gi­ger Komplex mit drei­zehn Stellplätzen, Werkstatt, Büro- und Sozialräumen. Auch erhielt der Betriebsleiter der Reichspost hier eine Wohnung.
Erst der Beginn des Zweiten Weltkrieges brach­te Einschränkungen des Betriebes mit sich. Busse mit­samt Fahrern kamen an die Front, der Kraftstoff wur­de ratio­niert. Dies führ­te zum Erliegen des Kraftpostverkehrs gegen Kriegsende.

Nach dem Krieg ver­blie­ben die Omnibuslinien der Betriebsstelle in Zschopau zunächst im Besitz der Post. Jedoch erfuhr die­se eine struk­tu­rel­le Veränderung, sodass zunächst wenig Raum für die Personenbeförderung blieb. Die Kraftverkehrsgesellschaft (KVG) Sachsen nahm ihre Linien teil­wei­se schon 1945 wie­der in Betrieb, Chemnitz–Zschopau zum Beispiel am 2. Oktober, wäh­rend die Postlinie Zschopau–Dittersdorf erst am 19. November 1951 neu eröff­net wurde.

Bereits zu die­sem Zeitpunkt gab es Bestrebungen, den gesam­ten Omnibusverkehr der DDR in volks­ei­ge­ne Kraftverkehrsbetriebe zu über­füh­ren. Diese waren schon im Rahmen der alten KVG-Strukturen ent­stan­den. Nun soll­ten die einst kon­kur­rie­ren­den Linien der Kraftpost und die ent­spre­chen­den Betriebshöfe fol­gen. Für Zschopau ist die offi­zi­el­le Eingliederung am 14. April 1952 belegt. Das über­nom­me­ne Fahr- und Werkstattpersonal, der 1940 erbau­te Betriebshof in der Auenstraße und die aus der Kriegs- und Vorkriegszeit stam­men­den Fahrzeuge bil­de­ten nun den Kraftverkehrs-Stützpunkt Zschopau, zunächst noch ein­ge­bun­den in den VVB (Vereinigung volks­ei­ge­ner Betriebe) Land Sachsen. Mit der Auflösung der fünf Länder in der DDR im Zuge der Verwaltungsreform von 1952 ent­stan­den vier­zehn Bezirke. In den jewei­li­gen Bezirkshauptstädten befand sich dann der Sitz des zustän­di­gen VEB Kraftverkehr, für Zschopau war die­ser in Chemnitz, seit 1953 umbe­nannt in Karl-Marx-Stadt.

Die Linie nach Dittersdorf erschien 1950 im Kraftkursbuch für das Land Sachsen immer­hin als eine von weni­gen in unse­rer Region. Sie führ­te jetzt über das DKW-Werk und Wilischthal nach Weißbach, nicht mehr über Vorderschlößchen. 1952 folg­te die Linie nach Krumhermersdorf, auch die Verbindung nach Eppendorf wur­de wie­der aufgenommen.

Die Anzahl der Fahrten war anfangs zu spär­lich. Dem Briefwechsel zwi­schen der Gemeinde Weißbach und dem Kraftverkehr ist zu ent­neh­men, dass der Bedarf wesent­lich höher war. Als Bedingung für zusätz­li­che Fahrten nann­te die Betriebsstelle Zschopau die Unterbringungsmöglichkeit für einen Omnibus in Weißbach, der dann früh an Ort und Stelle ein­ge­setzt wer­den könn­te und am Abend die letz­te Fahrt bis Dittersdorf fah­ren wür­de. In Krumhermersdorf ent­stand aus die­sem Grund schon 1928 eine ört­li­che Omnibusgarage. Die Gemeinde Weißbach stell­te zunächst einen Platz im Haus des Fabrikbesitzers Pilz im Jahnweg 4 zur Verfügung. Später wur­den die Räumlichkeiten not­wen­di­ger­wei­se der Feuerwehr über­ge­ben, der inzwi­schen grö­ße­re Bus stand dann im Fabrikhof Lohs & Schubert, Hauptstraße 3.

Im Laufe der Jahre ent­stand ein nahe­zu allen Bedürfnissen gerecht wer­den­des Fahrtenangebot, zudem gab es umfang­rei­che Vertragsverkehre zu grö­ße­ren Betrieben für Berufstätige des Ortes zu allen Schichtzeiten. Bei einem Blick in den Fahrplan von 1970 stellt man fest, dass sich die Anzahl der Fahrten seit 1950 ver­drei­facht hat­te. Auch die Auslastung war enorm – nicht sel­ten waren die Busse über­füllt. Bis Mitte der 1960er-Jahre wur­de zum Teil mit Anhänger gefah­ren. Bis dahin waren noch Schaffnerinnen für den Fahrscheinverkauf an Bord, der Busfahrer hat­te sich nur auf sei­ne eigent­li­che Tätigkeit zu beschränken.

In die­ser Zeit ent­stan­den auch die mas­si­ven Buswartehäuschen in den Orten, die ers­ten bei­spiels­wei­se in Weißbach 1963 an der Post und im Niederdorf, das vor­läu­fig letz­te 1970 am Gasthof zur Linde in Richtung Gelenau. In Krumhermersdorf konn­te durch den Bau der Wendeschleife am obe­ren Ortsausgang um 1970 die Linie ent­spre­chend erwei­tert wer­den. Sie ende­te bis dahin an der Pfarrstraße, gewen­det wur­de am Fischerplatz. Mitte der 1960er-Jahre began­nen in Zschopau die Planungen für einen neu­en Verkehrshof. Die Wagenhalle an der Auenstraße war dem stark gestie­ge­nen Fahrzeugbestand nicht mehr gewachsen.

Die Fahrpreise blie­ben zu DDR-Zeiten kon­stant, da sie staat­lich sub­ven­tio­niert wur­den. Über Jahrzehnte waren pro gefah­re­nen Tarifkilometer acht Pfennige zu zah­len. Eine Fahrt vom Gasthof zur Linde in Weißbach bis nach Zschopau kos­te­te dem­nach 65 Pfennige.

Eine nicht unbe­deu­ten­de Rolle nahm bis zum Ende der DDR der umfang­rei­che Vertragsverkehr mit zahl­rei­chen Betrieben ein. Das waren im Raum Zschopau der VEB Motorradwerk Zschopau, der VEB DKK (Kühl- und Kraftmaschinen) Scharfenstein, zahl­rei­che Baumwollspinnereien und die Strumpfbetriebe des Kombinates Esda.

Die Wende und die Wiedervereinigung Deutschlands brach­ten grund­le­gen­de Veränderungen auch bei den Omnibusbetrieben. Die Treuhandanstalt bil­de­te aus dem Volkseigenen Kraftverkehrskombinat Karl-Marx-Stadt die Kraftverkehr AG Chemnitz, aus der 1991 die Busbereiche her­aus­ge­löst und kom­mu­na­li­siert wur­den. So ent­stand die Autobus GmbH Sachsen Regionalverkehr Chemnitz. Im obe­ren Erzgebirge fand sich der Busverkehr in der BVO (Busverkehr Obererzgebirge) mit Sitz in Aue, spä­ter Annaberg-Buchholz zusam­men. Beide ver­ei­nig­ten sich, auch als Folge der Entstehung eines gro­ßen Erzgebirgskreises, 2010 zu einem leis­tungs­star­ken Verkehrsbetrieb und fir­mie­ren seit April 2011 als RVE Regionalverkehr Erzgebirge GmbH.

Innerhalb weni­ger Monate waren 1990/91 fast sämt­li­che Vertragsverkehre mit den selbst in Schwierigkeiten gera­te­nen Betrieben weg­ge­fal­len. Damit ver­bun­de­ne Einnahmeverluste, gerin­ge­re Fahrgastzahlen durch den sprung­haft ange­stie­ge­nen Individualverkehr und eine geän­der­te Subventionspolitik waren Ursachen für ers­te Fahrpreiserhöhungen. Der Wochenendbetrieb auf den Linien rund um Zschopau muss­te Jahr für Jahr wegen man­geln­der Nachfrage gekürzt wer­den, bis er 1994 gänz­lich ein­ge­stellt wur­de. Lediglich die gro­ßen Verbindungen Richtung Chemnitz und Olbernhau und der 1986 eröff­ne­te Stadtverkehr in Zschopau mit ihrem Wochenendbetrieb exis­tie­ren bis heute.

Die Anzahl der Fahrten und die Fahrzeiten inner­halb der Woche konn­ten wei­test­ge­hend erhal­ten blei­ben. Dies ist in Sachsen nicht zuletzt der Schulreform zu ver­dan­ken, denn der anfal­len­de Schülerverkehr, der in den Linienverkehr inte­griert wur­de, sorg­te für einen gewis­sen Ausgleich der Fahrgastzahlen.

1997 konn­te die Stadt Zschopau ihren lang geheg­ten Plan umset­zen und an der Waldkirchner Straße einen neu­en zen­tra­len Busbahnhof errich­ten. Erstmals in ihrer Geschichte star­te­ten und ende­ten die Zschopauer Linien nicht mehr am Markt. Dies war neben der Stadt Zschopau ein Wunsch der Gewerbetreibenden, um die Innenstadt attrak­ti­ver gestal­ten zu kön­nen. Schnell bereu­te man die­sen rigo­ro­sen Schritt, da das Stadtzentrum viel Kundschaft damit ver­lor. Vor dem Markt, an der Langen Straße, muss­te nun mög­lichst rasch wie­der eine zusätz­li­che Haltestelle ein­ge­rich­tet werden.

Die Verbindung zur Eisenbahn erhielt eben­falls neue Impulse. Seit 2021 rol­len nach der umfang­rei­chen Sanierung der Bahnstrecke im Zwönitztal moder­ne Straßenbahnzüge der City-Bahn im Halbstundentakt ins Zentrum von Chemnitz. Die Linien C 13 Burgstädt–Aue und C 14 Mittweida–Thalheim bie­ten eine kom­for­ta­ble Stadt-Umland-Verbindung. Der Dittersdorfer Bahnhof gewann damit an Bedeutung und wur­de nach über 25 Jahren wie­der an die Linie 235 angebunden.

Mit ihr exis­tiert heu­te eine nahe­zu idea­le Verbindung zwi­schen Zschopau und Dittersdorf im annä­hern­den Stundentakt mit zahl­rei­chen Anschlussbeziehungen. 100 Jahre alt und doch jung geblieben …

Festschrift „100 Jahre Kraftpostverkehr rund um Zschopau 1926–2026“ von Holger Haase (kann bei Interesse über sei­ne Mailadresse bestellt wer­den, sie­he hier: https://rot-gruen-erz.de/fraktion)

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Wie steht es um die landwirtschaftliche Bodennutzung im Erzgebirgskreis? Mehr Zersiedelung, weniger kleine Betriebe und Tierhaltung

Landwirtschaftliche Bodennutzung wan­delt sich im Laufe der Zeit, genau­so wie die Gesellschaft. Seit Jahren nimmt die Bedeutung des Ökolandbaus zu, mehr Menschen ernäh­ren sich vege­ta­risch bzw. essen weni­ger Fleisch und eine kri­sen­fes­te, robus­te regio­na­le Nahrungsmittelproduktion wird noch wichtiger.

Für Sachsen lie­fern Daten zu den land­wirt­schaft­li­chen Betrieben, der bewirt­schaf­te­ten Fläche und zu den Bodennutzungsarten ein inter­es­san­tes Bild:

  • Im Jahr 2023 wur­den 897.200 Hektar der Fläche Sachsens land­wirt­schaft­lich genutzt, dies ent­spricht cir­ca 54 Prozent. 2022 exis­tier­ten in Sachsen 4.990 land­wirt­schaft­li­che Betriebe mit einer bewirt­schaf­te­ten Fläche von unter 100 Hektar, 1.330 Betriebe mit 100 bis 1.000 Hektar und 230 Betriebe mit über 1.000 Hektar. In letzt­ge­nann­ter Gruppe war die deut­lichs­te Zunahme zu ver­zeich­nen. Insgesamt nahm die Anzahl der Betriebe in Sachsen um 2,2 Prozent zu. (Quelle: www.statistik.sachsen.de/html/betriebsstruktur-landwirtschaft.html)
  • Hinsichtlich der land­wirt­schaft­li­chen Bodennutzung domi­niert in Sachsen mit über 42 Prozent der Getreideanbau. Darauf fol­gen mit cir­ca 21 Prozent Dauergrünland, 14 Prozent Futterpflanzenanbau und 13 Prozent Ölfrüchteanbau. Obst- und Gemüseanbau spie­len mit 0,3 Prozent bzw. 0,4 Prozent eine sehr mar­gi­na­le Rolle. (Quelle: Agrarbericht in Zahlen 2024, SMUL)
  • In Sachsen nahm von 2016 bis 2023 der Nutzungsartenbereich „Siedlung & Verkehr“ deut­lich zu, wäh­rend der Anteil land­wirt­schaft­lich genutz­ter Fläche an der Gesamtfläche leicht rück­läu­fig war. (Quelle: Liegenschaftskataster, Landesamt für Geobasisinformation Sachsen (GeoSN))

Welchen Entwicklungen unter­liegt die land­wirt­schaft­li­che Produktion im Erzgebirgskreis? Um das ein­schät­zen und die Perspektiven erken­nen zu kön­nen, hat­te Fraktionsmitglied Kay Meister am 18. November 2025 fol­gen­de Fragen an die Landkreisverwaltung des Erzgebirgskreises gestellt:

  1. Wie hoch ist der Anteil der land­wirt­schaft­lich genutz­ten Fläche an der Gesamtfläche des Erzgebirgskreises?
  2. Wie hat sich der Bestand an land­wirt­schaft­li­chen Betrieben in den letz­ten Jahren (Zeitraum ca. 2015 bis 2025) im Erzgebirgskreis ent­wi­ckelt? Bitte nach Größenklassen, sie­he Sachsen, aufschlüsseln.
  3. Welchen Anteil haben die oben genann­ten Bodennutzungsarten der land­wirt­schaft­li­chen Produktion aktu­ell im Erzgebirgskreis?
  4. Welche Entwicklungstrends zei­gen die­se Nutzungsarten in den zurück­lie­gen­den zehn Jahren im Erzgebirgskreis?

Das Landratsamt teil­te Kay Meister am 18. Dezember 2025 mit, dass es nicht über die not­wen­di­gen Daten ver­fügt und er sich an das Sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) in Zwönitz wen­den sol­le. Auch hier war man nicht zustän­dig und ver­wies Ende April 2026 an das Statistische Landesamt, das jähr­lich diver­se sta­tis­ti­sche Angaben zu den Landkreisen ver­öf­fent­licht: https://www.statistik.sachsen.de/Kreistabelle. Kay Meister und die Mitarbeiterin der Kreistagsfraktion muss­ten dem­nach selbst recher­chie­ren. Die ange­ge­be­ne Quelle lie­fer­te aber nur für zwei der vier Fragen aus­sa­ge­kräf­ti­ge Daten.

Zu Frage 1: Wie hoch ist der Anteil der land­wirt­schaft­lich genutz­ten Fläche an der Gesamtfläche des Erzgebirgskreises?

Hinsichtlich der Flächennutzung wur­den die Daten aus den Jahren 2015 und 2024 verglichen.

Datum Bodenfläche (ha) Siedlung/Verkehr Davon Verkehr Landwirtschaft Waldfläche
31.12.2015 182.790 21.972 7.556 73.858 81.726
31.12.2024 182.792 23.426 7.632 72.292 81.664

Demnach besitzt der Erzgebirgskreis eine Gesamtbodenfläche von 182.792 Hektar. Im Jahr 2024 waren davon 12,8 Prozent Siedlungs- und Verkehrsfläche, 39,6 Prozent Landwirtschaftsfläche und 44,7 Prozent Waldfläche. Während in den letz­ten zehn Jahren (2015 bis 2024) die Verkehrs- und Siedlungsfläche um etwa 1.454 Hektar zuge­nom­men hat (6,6 Prozent), sank die Landwirtschaftsfläche um 1.566 Hektar (2,1 Prozent). Die Waldfläche ist nahe­zu gleich geblie­ben (Verlust von 62 Hektar).

Kay Meister: „Im Erzgebirgskreis nimmt somit der Flächenverlust durch Besiedelung wei­ter­hin unun­ter­bro­chen zu, auch zulas­ten von land­wirt­schaft­li­cher Fläche.“

Zu Frage 2: Wie hat sich der Bestand an land­wirt­schaft­li­chen Betrieben in den letz­ten Jahren (Zeitraum ca. 2015 bis 2025) im Erzgebirgskreis entwickelt?

Bezüglich der land­wirt­schaft­li­chen Organisationsstruktur wur­den Daten aus den Jahren 2010 und 2020 ver­gli­chen. Aktuellere Zahlen lie­gen in den sta­tis­ti­schen Veröffentlichungen nicht vor.

Landwirtschaftliche Betriebe Unter 50 ha 50 bis 100 ha 100 bis 200 ha 200 bis 500 ha 500 bis 1.000 ha Über 1.000 ha
2010 705 521 69 58 19 24 14
2020 688 495 73 58 25 28 9

Die Anzahl land­wirt­schaft­li­cher Betriebe im Erzgebirgskreis ist zwi­schen 2010 und 2020 von 705 auf 688 gesun­ken. Dabei hat sich sowohl die Zahl der klei­nen Betriebe (unter 50 Hektar Betriebsfläche) als auch die der sehr gro­ßen (über 1.000 Hektar) reduziert.

Kay Meister: „Der Rückgang der klei­nen Betriebe ist sicher dem Sterben klei­ne­rer Bauernhöfe zuzu­schrei­ben, die unter den aktu­el­len Marktbedingungen kaum kon­kur­renz­fä­hig sind. Der Rückgang der sehr gro­ßen Betriebe könn­te ein sta­tis­ti­scher Effekt der stra­te­gi­schen Teilung gro­ßer Betriebe sein – Höchstbetrag von 150.000 Euro pro Betrieb und Jahr an Direktzahlungen, stei­gen­der Stilllegungspflichtanteil mit zuneh­men­der Größe etc. Große Flächen wer­den außer­dem in Ostdeutschland immer häu­fi­ger von Unternehmensgruppen über­nom­men. Im Erzgebirgskreis gestie­gen ist die Anzahl der Betriebe mitt­le­rer Größe (50 bis 100 Hektar und 200 bis 1.000 Hektar).“

Zu den Fragen 3 und 4: Welchen Anteil haben die oben genann­ten Bodennutzungsarten der land­wirt­schaft­li­chen Produktion aktu­ell im Erzgebirgskreis? Welche Entwicklungstrends zei­gen die­se Nutzungsarten in den zurück­lie­gen­den zehn Jahren im Erzgebirgskreis?

Dazu konn­ten in der ange­ge­be­nen Statistik kei­ne Daten gefun­den wer­den, abge­se­hen von Dauergrünland. Es sind ledig­lich die jähr­li­chen Hektarerträge von Kartoffeln, Silomais, Getreide und Co. auf­ge­führt, also die Erträge je Hektar, was kei­nen Rückschluss auf die Anbaufläche zulässt. Aufschlussreich jedoch sind die Zahlen zur Tierhaltung im Erzgebirge. Verglichen wur­den die Daten aus den Jahren 2010 und 2020 bzw. 2014 und 2024.

Landwirtschaftlich genutz­te Fläche (ha) Ackerland Dauergrünland
2010 63.760 36.664 27.042
2020 63.141 35.626 27.466

Der Anteil Ackerland ist zwi­schen 2010 und 2020 um 1.000 Hektar gesun­ken, der Anteil Dauergrünland blieb über den Zeitraum prak­tisch unverändert.

Rinder Rinderhaltungsbetriebe Schweine Schweinehaltungsbetriebe Einhufer Ziegen Schafe
2010 20.776 126 1.323 594 7.291
2014 64.359 1.042
2020 9.990 87 1.185 540 6.116
2024 53.467 846

Kay Meister: „Die Haltung von Rindern, vor allem von Milchkühen, spielt im Erzgebirgskreis in der Landwirtschaft im Vergleich mit ande­ren Nutztierarten die bedeu­tends­te Rolle. Insgesamt geht die Anzahl gehal­te­ner Tiere deut­lich zurück.“

„In den letz­ten Jahren sank die Anzahl der Rinder von 64.359 (2014) auf 53.467 (2024). Dies ent­spricht einem Rückgang um etwa 16,9 Prozent. Gleichzeitig redu­zier­te sich die Anzahl der Rinderhaltungsbetriebe von 1.042 auf 846, ein Rückgang von 18,8 Prozent. Ein Rückgang der Rinderhaltung folgt dem begrü­ßens­wer­ten all­ge­mei­nen gesell­schaft­li­chen Trend eines sin­ken­den Konsums tie­ri­scher Produkte. Jedoch wird deut­lich, dass die Anzahl der gehal­te­nen Rinder pro Betrieb steigt, also wohl klei­ne­re Betriebe zuerst die Haltung ein­stel­len. Drastisch, um rund 52 Prozent, ist die Anzahl gehal­te­ner Schweine zwi­schen 2010 und 2020 im Erzgebirgskreis gesunken.“

„Historisch wur­den im Erzgebirge in eher klein­bäu­er­li­cher Landwirtschaft Tierarten wie Ziegen und Schafe gehal­ten. Diese spie­len heu­te kaum noch eine Rolle. Trotz ihres hohen Potenzials, die sie auch in der Landschaftspflege haben könn­ten, sind sie im erz­ge­bir­gi­schen Landschaftsbild sel­ten zu sehen.“

Fazit

„Die Landwirtschaft im Erzgebirge erlebt struk­tu­rel­le Veränderungen, ähn­lich jener in Sachsen und ganz Deutschland, getrie­ben durch sich ver­än­dern­de gesell­schaft­li­che Anforderungen und glo­ba­le Entwicklungen“, so Kay Meister. „Sie steht vor der Aufgabe, nach­hal­ti­ger und diver­si­fi­zier­ter zu pro­du­zie­ren und sich auch für alter­na­ti­ve Aufgabenfelder wie die Landschaftspflege zu öff­nen. Die Entwicklungen der letz­ten Jahre bie­ten dafür teil­wei­se gute Voraussetzungen, zum Beispiel die Reduktion des Tierbestandes an Rindern und Schweinen. Als pro­ble­ma­tisch kann man etwa den Verlust klei­ner Betriebe und das Fehlen von Nutztieralternativen sehen.“

Anmerkung zum Prozedere der Anfrage

Kreisrätinnen und Kreisräte kön­nen zur Informationsbeschaffung über Angelegenheiten, die in den Aufgabenbereich des Landkreises fal­len, Anfragen stel­len. Die Überwachung der land­wirt­schaft­li­chen Produktion sowie der Flächennutzung gehört zu den Aufgabenbereichen des Erzgebirgskreises. Die Antwort auf die Bodennutzungsanfrage von Kreisrat Kay Meister – man ver­fü­ge nicht über die Daten – ist dem­nach kei­nes­falls zufriedenstellend.

Angesichts der Bedeutung der Landwirtschaft fürs Erzgebirge soll­te das Landratsamt ein gro­ßes Interesse an Zahlen und Fakten rund um Landwirtschaftsfläche, Landwirtschaftsbetriebe und die land­wirt­schaft­li­che Bodennutzung haben. Landwirtschaft wird auch in Zukunft eine wich­ti­ge Rolle für den Landkreis spie­len, in Hinsicht auf Wirtschaft, regio­na­le Versorgung, Umwelt und Katastrophenschutz. Hier infor­miert zu sein über Istzustand, Entwicklungen und Perspektiven, ist für das Landratsamt kein „Kann“, son­dern ein „Muss“. Es wäre zu begrü­ßen, wenn die Landkreisverwaltung künf­tig in der Lage wäre, eine Anfrage wie die­se fun­diert zu beantworten.

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Petition des Landesschülerrats mitzeichnen: „Schulsozialarbeit erhalten und ausbauen – für starke Schulen in Sachsen“

Der Landesschülerrat Sachsen hat am 12. Mai 2026 eine Petition für mehr Schulsozialarbeit gestar­tet – sie soll in allen Schulformen aus­ge­baut und gesi­chert werden.

Aus der Petition: „Schulen ste­hen heu­te vor immer grö­ße­ren Herausforderungen: psy­chi­sche Belastungen neh­men zu, sozia­le Ungleichheiten wir­ken sich stär­ker auf den Bildungsweg aus, und nicht jede Schwierigkeit kann im Unterricht oder durch Lehrkräfte allein auf­ge­fan­gen wer­den. Schulsozialarbeit ist ein ver­läss­li­cher Ansprechpartner, stärkt Vertrauen, schützt vor Eskalation und hilft dabei, dass Schule ein Ort des Lernens, der Sicherheit und der Teilhabe bleibt.

Der LandesSchülerRat Sachsen for­dert den dau­er­haf­ten Erhalt und den flä­chen­de­cken­den Ausbau von Schulsozialarbeit an allen Schulen in Sachsen. Schulsozialarbeit ist kei­ne frei­wil­li­ge Zusatzleistung, son­dern ein unver­zicht­ba­rer Bestandteil ganz­heit­li­cher Bildung, weil sie Schüler:innen in belas­ten­den Situationen unter­stützt, Konflikte früh­zei­tig auf­fängt und Lehrkräfte im Schulalltag entlastet.

Damit Schulsozialarbeit das alles jedoch leis­ten kann, braucht es Sicherheit und Zuverlässigkeit an ver­schie­de­nen Stellen.“

Die Forderungen des Landesschülerrats:

  • Schulsozialarbeit muss an allen – all­ge­mein­bil­den­den und berufs­bil­den­den – Schulen gesetz­lich ver­an­kert wer­den, nicht nur an ein­zel­nen Schularten.
  • Der Bestand an Schulsozialarbeit darf nicht gekürzt wer­den; bestehen­de Stellen müs­sen dau­er­haft gesi­chert werden.
  • Der Ausbau muss plan­bar, ver­bind­lich und lang­fris­tig finan­ziert wer­den, damit Kommunen und Träger ver­läss­lich arbei­ten können.
  • Die Versorgung muss schritt­wei­se so aus­ge­baut wer­den, dass jede Schule bedarfs­ge­rech­te Unterstützung erhält, auch an Grundschulen, Gymnasien und Förderschulen.
  • Schulen mit beson­de­ren sozia­len Herausforderungen müs­sen zusätz­lich gestärkt wer­den, damit Ungleichheiten nicht wei­ter wachsen.
  • Der Freistaat Sachsen soll die Kommunen finan­zi­ell so unter­stüt­zen, dass Schulsozialarbeit nicht vom ört­li­chen Haushalt oder kurz­fris­ti­gen Projektmitteln abhängt.

Dazu Thomas Lein, Vorsitzender der SPD-GRÜNE-Fraktion: „Die Petition des Landesschülerrats Sachsen setzt ein wich­ti­ges Signal. Schulsozialarbeit ist heu­te ein fes­ter Bestandteil guter Bildung und unter­stützt Schülerinnen und Schüler dort, wo Unterricht allein an Grenzen stößt.

Sie hilft bei per­sön­li­chen Krisen, beugt Konflikten vor und stärkt das sozia­le Miteinander an Schulen. Davon pro­fi­tie­ren nicht nur die jun­gen Menschen selbst, son­dern auch Lehrkräfte und Eltern. Deshalb braucht es Schulsozialarbeit an allen Schulformen – von der Grundschule bis zum Berufsschulzentrum.

Wir unter­stüt­zen die Forderung nach einer dau­er­haf­ten Absicherung und einem bedarfs­ge­rech­ten Ausbau der Schulsozialarbeit in Sachsen. Dafür sind eine gesetz­li­che Verankerung sowie eine ver­läss­li­che Finanzierung durch den Freistaat not­wen­dig. Schulsozialarbeit darf nicht von befris­te­ten Programmen oder kom­mu­na­len Haushaltslagen abhängen.

Wer Chancengleichheit stär­ken und Kinder und Jugendliche wirk­sam unter­stüt­zen will, muss Schulsozialarbeit als selbst­ver­ständ­li­chen Teil unse­res Bildungssystems begrei­fen und ent­spre­chend fördern.“

Die Petition mit­zeich­nen: petition.landtag.sachsen.de/petitionen/cmspetition/schulsozialarbeit-erhalten-und-ausbauen-fr-starke-schulen-in-sachsen


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Alleinstellungsmerkmal Stacheln oder: Was der Igel mit Außerirdischen zu tun hat

Igel sind schon kurio­se Wesen. Die meis­ten wür­den sagen, dass sie nied­lich aus­se­hen. Gleichzeitig sind ihre Stacheln in unse­ren Breiten ein Alleinstellungsmerkmal. Mit den Stacheln kön­nen sie sich vor tie­ri­schen Feinden schüt­zen. Gegen den Menschen und sei­ne Erfindungen sind sie aller­dings nutz­los. Auto gegen Igel – Igel tot. Mähroboter gegen Igel – Igel ver­letzt oder tot.

Wann haben Sie zuletzt einen Igel gese­hen? Igel sind tat­säch­lich sel­te­ner gewor­den. Die Weltnaturschutzunion hat den Igel im Herbst 2024 in der Roten Liste der bedroh­ten Arten erst­mals als „poten­zi­ell gefähr­det“ eingestuft.

Welche Gründe hat das? Den Igeln fehlt Lebensraum und Nahrung. Gift in der Landschaft ist töd­lich für sie. Und der Straßenverkehr ebenfalls.

Ein wei­te­res Problem sind Mähroboter im Dauereinsatz. Igel rol­len sich ein, wenn Gefahr droht. Mähroboter erken­nen Igel häu­fig nicht als Hindernis, sie fah­ren ein­fach wei­ter. Die Igel wer­den ver­letzt oder ster­ben. Die Lösung ist sim­pel: Mähroboter nur tags­über lau­fen las­sen. Igel gehen erst in der Dämmerung auf Nahrungssuche.

Also, wer einen Garten hat und was für die so nied­li­chen wie nütz­li­chen Igel tun will, kann etwa:

  • hei­mi­sche Hecken und Sträucher pflanzen.
  • insek­ten­freund­li­che Blumen bevor­zu­gen, damit der Igel was zu fres­sen findet.
  • Abschnitte oder „Inseln“ auf der Wiese nicht mähen.
  • den Mähroboter am spä­ten Nachmittag ausstellen.

Kurzum: Für eine Begegnung der drit­ten Art muss man nicht auf Außerirdische war­ten, die Natur hat auch bei uns im Erzgebirge Wesen in pet­to, die eigent­lich außer­ge­wöhn­lich sind. Wie den Igel. Der ger­ne zu Ihnen in den Garten kommt, wenn Sie es dort gemüt­lich für ihn machen. Viel Spaß beim Beobachten!


-> Weiterlesen: „Igel ver­sus Mähroboter“, Artikel vom 27. Oktober 2025 – rot-gruen-erz.de/igel-versus-maehroboter

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Landkreis

Am Erzgebirgskamm verschwindet der Vugelbeerbaam – pflanzen statt fällen!

Text und Bilder: Kay Meister

Die Vogelbeere oder Eberesche wird im bekann­ten Volkslied aus dem Erzgebirge lie­be­voll besun­gen: „Kann schön­nern Baam gibt’s wie ann Vugelbeerbaam …“ Mit ihren gelb­lich-wei­ßen Doldenrispen, knall­ro­ten Früchten und der oran­ge­gel­ben Herbstfärbung gehört sie zur erz­ge­bir­gi­schen Landschaft, gera­de in der Kammregion. Aber wie lan­ge noch?

Die Eberesche besitzt in der erz­ge­bir­gi­schen Traditionspflege beson­de­re Bedeutung und gilt spe­zi­ell für die höhe­ren Lagen des Erzgebirges als öko­lo­gisch wert­voll. Früher iden­ti­fi­zier­ten sich die Menschen in den Kammgemeinden mit der Eberesche als „ihrem“ Symbolbaum. Diese Beziehung und damit ein wesent­li­cher Bestandteil der Heimatbezogenheit ist im Laufe der Zeit ver­lo­ren gegangen.

Heute ist der Ebereschenbestand in den Siedlungen stark über­al­tert. Naturschützer und Fachleute bezeich­nen den Gesundheitszustand des erz­ge­bir­gi­schen Traditionsbaumes als „besorg­nis­er­re­gend“. An vie­len Stellen im Erzgebirge ver­schwin­den die Ebereschen aus dem Straßenbild. Sie ster­ben ab oder wer­den gefällt. Nachgepflanzt wird in der Regel nicht. Das Erzgebirge hat fast alle his­to­ri­schen Ebereschenbestände an sei­nen Straßen in den letz­ten Jahrzehnten verloren.

Die Eberesche besitzt zahl­rei­che pflanz­li­che und tie­ri­sche Feinde. Pilzerkrankungen tre­ten etwa durch den Hallimasch auf, der Kernfäule her­vor­ruft. Insekten wie Weißdornkäfer, Rüsselkäfer, Ringelspinner und vor allem die Ebereschenmotte ver­ur­sa­chen Blattschäden. Eine wei­te­re Krankheit ist die Chlorose, die Bleichsucht. Durch einen hohen Gehalt an Kochsalz im Boden, zum Beispiel durch Streusalz, fär­ben sich die Blätter gelb, der Baum wird geschwächt. Die Eberesche tole­riert nor­ma­ler­wei­se viel, kom­men jedoch meh­re­re Faktoren zusam­men, etwa noch ein Virusbefall, kann der Baum sterben.

In der Vegetationszeit vom 1. März bis 30. September ist es außer­halb des Waldes gesetz­lich ver­bo­ten, Bäume zu fäl­len sowie Hecken, Gebüsche und ande­re Gehölze zu besei­ti­gen. Bei der unte­ren Naturschutzbehörde kön­nen Ausnahmegenehmigungen bean­tragt wer­den. Aber: Jeder Baum ist ein eige­nes Ökosystem, ein Lebensraum für vie­le Vögel, Insekten und Säugetiere. Das Leben im Baum brummt in der Vegetationszeit. Und beim erz­ge­bir­gi­schen Traditionsbaum, dem Vogelbeerbaum, ist jede ein­zel­ne Fällung tragisch.

Gegen das Verschwinden des Vugelbeerbaams kann der Landkreis und kön­nen wir etwas tun: die Bäume hegen, pfle­gen, ste­hen las­sen und neue pflan­zen. Damit auch in Zukunft Ebereschen an den hie­si­gen Straßen grü­ßen und der „Kann’r“ (Kantor) mit „sei Weibs’n“ unter dem Baum am Haus sit­zen kann, wie es im Volkslied von Förster und Mundartdichter Max Schreyer heißt. Denn: „Kann schön­nern Baam gibt’s wie ann Vugelbeerbaam …“


Bild 1: Nicht jedes Jahr tra­gen Ebereschen reich Frucht. Wenn die Bäume vie­le Beeren haben, gilt das im Erzgebirge als Vorbote für einen stren­gen Winter.

Bild 2: Historische Postkartenmotive aus dem obe­ren Erzgebirge (hier Rübenau) zei­gen oft Vogelbeerbäume als Straßenbegleiter.


Kay Meister ist für die SPD-GRÜNE-Fraktion Mitglied der Verbandsversammlung des Zweckverbands Naturpark Erzgebirge/Vogtland. Er ist frei­be­ruf­li­cher Diplom-Biologe und Umweltbildner sowie Kreisnaturschutzbeauftragter.

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Fraktion

Klausur der SPD-GRÜNE-Fraktion in Oelsnitz: James Turrell, Kohlewelt und Kreistagsarbeit

Einmal im Jahr trifft sich die SPD-GRÜNE-Fraktion zu einer zwei­tä­gi­gen Klausur, immer an einem ande­ren Ort im Erzgebirgskreis. Kürzlich war es wie­der so weit – am 13. und 14. März 2026 hat­te Fraktionsvorsitzender Thomas Lein nach Oelsnitz ein­ge­la­den, wo er lebt und Bürgermeister ist.

Los ging es mit Halle 18 gleich neben der Kohlewelt: Dort ist seit Ende November 2025 mit „Beyond Horizons“ ein bemer­kens­wer­tes Lichtkunstwerk von James Turrell zu sehen. Pro Zeitfenster dür­fen nur zehn Personen in den Raum, man steht nicht vor der Installation, son­dern man geht hin­ein und ist mit­ten­drin. Kein Schatten, Grenzen ver­schwim­men und wech­seln­de Farben tau­chen Wände und Menschen in ein unwirk­li­ches Licht. Es war eine außer­ge­wöhn­li­che Erfahrung, ermög­licht durch das Kulturhauptstadtjahr Chemnitz 2025. „Beyond Horizons“ ist ein Bestandteil des Purple Path, wird aber lan­ge dar­über hin­aus wir­ken: Mindestens fünf­zehn Jahre soll es in Halle 18 bleiben.

„Mit der Lichtinstallation des welt­weit agie­ren­den Künstlers James Turrell hat Oelsnitz DAS Highlight auf dem Purple Path erhal­ten“, so Fraktionsmitglied Holger Haase. „Die Besucher wer­den in eine Welt des Lichts geführt, die sie bis­her nicht kann­ten. Faszinierend und beeindruckend.“

Am rest­li­chen Freitag war Fraktionssitzung, die nächs­te Kreistagssitzung am 1. April 2026 wur­de so weit mög­lich vor­be­rei­tet, also Themen aus den Gremien bespro­chen. Zudem ging es um Anfragen, die die Fraktion ans Landratsamt gestellt hat und stel­len wird, um Termine und Projekte und all­ge­mein um die Zusammenarbeit in der Fraktion. Am Abend schau­te Simone Lang, Mitglied der SPD-Fraktion im Sächsischen Landtag und Vorsitzende des SPD-Kreisverbands Erzgebirge, vor­bei und gab einen Einblick in ihre Arbeit. Die Kreisverbandsvorsitzenden von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Erzgebirgskreis Heike Schoen und Ruben Ramirez Cutino konn­ten lei­der nicht zur Sitzung kom­men, da am Freitagabend GRÜNEN-Mitgliederversammlung war.

Der Samstag begann wie­der­um mit einem Purple-Path-Kunstwerk: Die Fraktion schau­te sich in Hohndorf beim Rathaus Christina Dolls Figurenpaar „Engel + Bergmann“ an. In Oelsnitz stand anschlie­ßend die Kohlewelt auf dem Programm, das ein­zi­ge Museum in Trägerschaft des Erzgebirgskreises. Vor reich­lich einem Jahr, am 18. Januar 2025, war das Steinkohlenbergbaumuseum nach sechs Jahren Umbau und Sanierung wie­der­eröff­net wor­den, die Kosten dafür lagen bei rund 30 Millionen Euro.

Kuratorin Deborah Weise stell­te die neue Ausstellung umfas­send vor und ging auch auf Gegebenheiten, Hintergründe und Aussichten ein. Das Museum wur­de ab 1976 in Übertageanlagen des Kaiserin-Augusta- bzw. zu DDR-Zeiten Karl-Liebknecht-Schachts auf­ge­baut, in alten Industriegebäuden, was am mar­kan­tes­ten der weit­hin sicht­ba­re Förderturm ver­deut­licht. 1986 war das Museum eröff­net wor­den, 2026 wird es also vier­zig Jahre alt.

Holger Haase: „Den Umbau des Bergbaumuseums in den letz­ten Jahren hat der Kreistag aktiv beglei­tet und mit­ver­ant­wor­tet. Probleme im Bauablauf und in der Finanzierung waren nicht uner­heb­lich. Was letzt­end­lich ent­stand, ist ein Leuchtturm in unse­rer Museumslandschaft. Ich bin mehr als ange­tan von der Gesamtgestaltung. Die Kohlewelt bie­tet Stoff für einen ganz­tä­gi­gen Familienaufenthalt und trägt in gro­ßem Maße zur Wissenserweiterung bei. Die Besucherzahlen spre­chen für sich.“

Tatsächlich konn­te die Kohlewelt in dem einen Jahr seit ihrer Wiedereröffnung bereits über 50.000 Besucherinnen und Besucher begrü­ßen. Die Dauerausstellung ver­mit­telt viel­fäl­ti­ges Wissen rund um den Steinkohlenbergbau in Sachsen, dies auf eine sehr anschau­li­che Art. Oft kann man etwas anfas­sen und ausprobieren.

In diver­sen, anspre­chend gestal­te­ten Räumen wer­den kur­ze Filme zu ver­schie­de­nen Themen gezeigt. Mit einem „Kohlenstück“ und Tipps vom Berggeist geht’s für Kinder und Erwachsene auf eine Entdeckungstour durchs Museum. Wer sich für Technik inter­es­siert, bekommt Technik. Und wer mehr über die Menschen im Steinkohlenbergbau erfah­ren will, kann in Leben und Geschichten stö­bern. Deborah Weise beton­te, dass die Museumsmitarbeitenden wei­ter­hin den Dialog und Austausch mit Menschen suchen, die im Bergbau gear­bei­tet haben oder ander­wei­tig damit zu tun hat­ten, das Museum ent­wick­le sich weiter.

Ein wich­ti­ger Faktor ist Barrierefreiheit, das wer­de künf­tig noch aus­ge­baut. Das Museumsgebäude ver­fügt über ein tak­ti­les Leitsystem. An meh­re­ren Stationen wer­den Ausstellungsobjekte mit Bild und Text in Brailleschrift, mit Hörtexten sowie auf einem Bildschirm in Gebärdensprache sowie Leichter Sprache vorgestellt.

Fazit von Fraktionsmitglied Kay Meister: „Fossile Energieträger haben die Geschichte des Erzgebirges geprägt, mit allen Vor- und Nachteilen. Dies ver­deut­licht die Kohlewelt ein­drucks­voll. Doch Rohstoffe wie Kohle ste­hen für ein abge­schlos­se­nes Kapitel der Entwicklung unse­res Gebirges. Die Zukunft gehört den erneu­er­ba­ren Energien!“

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Landkreis

Mitmachen im Erzgebirgskreis: Wo laicht der Grasfrosch? Laichballen zählen und Lebensraum bewahren!

Wer hät­te das gedacht: Grasfrösche sind nicht grün. Sie hei­ßen so, weil sie das Jahr größ­ten­teils in feuch­ten Wiesen, Weiden, Gebüschen und Wäldern ver­brin­gen. Tatsächlich haben sie eher eine bräun­li­che Farbe.

Jetzt im Frühjahr, von Anfang März bis Ende April, sind die Grasfrösche unter­wegs, sie machen sich auf zu Teichen, Tümpeln und Weihern, um für Grasfroschnachwuchs zu sorgen.

Der Grasfrosch war mal ein oft gese­he­ner Frühlingsbote in Sachsen. Seit Jahrzehnten gehen sei­ne Bestände stark zurück. Er steht deutsch­land­weit bereits auf der Vorwarnliste.

„Die Amphibien sind die gefähr­dets­te Wirbeltiergruppe im Erzgebirgskreis. Gleichzeitig fällt sie auch am wenigs­ten auf“, so Fraktionsmitglied Kay Meister. „Noch ist der Grasfrosch neben der Erdkröte unser häu­figs­ter hei­mi­scher Lurch. Langfristig ist jedoch von einem deut­li­chen Rückgang der Grasfroschpopulationen im Erzgebirge auszugehen.“

„Der Grasfrosch lei­det an der Veränderung und Zerstörung sei­ner Lebensräume, ins­be­son­de­re in land­wirt­schaft­lich genutz­ten Gebieten. Gefährlich sind für ihn vor allem umwelt­schäd­li­che Stoffe wie Pestizide und die Zerschneidung der Landschaft durch Straßen. Sehr vie­le Tiere ster­ben bei ihrer Laichwanderung, sie haben kei­ne Chance gegen Auto, E‑Bike und Co. Zudem ist ein aus­rei­chen­des Angebot an Laichgewässern von größ­ter Bedeutung für den Schutz die­ser Froschart.“

Wer was für den Grasfrosch tun will, soll­te einen Blick auf Laichgewässer haben, ob in der frei­en Natur oder im eige­nen Garten. Ein Gartenteich ist nur gut für Grasfrösche, wenn kei­ne Fische drin sind.

Man kann auch jetzt, in die­sem Frühjahr, ganz direkt hel­fen, indem man den Grasfroschnachwuchs zählt, also die Laichballen. Das ist dann die Grundlage für Schutzmaßnahmen.

Wo fin­det man Laichballen? Wie zählt man sie? Wo kann man sie mel­den? Die Antworten gibt’s auf der Website des Sächsischen Landesamts für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie, Referat Artenschutz, Auen und Moore unter „Mitmachaktion Grasfrosch“: www.natur.sachsen.de/mitmachaktion-grasfrosch-32794.html

Grasfrosch. Beide Fotos von Kay Meister

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Kreistag

Frauenschutzwohnungen im Erzgebirgskreis und digitale Partnerschaftsgewalt

Am 10. Februar 2026 hat­te Fraktionsmitglied Dr. Elke Stadler an Landrat Rico Anton eine Anfrage zur Auslastung der Frauenschutzwohnungen im Landkreis und zum Schutz vor digi­ta­ler Partnerschaftsgewalt gestellt. Die Antwort kam am 27. Februar 2026.

Wir hat­ten geschrie­ben: „Ein nach wie vor wich­ti­ges Thema in der Arbeit der SPD-GRÜNE-Fraktion im Kreistag des Erzgebirgskreises ist die Hilfe für Betroffene häus­li­cher Gewalt. Im Landkreis gibt es bis heu­te nur zwei Frauenschutzwohnungen. Als Fraktion unter­stüt­zen wir wei­ter­hin die Forderung des Landesfrauenrates zur Einrichtung eines eige­nen Frauenschutzhauses im Erzgebirgskreis.

Immer mehr Frauen in Deutschland sind von häus­li­cher Gewalt betrof­fen. Neben kör­per­li­cher und psy­chi­scher Gewalt fin­det Partnerschaftsgewalt zuneh­mend auch digi­tal statt: uner­wünsch­te Kontaktaufnahme, Ortung und Überwachung, Identitätsmissbrauch und ‑dieb­stahl, Veröffentlichung inti­mer Fotos oder Videos, uner­wünsch­te Posts in den sozia­len Medien (Quelle: www.frauenhauskoordinierung.de/themenportal/gewalt-gegen-frauen/gewaltformen/digitale-gewalt).“

Unsere Fragen:

  1. Wie hoch war 2025 die Auslastung der zwei Frauenschutzwohnungen im Erzgebirgskreis?
  2. Wurden von häus­li­cher Gewalt Betroffene aus dem Erzgebirgskreis an Frauenschutzeinrichtungen in Chemnitz und ande­ren Landkreisen ver­wie­sen? Wenn ja, wie vie­le und wohin?
  3. Wie gewähr­leis­tet der Landkreis in den Frauenschutzwohnungen einen Schutz der Betroffenen vor digi­ta­ler Partnerschaftsgewalt?

Die Antworten aus dem Landratsamt:

  1. Seit 05/2025 wer­den im Landkreis Erzgebirgskreis drei Schutzwohnungen vor­ge­hal­ten. 2025 fan­den 18 Frauen mit ins­ge­samt 19 Kindern Schutz in den Frauenschutzwohnungen.
  2. Dies ist mei­nem Haus nicht bekannt.
  3. Es ist nicht Aufgabe mei­nes Hauses, einen Schutz der Betroffenen vor digi­ta­ler Partnerschaftsgewalt sicher­zu­stel­len. Die Frauen wer­den in den Schutzwohnungen durch Fachkräfte unter­stützt und betreut. Es wer­den grund­sätz­lich auch in den Frauenschutzwohnungen Sicherheits- und Schutzmaßnahmen vor­ge­hal­ten. Die Schutzbedürftigen wer­den umfas­send bera­ten und fach­lich begleitet.

Dazu Dr. Elke Stadler: „Die Antwort aus dem Landratsamt bringt uns lei­der kaum neue Erkenntnisse. Wir wis­sen jetzt zwar, dass es seit Mai ver­gan­ge­nen Jahres drei statt zwei Frauenschutzwohnungen im Erzgebirgskreis gibt – dies spricht für einen stei­gen­den Bedarf.

Die Auslastung der Schutzwohnungen für 2025 ermög­licht kei­ne Aussage dar­über, ob die vor­han­de­nen Plätze aus­rei­chen oder ob der tat­säch­li­che Bedarf höher ist. Hier wäre eine Auskunft des Landratsamts zur Anzahl der von häus­li­cher Gewalt Betroffenen, die an Frauenhäuser in Nachbarlandkreisen ver­wie­sen wur­den, hilf­reich gewe­sen. Dass das Landratsamt sol­che Zahlen nicht kennt oder nicht offen­le­gen möch­te, kri­ti­sie­ren wir.

Zudem scheint der Landkreis bezüg­lich des Schutzes der Betroffenen vor digi­ta­ler Partnerschaftsgewalt momen­tan doch etwas über­for­dert zu sein.“

Aus den Antworten ergibt sich Nachfragebedarf. Die zwei neu­en Fragen haben wir am heu­ti­gen 2. März 2026 ans Landratsamt gemailt:

  1. Wie genau sah die Belegung der zwei und ab Mai drei Frauenschutzwohnungen im Erzgebirgskreis im Jahr 2025 aus? Bitte schlüs­seln Sie nach Dauer der Aufenthalte und Anzahl der Personen auf.
  2. An wen kön­nen wir uns wen­den, um zu erfah­ren, wie vie­le von häus­li­cher Gewalt Betroffene aus dem Erzgebirgskreis an Frauenschutzeinrichtungen in Chemnitz und ande­ren Landkreisen ver­wie­sen wurden?

Dr. Elke Stadler: „Frauenschutzwohnungen und Frauenschutzhäuser bie­ten Frauen, die von häus­li­cher Gewalt betrof­fen sind, Schutz und Zuflucht. Ein Frauenschutzhaus kann das umfas­sen­der leis­ten als Schutzwohnungen. Deshalb blei­ben wir als Kreistagsfraktion an unse­rer Forderung nach einem eige­nen Frauenschutzhaus im Erzgebirgskreis dran!“


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Landkreis

Kommunales Bürgerbudget 2026: 40.000 Euro für Projekte vor Ort im Erzgebirgskreis

Der Freistaat Sachsen und der Erzgebirgskreis stel­len 2026 wie­der ein kom­mu­na­les Bürgerbudget in Höhe von 40.000 Euro bereit. Insgesamt zwan­zig Projekte wer­den mit einem Betrag von jeweils 2.000 Euro unter­stützt. Bewerben kön­nen sich dafür Bürgerinnen und Bürger des Erzgebirgskreises ab sech­zehn Jahren sowie gemein­nüt­zi­ge Verbände und Vereine.

Die Projekte müs­sen einen direk­ten Bezug zum eige­nen Wohnort bzw. der Gemeinde haben und den Menschen vor Ort zugu­te kom­men. Das Landratsamt nennt als Beispiele: Anlegen von Streuobstwiese/Blumenwiese/Kräutergarten, Bank/Wanderweg, Beschilderung his­to­ri­scher Gebäude und Stadtgeschichtliches, Spielplatzgestaltung, Naturschutzprojekte, Kostüme für Umzüge, Nachbarschaftsprojekte, Mitfahrbank, Büchertauschtelefonzelle, Unterstellmöglichkeit für Skatepark/Fahrräder, Grillstellen/Feuerstellen/Ortspyramide.

Die zustän­di­ge Gemeinde muss über das Projekt infor­miert wer­den und auch eine kur­ze Stellungnahme für den Antrag bei­steu­ern. Wichtig: Das Projekt muss im Laufe die­ses Jahres, also bis 31. Dezember 2026, umge­setzt werden.

Der Antrag ist online aus­zu­fül­len und ein­zu­rei­chen, bis spä­tes­tens 23. März 2026. Eine Jury ent­schei­det dann, wel­che zwan­zig Projekte geför­dert werden.

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Landkreis

Erzgebürger 2026: bis 31. März Vorschläge für Ehrenamtspreis einreichen

Zum ach­ten Mal loben der Landrat und der Kreistag des Erzgebirgskreises den Ehrenamtspreis „Erzgebürger“ aus. Man kann dafür Personen, Vereine, Gruppierungen, Institutionen oder Projekte im Landkreis vorschlagen.

Es gibt vier Kategorien: Engagement für das Gemeinwohl, Engagement für eine lebens­wer­te Heimat, Engagement für Kultur, Sport und Tourismus sowie „Jung und enga­giert im ERZ“.

Die Vorschläge sind bis Montag, 31. März 2026, ein­zu­rei­chen, und zwar online, per E‑Mail oder Brief.

Eine Jury ermit­telt die Preisträgerinnen und Preisträger. Diese wer­den bei einer Gala am 6. November 2026 im Kulturhaus Aue bekannt gegeben.

Von der SPD-GRÜNE-Fraktion ist Holger Haase Mitglied der Jury: „Diese Ehrung will Hoffnung wecken, Mut machen, Ansporn sein und fin­det sach­sen­weit viel Beachtung. Der Erzgebirgskreis schenkt sei­nen Ehrenamtlichen damit gro­ße Aufmerksamkeit, ver­bun­den mit Mutmachsignalen an die, die oft im Verborgenen Gutes tun und sich ohne viel Aufheben für die Allgemeinheit oder Hilfsbedürftige einsetzen.“

„Es ist rich­tig und wich­tig, dass der Erzgebirgskreis trotz der ange­spann­ten Haushaltslage an der Auszeichnung fest­hält“, so Fraktionsvorsitzender Thomas Lein. „Die ehren­amt­lich täti­gen Menschen sind für den Zusammenhalt in unse­rer Gesellschaft von wesent­li­cher Bedeutung. Sie über­neh­men Aufgaben, wel­che die Kommunen selbst nicht stem­men kön­nen. Vor ihrer Arbeit kön­nen wir nur den Hut zie­hen und unse­re aller­höchs­te Wertschätzung zeigen.“