Kategorien
Landkreis

Mitmachen im Erzgebirgskreis: Wo laicht der Grasfrosch? Laichballen zählen und Lebensraum bewahren!

Wer hät­te das gedacht: Grasfrösche sind nicht grün. Sie hei­ßen so, weil sie das Jahr größ­ten­teils in feuch­ten Wiesen, Weiden, Gebüschen und Wäldern ver­brin­gen. Tatsächlich haben sie eher eine bräun­li­che Farbe.

Jetzt im Frühjahr, von Anfang März bis Ende April, sind die Grasfrösche unter­wegs, sie machen sich auf zu Teichen, Tümpeln und Weihern, um für Grasfroschnachwuchs zu sorgen.

Der Grasfrosch war mal ein oft gese­he­ner Frühlingsbote in Sachsen. Seit Jahrzehnten gehen sei­ne Bestände stark zurück. Er steht deutsch­land­weit bereits auf der Vorwarnliste.

„Die Amphibien sind die gefähr­dets­te Wirbeltiergruppe im Erzgebirgskreis. Gleichzeitig fällt sie auch am wenigs­ten auf“, so Fraktionsmitglied Kay Meister. „Noch ist der Grasfrosch neben der Erdkröte unser häu­figs­ter hei­mi­scher Lurch. Langfristig ist jedoch von einem deut­li­chen Rückgang der Grasfroschpopulationen im Erzgebirge auszugehen.“

„Der Grasfrosch lei­det an der Veränderung und Zerstörung sei­ner Lebensräume, ins­be­son­de­re in land­wirt­schaft­lich genutz­ten Gebieten. Gefährlich sind für ihn vor allem umwelt­schäd­li­che Stoffe wie Pestizide und die Zerschneidung der Landschaft durch Straßen. Sehr vie­le Tiere ster­ben bei ihrer Laichwanderung, sie haben kei­ne Chance gegen Auto, E‑Bike und Co. Zudem ist ein aus­rei­chen­des Angebot an Laichgewässern von größ­ter Bedeutung für den Schutz die­ser Froschart.“

Wer was für den Grasfrosch tun will, soll­te einen Blick auf Laichgewässer haben, ob in der frei­en Natur oder im eige­nen Garten. Ein Gartenteich ist nur gut für Grasfrösche, wenn kei­ne Fische drin sind.

Man kann auch jetzt, in die­sem Frühjahr, ganz direkt hel­fen, indem man den Grasfroschnachwuchs zählt, also die Laichballen. Das ist dann die Grundlage für Schutzmaßnahmen.

Wo fin­det man Laichballen? Wie zählt man sie? Wo kann man sie mel­den? Die Antworten gibt’s auf der Website des Sächsischen Landesamts für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie, Referat Artenschutz, Auen und Moore unter „Mitmachaktion Grasfrosch“: www.natur.sachsen.de/mitmachaktion-grasfrosch-32794.html

Grasfrosch. Beide Fotos von Kay Meister

Kategorien
Kreistag

Frauenschutzwohnungen im Erzgebirgskreis und digitale Partnerschaftsgewalt

Am 10. Februar 2026 hat­te Fraktionsmitglied Dr. Elke Stadler an Landrat Rico Anton eine Anfrage zur Auslastung der Frauenschutzwohnungen im Landkreis und zum Schutz vor digi­ta­ler Partnerschaftsgewalt gestellt. Die Antwort kam am 27. Februar 2026.

Wir hat­ten geschrie­ben: „Ein nach wie vor wich­ti­ges Thema in der Arbeit der SPD-GRÜNE-Fraktion im Kreistag des Erzgebirgskreises ist die Hilfe für Betroffene häus­li­cher Gewalt. Im Landkreis gibt es bis heu­te nur zwei Frauenschutzwohnungen. Als Fraktion unter­stüt­zen wir wei­ter­hin die Forderung des Landesfrauenrates zur Einrichtung eines eige­nen Frauenschutzhauses im Erzgebirgskreis.

Immer mehr Frauen in Deutschland sind von häus­li­cher Gewalt betrof­fen. Neben kör­per­li­cher und psy­chi­scher Gewalt fin­det Partnerschaftsgewalt zuneh­mend auch digi­tal statt: uner­wünsch­te Kontaktaufnahme, Ortung und Überwachung, Identitätsmissbrauch und ‑dieb­stahl, Veröffentlichung inti­mer Fotos oder Videos, uner­wünsch­te Posts in den sozia­len Medien (Quelle: www.frauenhauskoordinierung.de/themenportal/gewalt-gegen-frauen/gewaltformen/digitale-gewalt).“

Unsere Fragen:

  1. Wie hoch war 2025 die Auslastung der zwei Frauenschutzwohnungen im Erzgebirgskreis?
  2. Wurden von häus­li­cher Gewalt Betroffene aus dem Erzgebirgskreis an Frauenschutzeinrichtungen in Chemnitz und ande­ren Landkreisen ver­wie­sen? Wenn ja, wie vie­le und wohin?
  3. Wie gewähr­leis­tet der Landkreis in den Frauenschutzwohnungen einen Schutz der Betroffenen vor digi­ta­ler Partnerschaftsgewalt?

Die Antworten aus dem Landratsamt:

  1. Seit 05/2025 wer­den im Landkreis Erzgebirgskreis drei Schutzwohnungen vor­ge­hal­ten. 2025 fan­den 18 Frauen mit ins­ge­samt 19 Kindern Schutz in den Frauenschutzwohnungen.
  2. Dies ist mei­nem Haus nicht bekannt.
  3. Es ist nicht Aufgabe mei­nes Hauses, einen Schutz der Betroffenen vor digi­ta­ler Partnerschaftsgewalt sicher­zu­stel­len. Die Frauen wer­den in den Schutzwohnungen durch Fachkräfte unter­stützt und betreut. Es wer­den grund­sätz­lich auch in den Frauenschutzwohnungen Sicherheits- und Schutzmaßnahmen vor­ge­hal­ten. Die Schutzbedürftigen wer­den umfas­send bera­ten und fach­lich begleitet.

Dazu Dr. Elke Stadler: „Die Antwort aus dem Landratsamt bringt uns lei­der kaum neue Erkenntnisse. Wir wis­sen jetzt zwar, dass es seit Mai ver­gan­ge­nen Jahres drei statt zwei Frauenschutzwohnungen im Erzgebirgskreis gibt – dies spricht für einen stei­gen­den Bedarf.

Die Auslastung der Schutzwohnungen für 2025 ermög­licht kei­ne Aussage dar­über, ob die vor­han­de­nen Plätze aus­rei­chen oder ob der tat­säch­li­che Bedarf höher ist. Hier wäre eine Auskunft des Landratsamts zur Anzahl der von häus­li­cher Gewalt Betroffenen, die an Frauenhäuser in Nachbarlandkreisen ver­wie­sen wur­den, hilf­reich gewe­sen. Dass das Landratsamt sol­che Zahlen nicht kennt oder nicht offen­le­gen möch­te, kri­ti­sie­ren wir.

Zudem scheint der Landkreis bezüg­lich des Schutzes der Betroffenen vor digi­ta­ler Partnerschaftsgewalt momen­tan doch etwas über­for­dert zu sein.“

Aus den Antworten ergibt sich Nachfragebedarf. Die zwei neu­en Fragen haben wir am heu­ti­gen 2. März 2026 ans Landratsamt gemailt:

  1. Wie genau sah die Belegung der zwei und ab Mai drei Frauenschutzwohnungen im Erzgebirgskreis im Jahr 2025 aus? Bitte schlüs­seln Sie nach Dauer der Aufenthalte und Anzahl der Personen auf.
  2. An wen kön­nen wir uns wen­den, um zu erfah­ren, wie vie­le von häus­li­cher Gewalt Betroffene aus dem Erzgebirgskreis an Frauenschutzeinrichtungen in Chemnitz und ande­ren Landkreisen ver­wie­sen wurden?

Dr. Elke Stadler: „Frauenschutzwohnungen und Frauenschutzhäuser bie­ten Frauen, die von häus­li­cher Gewalt betrof­fen sind, Schutz und Zuflucht. Ein Frauenschutzhaus kann das umfas­sen­der leis­ten als Schutzwohnungen. Deshalb blei­ben wir als Kreistagsfraktion an unse­rer Forderung nach einem eige­nen Frauenschutzhaus im Erzgebirgskreis dran!“


Kategorien
Landkreis

Kommunales Bürgerbudget 2026: 40.000 Euro für Projekte vor Ort im Erzgebirgskreis

Der Freistaat Sachsen und der Erzgebirgskreis stel­len 2026 wie­der ein kom­mu­na­les Bürgerbudget in Höhe von 40.000 Euro bereit. Insgesamt zwan­zig Projekte wer­den mit einem Betrag von jeweils 2.000 Euro unter­stützt. Bewerben kön­nen sich dafür Bürgerinnen und Bürger des Erzgebirgskreises ab sech­zehn Jahren sowie gemein­nüt­zi­ge Verbände und Vereine.

Die Projekte müs­sen einen direk­ten Bezug zum eige­nen Wohnort bzw. der Gemeinde haben und den Menschen vor Ort zugu­te kom­men. Das Landratsamt nennt als Beispiele: Anlegen von Streuobstwiese/Blumenwiese/Kräutergarten, Bank/Wanderweg, Beschilderung his­to­ri­scher Gebäude und Stadtgeschichtliches, Spielplatzgestaltung, Naturschutzprojekte, Kostüme für Umzüge, Nachbarschaftsprojekte, Mitfahrbank, Büchertauschtelefonzelle, Unterstellmöglichkeit für Skatepark/Fahrräder, Grillstellen/Feuerstellen/Ortspyramide.

Die zustän­di­ge Gemeinde muss über das Projekt infor­miert wer­den und auch eine kur­ze Stellungnahme für den Antrag bei­steu­ern. Wichtig: Das Projekt muss im Laufe die­ses Jahres, also bis 31. Dezember 2026, umge­setzt werden.

Der Antrag ist online aus­zu­fül­len und ein­zu­rei­chen, bis spä­tes­tens 23. März 2026. Eine Jury ent­schei­det dann, wel­che zwan­zig Projekte geför­dert werden.

Kategorien
Landkreis

Erzgebürger 2026: bis 31. März Vorschläge für Ehrenamtspreis einreichen

Zum ach­ten Mal loben der Landrat und der Kreistag des Erzgebirgskreises den Ehrenamtspreis „Erzgebürger“ aus. Man kann dafür Personen, Vereine, Gruppierungen, Institutionen oder Projekte im Landkreis vorschlagen.

Es gibt vier Kategorien: Engagement für das Gemeinwohl, Engagement für eine lebens­wer­te Heimat, Engagement für Kultur, Sport und Tourismus sowie „Jung und enga­giert im ERZ“.

Die Vorschläge sind bis Montag, 31. März 2026, ein­zu­rei­chen, und zwar online, per E‑Mail oder Brief.

Eine Jury ermit­telt die Preisträgerinnen und Preisträger. Diese wer­den bei einer Gala am 6. November 2026 im Kulturhaus Aue bekannt gegeben.

Von der SPD-GRÜNE-Fraktion ist Holger Haase Mitglied der Jury: „Diese Ehrung will Hoffnung wecken, Mut machen, Ansporn sein und fin­det sach­sen­weit viel Beachtung. Der Erzgebirgskreis schenkt sei­nen Ehrenamtlichen damit gro­ße Aufmerksamkeit, ver­bun­den mit Mutmachsignalen an die, die oft im Verborgenen Gutes tun und sich ohne viel Aufheben für die Allgemeinheit oder Hilfsbedürftige einsetzen.“

„Es ist rich­tig und wich­tig, dass der Erzgebirgskreis trotz der ange­spann­ten Haushaltslage an der Auszeichnung fest­hält“, so Fraktionsvorsitzender Thomas Lein. „Die ehren­amt­lich täti­gen Menschen sind für den Zusammenhalt in unse­rer Gesellschaft von wesent­li­cher Bedeutung. Sie über­neh­men Aufgaben, wel­che die Kommunen selbst nicht stem­men kön­nen. Vor ihrer Arbeit kön­nen wir nur den Hut zie­hen und unse­re aller­höchs­te Wertschätzung zeigen.“


Kategorien
Landkreis

Unsere Rede zur Vollversammlung des Kreisschülerrats des Erzgebirgskreises am 13. Januar 2026

Der Kreisschülerrat des Erzgebirgskreises hat­te am Dienstag, den 13. Januar 2026, sei­ne 2. Vollversammlung. Mitte Dezember erhielt Thomas Lein, Vorsitzender der SPD-GRÜNE-Fraktion im Kreistag, dafür eine Einladung – eben­so wie die ande­ren Kreistagsfraktionen und der Landrat.

Die Delegierten der Schulen des Landkreises woll­ten die Standpunkte der Fraktionen zur Jugendbeteiligung im Erzgebirgskreis ken­nen­ler­nen und es soll­te eine Grundlage für einen kon­struk­ti­ven Austausch sowie eine zukünf­ti­ge Zusammenarbeit geschaf­fen werden.

Drei Leifragen schlug der Vorstand des Kreisschülerrats für einen fünf­mi­nü­ti­gen Redebeitrag vor:

  1. Welche Bedeutung hat Jugendbeteiligung aus Sicht Ihrer Fraktion, ins­be­son­de­re auf Kreisebene?
  2. Auf wel­che Weise unter­stützt Ihre Fraktion die Arbeit des Kreisschülerrats kon­kret bzw. wel­che Möglichkeiten der Unterstützung sehen Sie künftig?
  3. Welche poli­ti­schen Ziele ver­fol­gen SPD und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Erzgebirgskreis, um jun­ge Menschen stär­ker ein­zu­bin­den und ihre Anliegen sicht­bar zu machen?

Thomas Lein konn­te lei­der nicht teil­neh­men, sodass Philipp Riese aus dem Vorstand von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Erzgebirge die Fraktion bei der Veranstaltung in Annaberg-Buchholz ver­tre­ten hat.

Freie Wähler, BSW und LINKE hat­ten eben­falls jeman­den zur Vollversammlung geschickt. Von der CDU/FDP-Fraktion war nie­mand da, der Landrat war nicht da, auch keine/r sei­ner drei Beigeordneten.

Unten die Rede von Thomas Lein und Philipp Riese zum Nachlesen.


Liebe Schülerinnen und Schüler,

zunächst ein­mal bedan­ken wir uns ganz herz­lich für die Einladung. Leider kann Thomas Lein als Vorsitzender der SPD-GRÜNE-Fraktion nicht teil­neh­men. Er ist ter­min­lich als Bürgermeister stark ein­ge­bun­den und die Einladung kam auch etwas kurz­fris­tig. Wir woll­ten euch nicht hän­gen las­sen. Eure Fragen sind wich­tig, und ihr sollt eine per­sön­li­che Antwort bekom­men. Deshalb haben die Grünen und die SPD jeman­den geschickt, der sich gut mit Jugendarbeit auskennt.

Der Erzgebirgskreis steht aus demo­gra­fi­scher Sicht vor einer schwe­ren Zukunft. Modellrechnungen des Statistischen Landesamtes gehen vom größ­ten Bevölkerungsrückgang in ganz Sachsen aus. Gleichzeitig wird von einer Steigerung des Durchschnittsalters aus­ge­gan­gen. Deshalb ist es umso wich­ti­ger, dass der Jugend eine Stimme gege­ben wird, und die­se muss auch gehört wer­den. Es gibt vie­le Themen, bei denen ihr ein Mitspracherecht haben soll­tet. Eure Meinungen und Interessen soll­ten wir nicht ein­fach übergehen.

Grundsätzlich sieht § 43a der Sächsischen Landkreisordnung eine Beteiligung bei Planungen und Vorhaben vor, die die Interessen von Kindern und Jugendlichen berüh­ren. Hierzu soll der Landkreis ent­spre­chen­de Verfahren ent­wi­ckeln. Unsere Fraktion ist der Meinung, dass dies aus­bau­fä­hig ist! Das Gesetz lässt dem Kreis viel Spielraum. Was der Kreis dar­aus macht, ist letzt­lich ein Ausdruck davon, wie ernst die Kreisrätinnen und Kreisräte das Thema nehmen.

Wenn wir über ech­te Jugendbeteiligung spre­chen, dann nicht über ein paar sym­bo­li­sche Aktionen, son­dern über Strukturen, die jun­gen Menschen dau­er­haft eine Stimme geben. Ein wich­ti­ger Baustein dafür sind unse­re Jugenddialoge und Jugendforen. Das sind kreis­wei­te Veranstaltungen, bei denen Jugendliche zu den Themen gehört wer­den, die sie selbst betref­fen. Dort ent­steht Raum für Austausch, für Kritik, für Ideen und vor allem für das Gefühl, dass ihre Perspektiven ernst genom­men werden.

Ein gutes Beispiel für ech­te Jugendbeteiligung ist das Landratsamt im Kreis Reutlingen, genau­er gesagt das Kreisjugendamt. Sie koor­di­nie­ren und unter­stüt­zen Veranstaltungen fach­lich – dadurch haben Jugendliche ver­läss­li­che Ansprechpersonen und ihre Anliegen kön­nen struk­tu­riert in den poli­ti­schen Prozess einfließen.

Ein gutes Beispiel für gelun­ge­ne Jugendbeteiligung fin­det sich auch im Landkreis Teltow‑Fläming. Dort ist die Kinder- und Jugendbeteiligung fest in der Hauptsatzung ver­an­kert. Die Verwaltung ist ver­pflich­tet, jun­ge Menschen bei allen kreis­wei­ten Vorhaben alters­ge­recht ein­zu­be­zie­hen. Auf die­ser Grundlage wur­de ein umfas­sen­des Beteiligungskonzept ent­wi­ckelt, das über die Fachämter des Landratsamtes umge­setzt wird. Auch dort gibt es, wie bei uns, noch kei­nen Jugendkreisrat oder Jugendkreistag. Aber der Landkreis zeigt, wie gewähl­te oder beru­fe­ne jun­ge Vertreterinnen und Vertreter sys­te­ma­tisch in die Zusammenarbeit mit Verwaltung und Landrat ein­ge­bun­den wer­den kön­nen. So ent­steht eine ver­bind­li­che Struktur, die Jugendlichen ech­te Mitgestaltung ermöglicht.

Ein Blick in wei­te­re Landkreise zeigt, wie viel­fäl­tig Jugendbeteiligung bereits umge­setzt wird. In Wunsiedel ent­schei­den Jugendliche aktiv über die Vergabe von Fördermitteln mit und sind über das Landratsamt direkt in die Projektförderung ein­ge­bun­den. Der Kreis Unna setzt mit einem eige­nen Jugendkreistag auf eine fes­te Interessenvertretung, die regel­mä­ßig mit Landrat und Verwaltung im Austausch steht und den Kreistag bera­tend unter­stützt. Im Kreis Mettmann über­nimmt ein dau­er­haft ein­ge­rich­te­ter Kreisjugendrat die­se Rolle: Er ist eng an das Landratsamt ange­bun­den, arbei­tet in Verwaltungsprozessen mit und ver­tritt die Anliegen jun­ger Menschen auf Kreisebene.

Diese Beispiele zei­gen, dass ein enger Austausch und eine ech­te Zusammenarbeit mit­ein­an­der mög­lich und nötig sind. Und genau da liegt auch das Problem. Bisher gab es wenig Kontakt mit dem Kreisschülerrat und unse­rer Fraktion. Das gehört geän­dert. Ihr seid ein­ge­la­den, immer auf uns zuzu­kom­men mit euren Anliegen. Das müs­sen kei­ne for­mel­len Treffen sein, son­dern gern auch ein­fach per Videokonferenz.

Unsere Fraktion setzt sich für eine sozi­al gerech­te, nach­hal­ti­ge und bür­ger­na­he Entwicklung des Landkreises ein. Ein beson­de­rer Schwerpunkt liegt dabei auf der Stärkung des gesell­schaft­li­chen Zusammenhalts und dem Erhalt zen­tra­ler sozia­ler Angebote. Dazu gehört auch die Schulsozialarbeit. Deren Ausstattung wur­de in der ver­gan­ge­nen Legislaturperiode durch den Einsatz von SPD und Grünen im Landtag deut­lich verbessert.

Gleichzeitig enga­giert sich die Fraktion für Umwelt- und Naturschutz, etwa den Schutz von Arten und Lebensräumen sowie die Förderung öko­lo­gi­scher Bildungsarbeit. Auch kul­tu­rel­le Vielfalt, Heimatpflege und regio­na­le Identität spie­len eine wich­ti­ge Rolle, weil sie wesent­lich zur Lebensqualität im Erzgebirgskreis beitragen.

In finanz- und struk­tur­po­li­ti­schen Fragen setzt die Fraktion auf Transparenz, demo­kra­ti­sche Mitwirkung und eine ver­ant­wor­tungs­vol­le Haushaltsführung, die den Landkreis lang­fris­tig sta­bil und zukunfts­fä­hig hält. Dazu gehört aus­drück­lich NICHT die sym­bo­li­sche Blockade von Pflichtzahlungen, die auch die Jugendarbeit betref­fen. Natürlich muss die Finanzierung gesi­chert sein, unter­stützt durch Bund und Land. Doch die­ser Konflikt darf nicht zulas­ten der­je­ni­gen gehen, die kein ech­tes Mitspracherecht besit­zen – vor allem nicht zulas­ten der Kinder und Jugendlichen.

Kategorien
Fraktion

Weihnachtsgruß der SPD-GRÜNE-Fraktion im Erzgebirgskreistag

2025 neigt sich dem Ende zu – ein Jahr, das die SPD-GRÜNE-Kreistagsfraktion mit viel Engagement, Gesprächen und kon­kre­ten Themen im Erzgebirgskreis gestal­tet hat. Ein paar Beispiele sei­en hier genannt.

Ehrenamt stär­ken und würdigen

Im November wur­de der Ehrenamtspreis „Erzgebürger“ zum sieb­ten Mal ver­lie­hen. An der Gala im Kulturhaus Aue nah­men Fraktionsvorsitzender Thomas Lein und „Erzgebürger“-Jurymitglied Holger Haase teil. In den Laudationen wur­de deut­lich: Ehrenamtliches Engagement ist das Rückgrat unse­rer Gesellschaft und ver­dient höchs­te Anerkennung. Den Preisträgerinnen und Preisträgern gilt unser herz­li­cher Glückwunsch und Dank für ihre tat­kräf­ti­ge Arbeit!

Natur und Artenvielfalt fördern

Gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern set­zen wir uns für den Schutz von Wildbienen, Insekten und typi­schen Landschaftselementen wie Bergwiesen ein. Unsere Veranstaltung Ende Juli in Rübenau bot Raum für Austausch und prak­ti­sche Hinweise zum Naturschutz.

Natur- und Artenschutz weiterdenken

Beiträge über bedroh­te Arten wie Erdkröten oder die Bedeutung von Bäumen wie der Linde als Heil- und Kulturbaum haben wich­ti­ge öko­lo­gi­sche Themen in den Fokus gerückt und zur Diskussion über Lebensraum und Klimawandel angeregt.

Bildung und Gesellschaft

Wir haben uns inten­siv mit dem Thema Schulsozialarbeit beschäf­tigt – einer zen­tra­len Unterstützung für Kinder und Jugendliche, die in Schulen eine wich­ti­ge Rolle für Förderung, Beratung und Prävention spielt.


Kurzum: Vielfalt, Engagement und Respekt vor Natur und Mitmenschen ste­hen im Mittelpunkt unse­rer Fraktionsarbeit – getra­gen von dem Wunsch, unse­ren Landkreis gemein­sam voranzubringen.

Zu Weihnachten wün­schen wir Ihnen fried­vol­le Tage im Kreise Ihrer Familie, Freundinnen und Freunde, Kraft und Zuversicht für das neue Jahr und Momente der Ruhe und des Miteinanders.

Gerade in her­aus­for­dern­den Zeiten sind Solidarität und Aufmerksamkeit für­ein­an­der beson­ders wich­tig – mit­ein­an­der reden, ein­an­der zuhören.

In die­sem Sinne dan­ken wir Ihnen für Ihr Vertrauen, Ihre Impulse und dafür, dass Sie unse­re Arbeit im Landkreis inter­es­siert verfolgen.

Frohe Weihnachten und ein gutes, gesun­des neu­es Jahr 2026!

Ihre SPD-GRÜNE-Fraktion im Kreistag des Erzgebirgskreises – Thomas Lein, Kay Meister, Undine Fritzsche, Holger Haase, Elke Stadler und Hendrik Uhlmann


Hilfe-Telefonnummern

Bei per­sön­li­chen Problemen und Sorgen fin­den Sie auch in der Weihnachtszeit Hilfe und Unterstützung bei Beratungsstellen und Hilfetelefonen.

Kategorien
Landkreis

Kulturhauptstadtjahr Chemnitz 2025 ist vorbei – der Purple Path bleibt

Anfang Januar begann das Kulturhauptstadtjahr Chemnitz 2025, am letz­ten Novemberwochenende ende­te es. Der Purple Path jedoch besteht wei­ter­hin. Mitte April war der Kunst- und Skulpturenweg offi­zi­ell eröff­net wor­den, und er wird auch nach 2025 Chemnitz mit 38 Städten und Gemeinden im Umland ver­bin­den. Die Kunstwerke sol­len auf Jahrzehnte erhal­ten bleiben.

Eins ist erst am 28. November ein­ge­weiht wor­den, James Turrells Lichtskulptur „Beyond Horizons 2025“ in Oelsnitz/Erzgeb. Dazu Fraktionsvorsitzender Thomas Lein: „Als Teil des regio­na­len Kunst- und Kulturprojekts Purple Path schlägt die Installation eine Brücke zwi­schen Orten, Menschen und künst­le­ri­schen Positionen. Der Purple Path ver­bin­det inter­na­tio­na­le Kunst mit der erz­ge­bir­gi­schen Landschaft und Industriegeschichte – Turrells Arbeit wird dabei zu einem neu­en, strah­len­den Mittelpunkt.“

Ein gro­ßer Fan und Unterstützer des Purple Path ist auch Fraktionsmitglied Holger Haase: „Der Purple Path hat sich, nach­dem er anfangs zum Teil belä­chelt oder gar ver­spot­tet wur­de, zu einem tou­ris­ti­schen Anziehungspunkt der gan­zen Region ent­wi­ckelt. Ich konn­te beob­ach­ten, wie unent­wegt klei­ne oder grö­ße­re Gruppen auf dem Kunst- und Skulpturenweg unter­wegs waren. Zu Fuß, mit Fahrrad und Handy-App, mit eige­nem Auto oder orga­ni­siert in Busreisen.

Dies tat und tut unse­rer Region gut, denn die Besucherinnen und Besucher befas­sen sich größ­ten­teils auch mit dem Drumherum und kom­men auf die­se Weise auf die Spuren unse­rer hei­mat­li­chen Schätze. Der Purple Path wird nach- und wei­ter­wir­ken, da bin ich mir sicher. Heute heißt es oft: ‚Das muss man gese­hen haben‘ oder ‚Du warst wirk­lich noch nicht dort?‘ Mein Tipp: Bleiben Sie neugierig …“ ‎

(Bild von links oben im Uhrzeigersinn: „Modified Social Bench for Jahnsdorf #1“ von Jeppe Hein in Jahnsdorf,  Foto von Elke Stadler; „Zwei in ein ander Gewobene“ von Olaf Holzapfel in Amtsberg OT Dittersdorf, Foto von Holger Haase; „Plywood“ von Jay Gard in Olbernhau, Foto von Holger Haase; „Fließgleichgewicht“ von Michael Sailstorfer in Zschopau, Foto von Nils Sigmund)


Weiterlesen zum Purple Path:

Kategorien
Landkreis

„Beyond Horizons 2025“ – ein neues Lichtkunst-Wahrzeichen im Erzgebirge

Text: Thomas Lein

Mit „Beyond Horizons 2025“ ist in Oelsnitz/Erzgeb. ein Kunstwerk ent­stan­den, das in Deutschland und Europa sei­nes­glei­chen sucht. Geschaffen vom welt­be­rühm­ten Lichtkünstler James Turrell, zählt die Installation bereits jetzt zu den bedeu­tends­ten kul­tu­rel­len Neuzugängen der Region und dar­über hin­aus. Turrell, einer der prä­gends­ten Künstler unse­rer Zeit, nutzt seit Jahrzehnten Licht als Material, um Räume zu for­men und Wahrnehmung zu ver­än­dern. Seine Werke – von den Lichtkammern auf der japa­ni­schen Kunstinsel Naoshima bis zu monu­men­ta­len Projekten wie dem Roden Crater in den USA – üben welt­weit eine ein­zig­ar­ti­ge Faszination aus. Nun ist ein sol­ches Meisterwerk erst­mals im Erzgebirge begehbar.

Ein Raum ohne Schatten – eine Erfahrung außer­halb der Zeit

Wer den Raum von „Beyond Horizons 2025“ betritt, befin­det sich nicht ein­fach in einer Ausstellung – son­dern taucht in eine ande­re Wirklichkeit ein. Turrells Lichtarchitekturen schaf­fen eine Umgebung, in der es kei­ne Schatten, kei­ne Orientierungspunkte und kei­nen fes­ten Raumbezug mehr gibt. Farben ver­schmel­zen, Flächen ver­flüs­si­gen sich, Bewegungen wer­den stil­ler – Zeit scheint sich aus­zu­deh­nen oder ganz zum Stehen zu kommen.

Um die­se sel­te­ne Intensität des Erlebens zu ermög­li­chen, ist die Zahl der Besucherinnen und Besucher bewusst begrenzt: Pro Zeitfenster kön­nen ledig­lich rund zehn Personen in die Installation ein­tre­ten. So ent­steht ein Moment der Ruhe, der Konzentration und des tie­fen Eintauchens, den kaum eine ande­re Kunstform ermöglicht.

Ein ein­ma­li­ger Ort in Sachsen, Deutschland und Europa

Die Installation ist auf­grund ihrer licht­künst­le­ri­schen Qualität außer­ge­wöhn­lich, aber auch wegen ihres spek­ta­ku­lä­ren Rahmens: In Oelsnitz wur­de eine impo­san­te ehe­ma­li­ge Industriehalle zu einem moder­nen Ausstellungsort umge­stal­tet, der die Wirkung der Lichtarchitektur noch­mals verstärkt.

In Europa, Deutschland und Sachsen ist die Arbeit abso­lut ein­zig­ar­tig, es fin­det sich kaum ein ver­gleich­ba­res Turrell-Werk die­ser Größenordnung und Präzision. Mit „Beyond Horizons 2025“ erhält das Erzgebirge ein Kunstwerk, das das Potenzial hat, zu einem iko­ni­schen Pilgerort für Kunstliebhaber zu werden.

Verbindungskraft für eine gan­ze Region – Teil des Purple Path

Als Teil des regio­na­len Kunst- und Kulturprojekts Purple Path schlägt die Installation eine Brücke zwi­schen Orten, Menschen und künst­le­ri­schen Positionen. Der Purple Path ver­bin­det inter­na­tio­na­le Kunst mit der erz­ge­bir­gi­schen Landschaft und Industriegeschichte – Turrells Arbeit wird dabei zu einem neu­en, strah­len­den Mittelpunkt.

Sie macht Kunst erleb­bar, nicht bloß sicht­bar, und hebt das Erzgebirge als Kulturregion auf eine neue Ebene. Die Strahlkraft eines sol­chen Ortes kann weit über die Region hin­aus wir­ken – als Aushängeschild, Identifikationspunkt und kul­tu­rel­ler Magnet für Menschen aus ganz Europa.


Thomas Lein ist Vorsitzender der SPD-GRÜNE-Fraktion im Kreistag des Erzgebirgskreises und Mitglied im Kreis- und Finanzausschuss. Er lebt in Oelsnitz/Erzgeb. und ist Bürgermeister der Stadt.

Am 28. November 2025 wur­de „Beyond Horizons 2025“ ein­ge­weiht, seit dem 29. November ist das Kunstwerk für Besucherinnen und Besucher zu erleben.

Die begeh­ba­re Lichtinstallation befin­det sich in Oelsnitz/Erzgeb. auf dem Gelände des ehe­ma­li­gen Karl-Liebknecht-Schachtes in der Halle 18, gleich neben dem Steinkohlenbergbaumuseum Kohlewelt, das eine Einrichtung des Erzgebirgskreises ist.

Kategorien
Landkreis

Hoffnung wecken, Mut machen, Ansporn sein: Verleihung des „Erzgebürger 2025“

Am ver­gan­ge­nen Freitag, den 7. November 2025, wur­de im Kulturhaus Aue zum sieb­ten Mal der Ehrenamtspreis des Erzgebirgskreises „Erzgebürger“ ver­lie­hen, und zwar in den Kategorien „Engagement für das Gemeinwohl“, „Engagement für eine lebens­wer­te Heimat“, „Engagement für Kultur, Sport und Tourismus“ sowie „Jung und enga­giert im ERZ“. An der fest­li­chen Gala nah­men von der SPD-GRÜNE-Fraktion Vorsitzender Thomas Lein und Holger Haase teil, der Mitglied in der „Erzgebürger“-Jury ist.

„Erzgebürger“-Gala am 7. November 2025. Foto: Holger Haase

Mit dem „Erzgebürger“-Preis und der Gala soll zum einen kon­kret Menschen gedankt wer­den, die Zeit und Herzblut in ein Ehrenamt ste­cken. Zum andern rich­tet sich bei die­ser Gelegenheit der Scheinwerfer aufs Ehrenamt ins­ge­samt. „Sie wer­den gese­hen. Sie wer­den geach­tet. Sie sind nicht ver­ges­sen – auch wenn Sie heu­te nicht zu den Preisträgern oder Nominierten gehö­ren“ war dem­entspre­chend auch der Tenor ver­schie­de­ner Laudationen und der Ansprache von Landrat Rico Anton.

„Diese Ehrung will Hoffnung wecken, Mut machen, Ansporn sein und fin­det sach­sen­weit viel Beachtung“, so Holger Haase. „Das spie­gel­te sich in den Würdigungen ver­schie­de­ner pro­mi­nen­ter Rednerinnen und Redner aus Bundes- und Landespolitik wider. Der Erzgebirgskreis schenkt sei­nen Ehrenamtlichen gro­ße Aufmerksamkeit, ver­bun­den mit Mutmachsignalen an die, die oft im Verborgenen Gutes tun und sich ohne viel Aufheben für die Allgemeinheit oder Hilfsbedürftige ein­set­zen. Das Erzgebirge ist damit ein Leuchtturm im gan­zen Freistaat. Die zehn Preisträgerinnen und Preisträger wur­den in ver­schie­de­nen Medien genannt, die gesam­te Verleihung kann auch im Nachhinein auf YouTube ange­schaut wer­den. Für alle Beteiligten war es eine beein­dru­cken­de Veranstaltung in einem beacht­li­chen kul­tu­rel­len und kuli­na­ri­schen Rahmen.

Mein per­sön­li­cher Favorit war der Friedensglocke Fichtelberg e. V. aus Schwarzenberg, Sieger in der Kategorie ‚Engagement für das Gemeinwohl‘. Faszinierend schon der Gedanke, mit einer Glocke auf dem Fichtelberg weit­hin hör- und sicht­bar an die wie­der­ge­won­ne­ne Einheit Deutschlands zu erin­nern und gleich­zei­tig Mahnung für den Frieden in der Welt zu sein. Noch grö­ße­ren Respekt nötigt die mate­ri­el­le und geis­tig-kör­per­li­che Leistung ab, die der Verein auf­brach­te, der eigens für die Ersatzbeschaffung der mut­wil­lig beschä­dig­ten ers­ten Glocke gegrün­det wur­de: Neuguss in Innsbruck, Bau und Aufstellung eines neu­en Glockenstuhls, Organisation des Läutedienstes und vie­les mehr. Alles in der Freizeit und größ­ten­teils mit Spendenmitteln.“

Mitglieder des Friedensglocke Fichtelberg e. V. Foto: Holger Haase

„Die finan­zi­el­len Rahmenbedingungen für den ‚Erzgebürger‘-Preis waren in die­sem Jahr weni­ger gut. Finanziert wird das Event aus Steuermitteln und mit­hil­fe von Sponsoren wie der Erzgebirgssparkasse. Erstmals betrat 2025 ein neu­er Unterstützer die Bühne: eins ener­gie in sach­sen. Mit die­sem leis­tungs­star­ken Partner ist die Zukunft des ‚Erzgebürger‘ nun ein Stück weit auch zukünf­tig auf siche­re Füße gestellt“, schließt Holger Haase.

„Es ist rich­tig und wich­tig, dass der Erzgebirgskreis trotz der ange­spann­ten Haushaltslage an der Auszeichnung fest­hält“, betont Thomas Lein. „Die ehren­amt­lich täti­gen Menschen sind für den Zusammenhalt in unse­rer Gesellschaft von wesent­li­cher Bedeutung. Sie über­neh­men Aufgaben, wel­che die Kommunen selbst nicht stem­men kön­nen. Vor ihrer Arbeit kön­nen wir nur den Hut zie­hen und unse­re aller­höchs­te Wertschätzung zei­gen. Herzlichen Glückwunsch an die Preisträgerinnen und Preisträger, alles Gute und macht wei­ter so tol­le Arbeit.“

Für den „Erzgebürger 2026“ kann man ab dem 1. Januar 2026 Personen, Vereine, Gruppierungen, Institutionen oder Projekte im Landkreis vor­schla­gen. Vielleicht fällt Ihnen ja jemand ein, die oder der die­sen Preis unbe­dingt erhal­ten sollte?


Alle Preisträgerinnen und Preisträger sowie mehr Infos fin­den Sie hier: https://ehrenamt.erzgebirgskreis.de/erzgebuerger

Kategorien
Landkreis

Igel versus Mähroboter

Jetzt, Ende Oktober, haben die erz­ge­bir­gi­schen Igel hof­fent­lich ihr Winterquartier gefun­den: Erdmulden, Hecken oder Laub- und Reisighaufen. Ein kusch­li­ger Laub- und Reisighaufen ist ihr Favorit. Aber die sind mitt­ler­wei­le rar: Wo wird heut­zu­ta­ge Laub für Igel und Co. lie­gen gelas­sen und nicht direkt entsorgt?

In den ver­gan­ge­nen Wochen waren die eigent­lich nacht­ak­ti­ven Tiere auch manch­mal tags­über unter­wegs, da sie sich für den Winterschlaf Reserven anfut­tern müs­sen. Trotzdem wer­den sie nur noch sel­ten beob­ach­tet. Es gibt immer weni­ger von ihnen, ihr Bestand geht deut­lich zurück. Die Weltnaturschutzunion hat den Igel im Herbst 2024 in der Roten Liste der bedroh­ten Arten erst­mals als „poten­zi­ell gefähr­det“ eingestuft.

Was sind die Ursachen? Fehlender Lebensraum, feh­len­de Nahrung, Gift in der Landschaft, Straßenverkehr. Leben die Igel in der Nähe der Menschen, in Siedlungen und Städten, fin­den sie bei ras­pel­kur­zem Rasen und ohne Gebüsch und Hecken kei­ne Nahrung und kei­ne Plätze, um unterzuschlüpfen.

Ein wei­te­res Problem sind Mähroboter im Dauereinsatz. Igel rol­len sich ein, wenn Gefahr droht. Die meis­ten Mähroboter erken­nen Igel nicht als Hindernis, sie fah­ren ein­fach wei­ter. Die Igel wer­den mehr oder weni­ger schwer ver­letzt oder ster­ben. Die Lösung ist sim­pel: Mähroboter nur tags­über lau­fen las­sen. Igel gehen erst in der Dämmerung auf Nahrungssuche. In Sachsen haben des­halb ers­te Kommunen ein Nachtmähverbot für Mähroboter erlas­sen: In der Stadt Leipzig gilt es seit dem 19. April 2025, in der Stadt Chemnitz seit dem 12. Juni 2025. Die SPD-GRÜNE-Kreistagsfraktion des Erzgebirgskreises begrüßt dies ausdrücklich.

In die­sem Zusammenhang gab es auch Gespräche zwi­schen Fraktionsmitglied Kay Meister und Rico Ott, dem Abteilungsleiter Bau, Verkehr, Umwelt im Landratsamt des Erzgebirgskreises, so anläss­lich des Naturschutzhelfertreffens des Erzgebirgskreises am 14. Juni 2025. Am 4. Juli 2025 erschien auf der Landkreis-Website ein Artikel mit dem Titel „Maßnahmen zum Schutz von Igeln“ mit Hinweisen der unte­ren Naturschutzbehörde im Landratsamt.

Vier Zitate aus dem Artikel, den Kay Meister sehr begrüßt:

  1. „Die unte­re Naturschutzbehörde des Erzgebirgskreises bit­tet zum Schutz von Igeln und ande­ren klei­nen Wirbeltieren um beson­de­re Aufmerksamkeit und Rücksicht beim Betrieb von Mährobotern.“
  2. „Nach § 7 Abs. 2 Nr. 13 c) des Bundesnaturschutzgesetztes (BNatschG) i.V.m. der Anlage 1 der Bundesartenschutzverordnung han­delt es sich bei dem Igel um eine beson­ders geschütz­te Art, für wel­che per Gesetz ins­be­son­de­re ein Verletzung- und Tötungsverbot besteht. Es ist daher jeder Einzelne gefragt, ent­spre­chen­de Schutzmaßnahmen zu ergreifen.“
  3. „Eine beson­de­re, aber ver­meid­ba­re Gefahrenquelle sowohl für Igel als auch ande­re klei­ne Wirbeltiere stellt dabei der ver­mehr­te Einsatz von Mährobotern dar.“
  4. „Aus vor­ge­nann­ten Gründen wer­den daher zum Schutz der däm­me­rungs- und nacht­ak­ti­ven Igel und gleich­zei­tig Sicherstellung des Verletzungsverbots von geschütz­ten Arten im Sinne des BNatschG alle zur eigen­ver­ant­wort­li­chen Vermeidung bzw. Einstellung des Betriebs von jeg­li­chen selbst­tä­ti­gen Servicerobotern in der Dämmerungs- und Nachtzeit ein­dring­lich aufgefordert.“

Die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag hat schließ­lich Anfang Oktober ein Paket an Initiativen in den Sächsischen Landtag ein­ge­bracht, damit der Igel und ande­re Wildtiere in Sachsen künf­tig bes­ser geschützt werden.

Kay Meister dazu: „Auch im Erzgebirgskreis haben vie­le Menschen seit Jahren kei­nen Igel mehr gese­hen. Die meis­ten Kinder dürf­ten aktu­ell auf­wach­sen, ohne jemals einem leben­den Igel zu begeg­nen. Es ist trau­rig, dass die Tiere, wenn über­haupt, meist über­fah­ren am Straßenrand gefun­den wer­den. Nur eine star­ke Igelpopulation kann der­ar­ti­ge Verluste kom­pen­sie­ren. Dazu sind loka­le Maßnahmen für den Schutz der belieb­ten Säugetiere in unse­rem Landkreis drin­gend notwendig.“


Links: