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Klausur der SPD-GRÜNE-Fraktion in Oelsnitz: James Turrell, Kohlewelt und Kreistagsarbeit

Einmal im Jahr trifft sich die SPD-GRÜNE-Fraktion zu einer zwei­tä­gi­gen Klausur, immer an einem ande­ren Ort im Erzgebirgskreis. Kürzlich war es wie­der so weit – am 13. und 14. März 2026 hat­te Fraktionsvorsitzender Thomas Lein nach Oelsnitz ein­ge­la­den, wo er lebt und Bürgermeister ist.

Los ging es mit Halle 18 gleich neben der Kohlewelt: Dort ist seit Ende November 2025 mit „Beyond Horizons“ ein bemer­kens­wer­tes Lichtkunstwerk von James Turrell zu sehen. Pro Zeitfenster dür­fen nur zehn Personen in den Raum, man steht nicht vor der Installation, son­dern man geht hin­ein und ist mit­ten­drin. Kein Schatten, Grenzen ver­schwim­men und wech­seln­de Farben tau­chen Wände und Menschen in ein unwirk­li­ches Licht. Es war eine außer­ge­wöhn­li­che Erfahrung, ermög­licht durch das Kulturhauptstadtjahr Chemnitz 2025. „Beyond Horizons“ ist ein Bestandteil des Purple Path, wird aber lan­ge dar­über hin­aus wir­ken: Mindestens fünf­zehn Jahre soll es in Halle 18 bleiben.

„Mit der Lichtinstallation des welt­weit agie­ren­den Künstlers James Turrell hat Oelsnitz DAS Highlight auf dem Purple Path erhal­ten“, so Fraktionsmitglied Holger Haase. „Die Besucher wer­den in eine Welt des Lichts geführt, die sie bis­her nicht kann­ten. Faszinierend und beeindruckend.“

Am rest­li­chen Freitag war Fraktionssitzung, die nächs­te Kreistagssitzung am 1. April 2026 wur­de so weit mög­lich vor­be­rei­tet, also Themen aus den Gremien bespro­chen. Zudem ging es um Anfragen, die die Fraktion ans Landratsamt gestellt hat und stel­len wird, um Termine und Projekte und all­ge­mein um die Zusammenarbeit in der Fraktion. Am Abend schau­te Simone Lang, Mitglied der SPD-Fraktion im Sächsischen Landtag und Vorsitzende des SPD-Kreisverbands Erzgebirge, vor­bei und gab einen Einblick in ihre Arbeit. Die Kreisverbandsvorsitzenden von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Erzgebirgskreis Heike Schoen und Ruben Ramirez Cutino konn­ten lei­der nicht zur Sitzung kom­men, da am Freitagabend GRÜNEN-Mitgliederversammlung war.

Der Samstag begann wie­der­um mit einem Purple-Path-Kunstwerk: Die Fraktion schau­te sich in Hohndorf beim Rathaus Christina Dolls Figurenpaar „Engel + Bergmann“ an. In Oelsnitz stand anschlie­ßend die Kohlewelt auf dem Programm, das ein­zi­ge Museum in Trägerschaft des Erzgebirgskreises. Vor reich­lich einem Jahr, am 18. Januar 2025, war das Steinkohlenbergbaumuseum nach sechs Jahren Umbau und Sanierung wie­der­eröff­net wor­den, die Kosten dafür lagen bei rund 30 Millionen Euro.

Kuratorin Deborah Weise stell­te die neue Ausstellung umfas­send vor und ging auch auf Gegebenheiten, Hintergründe und Aussichten ein. Das Museum wur­de ab 1976 in Übertageanlagen des Kaiserin-Augusta- bzw. zu DDR-Zeiten Karl-Liebknecht-Schachts auf­ge­baut, in alten Industriegebäuden, was am mar­kan­tes­ten der weit­hin sicht­ba­re Förderturm ver­deut­licht. 1986 war das Museum eröff­net wor­den, 2026 wird es also vier­zig Jahre alt.

Holger Haase: „Den Umbau des Bergbaumuseums in den letz­ten Jahren hat der Kreistag aktiv beglei­tet und mit­ver­ant­wor­tet. Probleme im Bauablauf und in der Finanzierung waren nicht uner­heb­lich. Was letzt­end­lich ent­stand, ist ein Leuchtturm in unse­rer Museumslandschaft. Ich bin mehr als ange­tan von der Gesamtgestaltung. Die Kohlewelt bie­tet Stoff für einen ganz­tä­gi­gen Familienaufenthalt und trägt in gro­ßem Maße zur Wissenserweiterung bei. Die Besucherzahlen spre­chen für sich.“

Tatsächlich konn­te die Kohlewelt in dem einen Jahr seit ihrer Wiedereröffnung bereits über 50.000 Besucherinnen und Besucher begrü­ßen. Die Dauerausstellung ver­mit­telt viel­fäl­ti­ges Wissen rund um den Steinkohlenbergbau in Sachsen, dies auf eine sehr anschau­li­che Art. Oft kann man etwas anfas­sen und ausprobieren.

In diver­sen, anspre­chend gestal­te­ten Räumen wer­den kur­ze Filme zu ver­schie­de­nen Themen gezeigt. Mit einem „Kohlenstück“ und Tipps vom Berggeist geht’s für Kinder und Erwachsene auf eine Entdeckungstour durchs Museum. Wer sich für Technik inter­es­siert, bekommt Technik. Und wer mehr über die Menschen im Steinkohlenbergbau erfah­ren will, kann in Leben und Geschichten stö­bern. Deborah Weise beton­te, dass die Museumsmitarbeitenden wei­ter­hin den Dialog und Austausch mit Menschen suchen, die im Bergbau gear­bei­tet haben oder ander­wei­tig damit zu tun hat­ten, das Museum ent­wick­le sich weiter.

Ein wich­ti­ger Faktor ist Barrierefreiheit, das wer­de künf­tig noch aus­ge­baut. Das Museumsgebäude ver­fügt über ein tak­ti­les Leitsystem. An meh­re­ren Stationen wer­den Ausstellungsobjekte mit Bild und Text in Brailleschrift, mit Hörtexten sowie auf einem Bildschirm in Gebärdensprache sowie Leichter Sprache vorgestellt.

Fazit von Fraktionsmitglied Kay Meister: „Fossile Energieträger haben die Geschichte des Erzgebirges geprägt, mit allen Vor- und Nachteilen. Dies ver­deut­licht die Kohlewelt ein­drucks­voll. Doch Rohstoffe wie Kohle ste­hen für ein abge­schlos­se­nes Kapitel der Entwicklung unse­res Gebirges. Die Zukunft gehört den erneu­er­ba­ren Energien!“

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Mitmachen im Erzgebirgskreis: Wo laicht der Grasfrosch? Laichballen zählen und Lebensraum bewahren!

Wer hät­te das gedacht: Grasfrösche sind nicht grün. Sie hei­ßen so, weil sie das Jahr größ­ten­teils in feuch­ten Wiesen, Weiden, Gebüschen und Wäldern ver­brin­gen. Tatsächlich haben sie eher eine bräun­li­che Farbe.

Jetzt im Frühjahr, von Anfang März bis Ende April, sind die Grasfrösche unter­wegs, sie machen sich auf zu Teichen, Tümpeln und Weihern, um für Grasfroschnachwuchs zu sorgen.

Der Grasfrosch war mal ein oft gese­he­ner Frühlingsbote in Sachsen. Seit Jahrzehnten gehen sei­ne Bestände stark zurück. Er steht deutsch­land­weit bereits auf der Vorwarnliste.

„Die Amphibien sind die gefähr­dets­te Wirbeltiergruppe im Erzgebirgskreis. Gleichzeitig fällt sie auch am wenigs­ten auf“, so Fraktionsmitglied Kay Meister. „Noch ist der Grasfrosch neben der Erdkröte unser häu­figs­ter hei­mi­scher Lurch. Langfristig ist jedoch von einem deut­li­chen Rückgang der Grasfroschpopulationen im Erzgebirge auszugehen.“

„Der Grasfrosch lei­det an der Veränderung und Zerstörung sei­ner Lebensräume, ins­be­son­de­re in land­wirt­schaft­lich genutz­ten Gebieten. Gefährlich sind für ihn vor allem umwelt­schäd­li­che Stoffe wie Pestizide und die Zerschneidung der Landschaft durch Straßen. Sehr vie­le Tiere ster­ben bei ihrer Laichwanderung, sie haben kei­ne Chance gegen Auto, E‑Bike und Co. Zudem ist ein aus­rei­chen­des Angebot an Laichgewässern von größ­ter Bedeutung für den Schutz die­ser Froschart.“

Wer was für den Grasfrosch tun will, soll­te einen Blick auf Laichgewässer haben, ob in der frei­en Natur oder im eige­nen Garten. Ein Gartenteich ist nur gut für Grasfrösche, wenn kei­ne Fische drin sind.

Man kann auch jetzt, in die­sem Frühjahr, ganz direkt hel­fen, indem man den Grasfroschnachwuchs zählt, also die Laichballen. Das ist dann die Grundlage für Schutzmaßnahmen.

Wo fin­det man Laichballen? Wie zählt man sie? Wo kann man sie mel­den? Die Antworten gibt’s auf der Website des Sächsischen Landesamts für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie, Referat Artenschutz, Auen und Moore unter „Mitmachaktion Grasfrosch“: www.natur.sachsen.de/mitmachaktion-grasfrosch-32794.html

Grasfrosch. Beide Fotos von Kay Meister

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Weihnachtsgruß der SPD-GRÜNE-Fraktion im Erzgebirgskreistag

2025 neigt sich dem Ende zu – ein Jahr, das die SPD-GRÜNE-Kreistagsfraktion mit viel Engagement, Gesprächen und kon­kre­ten Themen im Erzgebirgskreis gestal­tet hat. Ein paar Beispiele sei­en hier genannt.

Ehrenamt stär­ken und würdigen

Im November wur­de der Ehrenamtspreis „Erzgebürger“ zum sieb­ten Mal ver­lie­hen. An der Gala im Kulturhaus Aue nah­men Fraktionsvorsitzender Thomas Lein und „Erzgebürger“-Jurymitglied Holger Haase teil. In den Laudationen wur­de deut­lich: Ehrenamtliches Engagement ist das Rückgrat unse­rer Gesellschaft und ver­dient höchs­te Anerkennung. Den Preisträgerinnen und Preisträgern gilt unser herz­li­cher Glückwunsch und Dank für ihre tat­kräf­ti­ge Arbeit!

Natur und Artenvielfalt fördern

Gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern set­zen wir uns für den Schutz von Wildbienen, Insekten und typi­schen Landschaftselementen wie Bergwiesen ein. Unsere Veranstaltung Ende Juli in Rübenau bot Raum für Austausch und prak­ti­sche Hinweise zum Naturschutz.

Natur- und Artenschutz weiterdenken

Beiträge über bedroh­te Arten wie Erdkröten oder die Bedeutung von Bäumen wie der Linde als Heil- und Kulturbaum haben wich­ti­ge öko­lo­gi­sche Themen in den Fokus gerückt und zur Diskussion über Lebensraum und Klimawandel angeregt.

Bildung und Gesellschaft

Wir haben uns inten­siv mit dem Thema Schulsozialarbeit beschäf­tigt – einer zen­tra­len Unterstützung für Kinder und Jugendliche, die in Schulen eine wich­ti­ge Rolle für Förderung, Beratung und Prävention spielt.


Kurzum: Vielfalt, Engagement und Respekt vor Natur und Mitmenschen ste­hen im Mittelpunkt unse­rer Fraktionsarbeit – getra­gen von dem Wunsch, unse­ren Landkreis gemein­sam voranzubringen.

Zu Weihnachten wün­schen wir Ihnen fried­vol­le Tage im Kreise Ihrer Familie, Freundinnen und Freunde, Kraft und Zuversicht für das neue Jahr und Momente der Ruhe und des Miteinanders.

Gerade in her­aus­for­dern­den Zeiten sind Solidarität und Aufmerksamkeit für­ein­an­der beson­ders wich­tig – mit­ein­an­der reden, ein­an­der zuhören.

In die­sem Sinne dan­ken wir Ihnen für Ihr Vertrauen, Ihre Impulse und dafür, dass Sie unse­re Arbeit im Landkreis inter­es­siert verfolgen.

Frohe Weihnachten und ein gutes, gesun­des neu­es Jahr 2026!

Ihre SPD-GRÜNE-Fraktion im Kreistag des Erzgebirgskreises – Thomas Lein, Kay Meister, Undine Fritzsche, Holger Haase, Elke Stadler und Hendrik Uhlmann


Hilfe-Telefonnummern

Bei per­sön­li­chen Problemen und Sorgen fin­den Sie auch in der Weihnachtszeit Hilfe und Unterstützung bei Beratungsstellen und Hilfetelefonen.

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Igel versus Mähroboter

Jetzt, Ende Oktober, haben die erz­ge­bir­gi­schen Igel hof­fent­lich ihr Winterquartier gefun­den: Erdmulden, Hecken oder Laub- und Reisighaufen. Ein kusch­li­ger Laub- und Reisighaufen ist ihr Favorit. Aber die sind mitt­ler­wei­le rar: Wo wird heut­zu­ta­ge Laub für Igel und Co. lie­gen gelas­sen und nicht direkt entsorgt?

In den ver­gan­ge­nen Wochen waren die eigent­lich nacht­ak­ti­ven Tiere auch manch­mal tags­über unter­wegs, da sie sich für den Winterschlaf Reserven anfut­tern müs­sen. Trotzdem wer­den sie nur noch sel­ten beob­ach­tet. Es gibt immer weni­ger von ihnen, ihr Bestand geht deut­lich zurück. Die Weltnaturschutzunion hat den Igel im Herbst 2024 in der Roten Liste der bedroh­ten Arten erst­mals als „poten­zi­ell gefähr­det“ eingestuft.

Was sind die Ursachen? Fehlender Lebensraum, feh­len­de Nahrung, Gift in der Landschaft, Straßenverkehr. Leben die Igel in der Nähe der Menschen, in Siedlungen und Städten, fin­den sie bei ras­pel­kur­zem Rasen und ohne Gebüsch und Hecken kei­ne Nahrung und kei­ne Plätze, um unterzuschlüpfen.

Ein wei­te­res Problem sind Mähroboter im Dauereinsatz. Igel rol­len sich ein, wenn Gefahr droht. Die meis­ten Mähroboter erken­nen Igel nicht als Hindernis, sie fah­ren ein­fach wei­ter. Die Igel wer­den mehr oder weni­ger schwer ver­letzt oder ster­ben. Die Lösung ist sim­pel: Mähroboter nur tags­über lau­fen las­sen. Igel gehen erst in der Dämmerung auf Nahrungssuche. In Sachsen haben des­halb ers­te Kommunen ein Nachtmähverbot für Mähroboter erlas­sen: In der Stadt Leipzig gilt es seit dem 19. April 2025, in der Stadt Chemnitz seit dem 12. Juni 2025. Die SPD-GRÜNE-Kreistagsfraktion des Erzgebirgskreises begrüßt dies ausdrücklich.

In die­sem Zusammenhang gab es auch Gespräche zwi­schen Fraktionsmitglied Kay Meister und Rico Ott, dem Abteilungsleiter Bau, Verkehr, Umwelt im Landratsamt des Erzgebirgskreises, so anläss­lich des Naturschutzhelfertreffens des Erzgebirgskreises am 14. Juni 2025. Am 4. Juli 2025 erschien auf der Landkreis-Website ein Artikel mit dem Titel „Maßnahmen zum Schutz von Igeln“ mit Hinweisen der unte­ren Naturschutzbehörde im Landratsamt.

Vier Zitate aus dem Artikel, den Kay Meister sehr begrüßt:

  1. „Die unte­re Naturschutzbehörde des Erzgebirgskreises bit­tet zum Schutz von Igeln und ande­ren klei­nen Wirbeltieren um beson­de­re Aufmerksamkeit und Rücksicht beim Betrieb von Mährobotern.“
  2. „Nach § 7 Abs. 2 Nr. 13 c) des Bundesnaturschutzgesetztes (BNatschG) i.V.m. der Anlage 1 der Bundesartenschutzverordnung han­delt es sich bei dem Igel um eine beson­ders geschütz­te Art, für wel­che per Gesetz ins­be­son­de­re ein Verletzung- und Tötungsverbot besteht. Es ist daher jeder Einzelne gefragt, ent­spre­chen­de Schutzmaßnahmen zu ergreifen.“
  3. „Eine beson­de­re, aber ver­meid­ba­re Gefahrenquelle sowohl für Igel als auch ande­re klei­ne Wirbeltiere stellt dabei der ver­mehr­te Einsatz von Mährobotern dar.“
  4. „Aus vor­ge­nann­ten Gründen wer­den daher zum Schutz der däm­me­rungs- und nacht­ak­ti­ven Igel und gleich­zei­tig Sicherstellung des Verletzungsverbots von geschütz­ten Arten im Sinne des BNatschG alle zur eigen­ver­ant­wort­li­chen Vermeidung bzw. Einstellung des Betriebs von jeg­li­chen selbst­tä­ti­gen Servicerobotern in der Dämmerungs- und Nachtzeit ein­dring­lich aufgefordert.“

Die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag hat schließ­lich Anfang Oktober ein Paket an Initiativen in den Sächsischen Landtag ein­ge­bracht, damit der Igel und ande­re Wildtiere in Sachsen künf­tig bes­ser geschützt werden.

Kay Meister dazu: „Auch im Erzgebirgskreis haben vie­le Menschen seit Jahren kei­nen Igel mehr gese­hen. Die meis­ten Kinder dürf­ten aktu­ell auf­wach­sen, ohne jemals einem leben­den Igel zu begeg­nen. Es ist trau­rig, dass die Tiere, wenn über­haupt, meist über­fah­ren am Straßenrand gefun­den wer­den. Nur eine star­ke Igelpopulation kann der­ar­ti­ge Verluste kom­pen­sie­ren. Dazu sind loka­le Maßnahmen für den Schutz der belieb­ten Säugetiere in unse­rem Landkreis drin­gend notwendig.“


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Erzgebirgskreis: Erdkröte sucht Retter

Text und Fotos: Kay Meister

In vie­len Märchen begibt sich der Held oder die Heldin auf eine Reise, besteht ein Abenteuer und am Ende sind alle glück­lich. Erdkröten gehen Jahr für Jahr im Frühling auf eine gefähr­li­che Wanderung. Was kön­nen wir tun, damit sie ihr Ziel wohl­be­hal­ten errei­chen und stein­alt für eine Kröte wer­den – also zwölf Jahre und mehr?

Was man tun kann: Krötenzäune betreuen

Auf ihrem Weg zu den Laichgewässern sto­ßen Erdkröten im schlimms­ten Fall auf stark befah­re­ne Straßen, im bes­ten Fall auf Krötenzäune. Man schätzt, dass auf Straßen jähr­lich etwa ein Drittel aller Kröten einer Teichpopulation zu Tode kommen.

Naturschutzverbände im Erzgebirge und ande­re Akteure wie bei­spiels­wei­se die Kirchliche Erwerbsloseninitiative Zschopau betreu­en des­halb Krötenzäune an teils stark befah­re­nen Straßen.

Ehrenamtliche Zaunbetreuer wer­den vie­ler­orts gesucht. Am Morgen kon­trol­lie­ren sie den Fangeimer, bei hohen Zahlen zusätz­lich abends. Sie sam­meln die Kröten vor­sich­tig ein, zäh­len die geret­te­ten Tiere und brin­gen sie in das Laichgewässer.

So die­nen die Krötenzäune zum einen dem Schutz der Tiere, zum ande­ren aber auch der Erfassung der Erdkrötenpopulationen. Tatsache ist: Im Erzgebirge wer­den immer weni­ger Erdkröten regis­triert. Ihre Anzahl nimmt dra­ma­tisch ab.

Was kann man pri­vat noch tun?

Im Umfeld des Hauses oder der Wohnung kann man „Amphibienfallen“ ent­schär­fen, also Gullys, Licht- und Versorgungsschächte, Klärbecken usw. sichern. Man kann im Garten Unterschlüpfe schaf­fen und insek­ten­freund­li­che Pflanzen bevor­zu­gen. Man kann auf Mähroboter ver­zich­ten und auf den Einsatz von Pestiziden. Außerdem ist ein Gartenteich ohne Fische eine Einladung für Kröten. Damit kann man sich ein Naturkino nach Hause holen und was Gutes tun.

Was kön­nen Landkreis, Forst und Landwirtschaft tun?

Mähmaschinen in der Landwirtschaft bedeu­ten für die Erdkröte oft den Tod. Eine amphi­bi­en­freund­li­che­re Alternative sind Studien zufol­ge hand­ge­führ­te Balkenmäher. Zudem emp­feh­len Naturschützer, Streifen am Rand von Kleingewässern und Wiesen für Amphibien und Insekten zu belas­sen und erst im Herbst zu mähen.

Landkreis, Forst und Landwirtschaft soll­ten wei­te­re Laichplätze wie Abgrabungen, Fischteiche, Feuerlöschteiche sowie Kleingewässer im Rahmen von Naturschutzprogrammen in gewäs­ser­ar­men Agrar- und Waldlandschaften anle­gen. Bestehende Laichgewässer soll­ten erhal­ten und gepflegt werden.

Der Eintrag von Pestiziden und Düngemitteln in die Laichgewässer kann gestoppt wer­den. Hecken- und Saumstrukturen in Ackerlandschaften soll­ten erhal­ten oder neu ange­legt wer­den. Initiativen wie „Enkeltaugliche Landwirtschaft“, „Slow-Food“ oder die „Soziale Landwirtschaft“ hal­ten auch im Erzgebirge lang­sam Einzug, sie set­zen auf scho­nen­de Bewirtschaftung, weg von einer hohen Mahdfolge und vom Tiefpflügen.

Der Forst wan­delt die Nadelwaldmonokulturen in unse­rem Mittelgebirge wie­der in sta­bi­le Mischbestände um. Auch die Renaturierung von Auenwäldern hilft, Lebensräume für Erdkröten zu schaffen.


Steckbrief Erdkröte

In Deutschland sind fünf Krötenarten hei­misch: Erd‑, Wechsel‑, Kreuz‑, Knoblauch- und Geburtshelferkröte. In den Berglagen des Erzgebirges kommt jedoch nur die Erdkröte vor. Sie ist neben dem Grasfrosch die häu­figs­te Amphibienart Deutschlands. Trotz star­ker Rückgänge in den letz­ten Jahren ist sie in Sachsen aktu­ell noch flä­chen­de­ckend zu fin­den. Gut zu wis­sen: Alle Amphibienarten gel­ten nach Bundesnaturschutzrecht als „beson­ders geschützt“.

Männliche Erdkröten wer­den bis zu 9 Zentimeter, Weibchen bis zu 11 Zentimeter groß. Die Männchen sind an schwärz­li­chen Schwielen am Daumen und den nächs­ten bei­den Fingern gut zu erken­nen. Die Oberseite der Erdkröte ist ein­heit­lich bräun­lich gefärbt. Krötentypisch sind die Warzen der Haut – dar­in befin­den sich Drüsen zur Absonderung von Sekret gegen Fraßfeinde. Erdkrötenlarven, also Kaulquappen, sind schwarz bis schwarz­braun gefärbt.

Die Erdkröte hält sich vor allem in Laub- und Mischwäldern sowie in Gärten, Parkanlagen und Siedlungsrandbereichen auf – meist meh­re­re hun­dert Meter von ihrem Geburtsgewässer ent­fernt. Landwirtschaftsflächen und stark ver­sie­gel­te Stadtzentren mei­det sie. Tagsüber ver­steckt sie sich unter Laub, Steinen und Brettern, in Erdhöhlen und Komposthaufen oder unter Baumstubben. Auf Nahrungssuche geht sie meist nachts: Regenwürmer, Spinnen, Asseln, Nacktschnecken, Raupen und nacht­ak­ti­ve Insekten ste­hen auf ihrem Speiseplan.


Zur Person:

Kay Meister ist für die SPD-GRÜNE-Fraktion Mitglied der Verbandsversammlung des Zweckverbands Naturpark Erzgebirge/Vogtland. Er ist frei­be­ruf­li­cher Diplom-Biologe und Umweltbildner sowie Kreisnaturschutzbeauftragter.

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Bergwiese, Bienen und Disteln: die Fraktion vor Ort in Rübenau

Am ver­gan­ge­nen Sonntag, den 20. Juli 2025, bot sich in Rübenau die Gelegenheit, Mitglieder der SPD-GRÜNE-Kreistagsfraktion zu tref­fen, und zwar auf der Bergwiese bei den Bienen.

Kreisrat Hendrik Uhlmann ist Hobbyimker und Vorsitzender des Imkervereins Zschopau und Umgebung e. V. Er erzähl­te Wissenswertes und Spannendes über Bienenhaltung, Honiggewinnung und wie es um Nahrung für die Bienen steht. „Vom Frühjahr bis in den Sommer hin­ein, wenn alles blüht, auch die Rapsfelder und die Linden, kön­nen die Bienen genug Nektar und Pollen sam­meln. Danach wird es eng, da Felder und Wiesen im Erzgebirgskreis zumeist inten­siv bewirt­schaf­tet werden.“

Näher als bei die­ser Gelegenheit kann man Bienen kaum kom­men – die Einblicke in das Leben von Arbeitsbienen, Königin und Drohnen gabs sozu­sa­gen live und in Farbe. Ein Hauptjob des Imkers ist es, für die Gesundheit der Bienen zu sor­gen, sodass sie Pflanzen bestäu­ben und Honig lie­fern kön­nen. „Ich emp­feh­le auch unbe­dingt, Honig beim loka­len Imker zu kau­fen“, so Hendrik Uhlmann. „Da weiß man, was drin ist, die­ser Honig hat kei­ne Zusätze. Man unter­stützt die Bienenhaltung vor Ort und damit die Artenvielfalt. In dem Honig sind außer­dem die Pollen der hie­si­gen Pflanzen, was bei Heuschnupfen hel­fen kann.“

Kay Meister ist für die Fraktion Mitglied in der Verbandsversammlung des Zweckverbands Naturpark Erzgebirge/Vogtland sowie Kreisnaturschutzbeauftragter. Er führ­te an dem Tag meh­re­re Gruppen über die Bergwiese zu den Bienenstöcken und hat­te jede Menge Infos zu Flora und Fauna parat. Ein gro­ßes Anliegen von ihm ist der Erhalt der erz­ge­bir­gi­schen Bergwiesen. „Für die Wiesen ist es wich­tig, dass sie blü­hen und ver­blü­hen kön­nen, damit Zittergras, Heidenelke, Arnika, Klappertopf und ande­re typi­sche Bergwiesenpflanzen Samen bil­den und im nächs­ten Jahr wie­der wachsen.“

Für die erz­ge­bir­gi­schen Bergwiesen sowie Bienen und Co. kön­nen alle etwas machen, zum Beispiel Lupinen pflü­cken (Infos dazu hier), ein Insektenhotel bau­en, auf dem Balkon und im Garten insek­ten­freund­li­che Pflanzen bevor­zu­gen, die Wiese blü­hen oder Blühinseln ste­hen lassen.

Antworten auf sämt­li­che Fragen zu dem Thema fin­den sich unter ande­rem auf den Websites von NABU und BUND. Entsprechende Broschüren konn­te man vor Ort anschau­en und mit­neh­men, was auch Fraktionsmitglied Undine Fritzsche nutzte.

Ein abso­lu­ter Favorit bei Insekten, egal ob auf der Bergwiese oder im Garten, ist die Distel. „Ein gro­ßer Vorteil von Disteln ist, dass sie so lan­ge blü­hen, bis in den Spätsommer hin­ein. Damit sind sie eine wich­ti­ge Nahrungsquelle für Insekten“, so Kay Meister. 

Wenn also im Garten Disteln auf­tau­chen und blei­ben dür­fen, ist das für Schmetterling, Hummel, Biene und Co. ganz wun­der­bar. Und für die Menschen, denen der Garten gehört, gibts gra­tis ein fas­zi­nie­ren­des Naturkino. Vielleicht taucht ja gera­de bei Ihnen ein sel­te­ner Schmetterling auf? Probieren Sie’s aus …

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Lupinen auf der Bergwiese im Erzgebirge? Bitte pflücken!

Text: Kay Meister

Viele Lebensräume unse­rer erz­ge­bir­gi­schen Heimat sind auf­grund ihres kar­gen Bodens von aus­ge­spro­che­ner Nährstoffarmut gekenn­zeich­net. Dies betrifft sowohl die Waldstandorte, die einst das gesam­te Gebirge bedeck­ten, als auch die Offenlandbiotope, die im Wesentlichen durch die Tätigkeit des Menschen ent­stan­den sind. Hier ent­wi­ckel­ten sich ursprüng­lich an vie­len Orten im Erzgebirgskreis die typi­schen Bergwiesen mit ihrer unver­wech­sel­ba­ren Flora, zum Beispiel Zittergras, Heidenelke, Arnika und Klappertopf. In Lagen tie­fer als cir­ca 600 Meter über NN präg­ten eher die Flachlandmähwiesen die Landschaft.

In Gegenden des Erzgebirgskreises mit einer hohen Dichte noch rela­tiv intak­ter Bergwiesen wur­den nach dem Jahr 2000 spe­zi­el­le Schutzgebiete wie Fauna-Flora-Habitat (FFH) und Natura 2000 defi­niert, die dem Erhalt die­ser wert­vol­len Biotope die­nen soll­ten. Leider ist es bis­her nicht gelun­gen, den Erhaltungszustand der Bergwiesen im Erzgebirge ins­ge­samt zu sta­bi­li­sie­ren. Ein wesent­li­cher Grund dafür ist die aktu­el­le Überfrachtung unse­rer Landschaft mit Nährstoffen aus der Atmosphäre. Hier spie­len vor allem Stickoxide – Stickstoffverbindungen – eine Rolle, die unter ande­rem den Abgasen von Verbrennungsprozessen, vor allem des Straßenverkehrs, ent­stam­men. Sie sor­gen dafür, dass unser Erzgebirge dif­fus über die Luft in einer Höhe mit Stickstoff gedüngt wird, wie noch in den 1950er-Jahren ein Landwirt sei­nen Acker durch Mist aus der Tierhaltung ver­sucht hat zu verbessern.

Die Folgen sind gra­vie­rend. Viele Bergwiesenpflanzen haben sich im Laufe der Zeit an die nähr­stoff­ar­men Bedingungen ange­passt und sind sozu­sa­gen genüg­sam gewor­den. Einen Nährstoffüberschuss kön­nen die meis­ten von ihnen zwar eben­so nut­zen, jedoch sind sie in ihrer Wüchsigkeit vie­len stick­stoff­lie­ben­den Pflanzenarten, zum Beispiel Brennnessel, Stumpfblättriger Ampfer und Knäuelgras, unter­le­gen und wer­den von die­sen „zuge­wu­chert“. Die Artenvielfalt ver­schwin­det und die ehe­mals kräu­ter­rei­chen, blü­hen­den Wiesen degra­die­ren zu mono­to­nen, grä­ser­do­mi­nier­ten „Fettwiesen“.

Eine beson­de­re Rolle spielt in die­sem Prozess auch die Vielblättrige Lupine. Einst aus Amerika als Insektenweide und Zierpflanze ins Erzgebirge ein­ge­schleppt, gelangt die Art mit Gartenabfällen oder Samenverschleppung etwa durch Hochwasser auch auf unse­re erz­ge­bir­gi­schen Bergwiesen und brei­tet sich dann dort rasch aus. Als soge­nann­te Leguminose besitzt sie die Fähigkeit, Luftstickstoff mit­hil­fe von sym­bio­ti­schen Bakterien in Wurzelknöllchen zu fixie­ren und ihren Standort damit zu dün­gen. Einmal auf einer Bergwiese gelan­det, wan­delt sie ihren Wuchsort schnell um und lässt sich auf­grund ihrer Wüchsigkeit und ihrer Pfahlwurzel nur schwer bekämpfen.

Naturschutzeinrichtungen wie das kreis­ei­ge­ne Naturschutzzentrum Erzgebirge haben die Entwicklung im Blick und enga­gie­ren sich bei der Rodung von Lupinenbeständen auf sen­si­blen Standorten. Aber auch Sie kön­nen etwas tun: Pflücken Sie an Wegrändern, Straßen oder Wiesen Lupinen und stel­len Sie sie zu Hause als Dekoration in die Vase. An Straßen bit­te auf Autos und Co. ach­ten und natür­lich kei­ne Privatgrundstücke betre­ten. Sind die Lupinen ver­blüht, ent­sor­gen Sie sie am bes­ten in der Restmülltonne. So haben Sie einen kos­ten­lo­sen schö­nen Strauß für sich und tun dabei etwas Gutes. Schaffen Sie wie­der Raum für die erz­ge­bir­gi­schen Bergwiesenpflanzen! Vielen Dank.


Zur Person:

Kay Meister ist für die SPD-GRÜNE-Fraktion Mitglied der Verbandsversammlung des Zweckverbands Naturpark Erzgebirge/Vogtland. Er ist frei­be­ruf­li­cher Diplom-Biologe und Umweltbildner sowie Kreisnaturschutzbeauftragter.

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Die Linde: Heilpflanze des Jahres auch im Erzgebirge unter Druck

Die Heilpflanze des Jahres wird all­jähr­lich vom natur­heil­kund­li­chen Verein NHV Theophrastus mit Sitz in Chemnitz gekürt. Für 2025 fiel die Wahl auf die Linde. Heimisch sind bei uns die Sommerlinde (Tilia pla­ty­phyl­los) und die Winterlinde (Tilia corda­ta). Die Winterlinde ist im Erzgebirge etwas häu­fi­ger anzu­tref­fen als ihre Schwesternart, die mehr Licht benö­tigt. Beide sind auch schon durch die Dr. Silvius Wodarz Stiftung zum Baum des Jahres gewählt wor­den, 1991 bzw. 2016. Als Heilpflanze wird von der Linde vor allem die Blüte ver­wen­det, der Tee hilft etwa bei Erkältung. Die jun­gen, zar­ten Blätter kann man essen, sie berei­chern Salate und Smoothies.

Linden kön­nen bis zu drei­ßig Meter hoch und 1000 Jahre alt wer­den. Dorflinde, Tanzlinde, Gerichtslinde: Die Linde hat in unse­ren Breiten eine lan­ge Geschichte, sie ist ein Bestandteil unse­rer Kultur. Unter der Dorflinde ver­sam­mel­ten sich die Menschen einst zum Tanz und hier wur­de Gericht gehal­ten. Im Mittelpunkt vie­ler Gemeinden des Erzgebirges fin­det man noch präch­ti­ge Exemplare die­ses Baumes. Auch als Haus- und Hofbaum spiel­te die Linde eine wich­ti­ge Rolle. Nah am Haus gepflanzt, spen­de­te sie im Sommer Schatten und Kühlung, im Herbst wur­de das Laub als Futter und Einstreu verwendet.

„Im Erzgebirge war­ten die Imker immer schon auf die Lindenblüte, da die Bäume mit ihren unzäh­li­gen Blüten eine wich­ti­ge Weide für die Honigbienen dar­stel­len“, so Kay Meister von der SPD-GRÜNE-Fraktion. „Vielen Linden jedoch geht es nicht gut. Der Klimawandel und Einflüsse wie Luftverunreinigungen, Streusalz und Bodenversiegelung belas­ten sie sehr. Die Stadt Marienberg hat den schlech­ten Zustand ihrer Marktlinden erkannt und setzt Maßnahmen zu ihrer Rettung um. Dazu gehört bei­spiels­wei­se, dass der Boden um die Bäume her­um geöff­net und begrünt wird und dass die Bäume durch Poller und Ketten geschützt werden.“

Im Erzgebirgskreis prä­gen Linden mit­un­ter auch als Straßenbäume das Landschaftsbild. Hier sind sie eben­falls bedroht. Mehr als 40 Prozent der Straßenbäume in Sachsen sind geschä­digt, an Kreisstraßen mehr als an Bundes- und Staatsstraßen, wie aus der Antwort des Infrastrukturministeriums auf eine Anfrage der Grünen im Sächsischen Landtag her­vor­geht. Demnach wur­den vom 1. Januar 2019 bis 31. Dezember 2024 in Sachsen an Bundes‑, Staats- und Kreisstraßen 8285 Bäume gefällt und nur 3408 neu gepflanzt.

Der Waldzustandsbericht Sachsen von September 2024 des Staatsministeriums für Energie, Klimaschutz, Umwelt und Landwirtschaft führt die Linde in der Rubrik „Sonstige Laubbäume“. Mit einem Anteil von 16 Prozent sind die „sons­ti­gen Laubbäume“ die baum­ar­ten­reichs­te Gruppe. Im Zeitraum von 2008 bis 2017 beweg­te sich der mitt­le­re Blattverlust die­ser Baumartengruppe zwi­schen 17,5 und 19,2 Prozent. Der aktu­el­le Wert liegt mit 26,6 Prozent deut­lich höher. Kay Meister: „Dies ver­deut­licht den ange­schla­ge­nen Gesundheitszustand der Waldbäume. Die Klasse der deut­lich geschä­dig­ten Bäume liegt bei 37 Prozent. Der Anteil der unge­schä­dig­ten Bäume beläuft sich auf 26 Prozent. Schon seit meh­re­ren Jahren war bei den sons­ti­gen Laubbäumen eine rela­tiv hohe Sterberate zu ver­zeich­nen. Die hohen Sterberaten seit dem Jahr 2018 sind haupt­säch­lich auf die Dürre und ihre Folgeschäden zurückzuführen.“

Prächtige Linden spen­den Schatten, sor­gen für bes­se­re Luft, küh­len ihre Umgebung ab, wenn es im Sommer gar zu heiß ist, sie sind Nahrungsquelle und Wohnort für Tiere von Insekten bis Vögel. Sie benö­ti­gen unse­re Aufmerksamkeit und Schutz, denn bis ein neu­er Baum die „Arbeit“ eines alten Baums erle­di­gen kann, ver­ge­hen Jahrzehnte. Wer etwas bei­tra­gen möch­te, kann in der App „Flora Incognita“ unter „Findet unse­re Baumriesen“ alte erz­ge­bir­gi­sche Linden – sowie ande­re Baumriesen – erfassen.


Zum Weiterlesen:

Zur Person:

Kay Meister ist für die SPD-GRÜNE-Fraktion Mitglied der Verbandsversammlung des Zweckverbands Naturpark Erzgebirge/Vogtland. Er ist frei­be­ruf­li­cher Diplom-Biologe und Umweltbildner sowie Kreisnaturschutzbeauftragter.

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Triff die Kreistagsfraktion am 20. Juli 2025 in Rübenau

Herzliche Einladung zu den Bienen

Am Sonntag, den 20. Juli 2025, laden wir herz­lich zu unse­rer Veranstaltung „Triff die Kreistagsfraktion bei den Bienen“ ein. Sie ist von 10 bis 13 Uhr in Marienberg OT Rübenau im Natzschungtal, Ortsausgang Richtung Olbernhau, Olbernhauer Straße Ecke Unterer Natzschungweg – direkt am Wildbienenlebensraum Bergwiese.

Hendrik Uhlmann und Kay Meister von der SPD-GRÜNE-Fraktion wer­den eini­ges über Honig- und Wildbienen, Bienenwanderung und Bienenhaltung sowie prak­ti­schen Naturschutz erzäh­len und beant­wor­ten ger­ne Fragen dazu. Hendrik Uhlmann ist Hobbyimker und Vorsitzender des Imkervereins Zschopau u. U. e. V. Kay Meister ist für die Fraktion Mitglied in der Verbandsversammlung des Zweckverbands Naturpark Erzgebirge/Vogtland sowie Kreisnaturschutzbeauftragter.

Auch ande­re Fraktionsmitglieder sind vor Ort und haben ein offe­nes Ohr für alle Fragen rund um den Kreistag und die Fraktionsarbeit.

Parkplätze sind begrenzt, alter­na­tiv kann man in Rübenau par­ken und die etwa 1,5 Kilometer zum Treffpunkt spazieren.

Schaut vor­bei, wir freu­en uns.

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Landkreis

Welttag der Bienen am 20. Mai – wie wir den Bienen helfen können

Biene Maja und Willi brau­chen unse­re Hilfe – und wir brau­chen sie. Seit 2018 ist der 20. Mai der Welttag der Bienen, er soll dar­auf auf­merk­sam machen, wie wich­tig Bienen sind und dass sie gefähr­det sind. Indem sie Pflanzen bestäu­ben, sor­gen Bienen für Artenvielfalt in der Pflanzenwelt und für Essen auf unse­ren Tellern.

„Neben der Honigbiene gibt es in Deutschland noch über 500 Wildbienenarten, auch Hummeln gehö­ren dazu“, so Kay Meister von der SPD-GRÜNE-Fraktion. „Laut Roter Liste sind in Sachsen 62 Arten schon aus­ge­stor­ben oder ver­schol­len. 82 Arten sind vom Aussterben bedroht. Noch mal 72 Arten sind stark gefähr­det. Von den 407 bis­her in Sachsen nach­ge­wie­se­nen Wildbienenarten sind 70 Prozent gefähr­det. Damit gehö­ren die Wildbienen auch im Erzgebirge zu den am stärks­ten bedroh­ten Tiergruppen.“

„Die Gründe dafür sind viel­fäl­tig: feh­len­der Lebensraum, weni­ge Blüten, Pestizide. Die land­wirt­schaft­li­che Großraumwirtschaft im Erzgebirge, die unter ande­rem auf Milchproduktion durch Leistungsrinder setzt, ver­ur­sacht bei­spiels­wei­se schon im Frühsommer eine aus­ge­räum­te Landschaft ohne Blüten. Zudem führt die inten­si­ve Mahd mit gro­ßer Technik zur Vernichtung der Insektenfauna auf den Wiesen. Wissenschaftliche Studien haben kürz­lich her­aus­ge­fun­den, dass allein bei der Mahd von einem Hektar Rotklee bis zu 90.000 Bienen sterben.“

Warum sind Bienen gefährdet?

  • Fehlender Lebensraum wegen inten­si­ver Bewirtschaftung von Wiesen und Feldern, weil Flächen ver­sie­gelt wer­den, Totholz ent­fernt wird und etwa Gärten ein­fach „zu auf­ge­räumt“ sind
  • Wenige Blüten und damit Nahrungsmangel – auf abge­wei­de­ten Wiesen und auf kur­zem Rasen blüht nichts, gefüll­te Blumen in Gärten geben weder Nektar noch Pollen
  • Pestizide im Garten und auf Feldern sind für Bienen töd­lich, die „Pflanzenschutzmittel“ stö­ren ihr Orientierungsvermögen und schwä­chen das Immunsystem

Wie kön­nen wir Bienen helfen?

  • Keine Pestizide im Garten verwenden.
  • Blühinseln im Garten belassen.
  • Heimische Pflanzen wäh­len, die bie­nen­freund­lich sind – kei­ne gefüll­ten Blüten.
  • Insektenhotel bzw. Nisthilfen aufstellen.
  • Wasserstelle bie­ten.
  • Honig vom regio­na­len Imker kaufen.
  • Honiggläser nur gespült ins Altglas.

Herzliche Einladung zu den Bienen

Am Sonntag, den 20. Juli 2025, laden wir herz­lich zu unse­rer Veranstaltung „Triff die Kreistagsfraktion bei den Bienen“ ein, von 10 bis 13 Uhr in Marienberg OT Rübenau im Natzschungtal. Mehr Infos folgen.


Zur Person

Kay Meister ist für die SPD-GRÜNE-Fraktion Mitglied der Verbandsversammlung des Zweckverbands Naturpark Erzgebirge/Vogtland. Er ist frei­be­ruf­li­cher Diplom-Biologe und Umweltbildner sowie Kreisnaturschutzbeauftragter.