Die SPD-GRÜNE-Kreistagsfraktion unterstützt seit Beginn der aktuellen Wahlperiode im September 2024 die Forderung des Landesfrauenrates Sachsen nach einem eigenen Frauenschutzhaus im Erzgebirgskreis, ebenso wie Vorgängerfraktionen. Der Erzgebirgskreis ist der einzige Landkreis in Sachsen, in dem es bisher kein zentrales Frauenhaus gibt.
Jede vierte Frau in Deutschland ist von häuslicher Gewalt betroffen. Partnerschaftsgewalt findet neben körperlicher und psychischer Gewalt zunehmend auch im digitalen Bereich statt: unerwünschte Kontaktaufnahme, Ortung und Überwachung, Identitätsmissbrauch und ‑diebstahl, Veröffentlichung intimer Fotos oder Videos usw. Die tatsächliche Zahl liegt deutlich höher, da nicht alle Fälle angezeigt werden. Auch die offiziellen, bekannten Zahlen steigen weiter.
Durch das Gewalthilfegesetz von Februar 2025 zur Sicherung des Zugangs zu Schutz und Beratung bei geschlechtsspezifischer und häuslicher Gewalt sind die Bundesländer ab 2027 verpflichtet, „ein Netz an ausreichenden, niedrigschwelligen, fachlichen sowie bedarfsgerechten Schutz- und Beratungsangeboten (…) in angemessener geografischer Verteilung sicherzustellen“. Die Einrichtungen müssen etwa über ein Sicherheitskonzept, eine angemessene Personalausstattung und angemessen ausgestattete räumliche Gegebenheiten verfügen, eine 24-stündige Rufbereitschaft und grundsätzlich entsprechende Aufnahmebereitschaft gewährleisten.
Elke Stadler: „Als Fraktion begrüßen wir mit Nachdruck, dass das Sozialministerium des Freistaates nun endlich den Aufbau einer landesfinanzierten Frauen- und Kinderschutzeinrichtung im Erzgebirgskreis ab 1. März 2027 plant.
Das Interessenbekundungsverfahren lief bis Ende September 2026. Vier gemeinnützige freie Träger bzw. Körperschaften haben sich beworben. Wir hoffen, dass die Umsetzung der Pläne trotz des engen zeitlichen Rahmens gelingt.
Darüber hinaus halten wir es für dringend erforderlich, dass die drei bestehenden Frauenschutzwohnungen mit insgesamt sieben Plätzen im Erzgebirgskreis zusätzlich zu der neuen zentralen Einrichtung erhalten bleiben, da diese anonymen Schutzorte für betroffene Frauen und Kinder notwendig sind.“
- „Gesetz für ein verlässliches Hilfesystem bei geschlechtsspezifischer und häuslicher Gewalt“: PDF-Datei
- 2. März 2026 „Frauenschutzwohnungen im Erzgebirgskreis und digitale Partnerschaftsgewalt“: https://rot-gruen-erz.de/frauenschutzwohnungen-im-erzgebirgskreis-und-digitale-partnerschaftsgewalt
- 2. Dezember 2024 „Hilfe suchen bei häuslicher Gewalt im Erzgebirgskreis“: https://rot-gruen-erz.de/hilfe-suchen-bei-haeuslicher-gewalt-im-erzgebirgskreis
- 2. September 2024 „SPD und GRÜNE bilden gemeinsame Fraktion im neuen Kreistag“: https://rot-gruen-erz.de/spd-und-gruene-bilden-gemeinsame-fraktion-im-neuen-kreistag




In Amtsberg hat sich das Purple-Path-Kunstwerk „Zwei in ein ander Gewobene“ von Olaf Holzapfel bereits zu einem wahren Ausflugsziel entwickelt. Die etwa 14 Meter hohe Skulptur aus Holz hatte an diesem Ort einen historischen Vorgänger, einen Triangulationsturm. „Der gewählte Standort verbindet in einzigartiger Weise die Kulturhauptstadt mit dem Erzgebirge, denn nur von diesem Höhenweg hat man einen überragenden Blick sowohl auf die gesamte Stadt Chemnitz als auch auf die Höhenlage des Erzgebirges“, erklärt Holger Haase. „Wöchentlich schauen hier mehrere Hundert Besucherinnen und Besucher vorbei, immer wieder hört man anerkennende Worte und die Versicherung, mit weiteren Gästen zurückzukehren.“
„Zwei in ein ander Gewobene“ von Olaf Holzapfel in Amtsberg OT Dittersdorf (Foto: Holger Haase)
„Modified Social Bench for Jahnsdorf #1“ von Jeppe Hein in Jahnsdorf (Foto: Elke Stadler)
„Marienberg beteiligt sich mit thematischen Veranstaltungen und ist damit auch Teil der Kulturregion und des Purple Path selbst. Mit einem eigenen Kunstwerk wartet die Stadt jedoch leider nicht auf“, erläutert Kay Meister. „Ich hatte mich für das Kunstwerk ausgesprochen, das auf dem Marienberger Marktplatz geplant war, der Stadtrat hat es jedoch im September 2024 knapp abgelehnt. Es gab 8 Ja-Stimmen, unter anderem von der Fraktion ‚Zukunft für Marienberg‘, der ich angehöre, und von der Linke, 9 Gegenstimmen sowie 7 Stimmenthaltungen. Damit wurde die Chance verpasst, an diesem schillernden Event in unserer Region mit einem originellen Beitrag in Form eines Kunstwerks teilzunehmen und damit kulturell auf Jahre zu punkten.“
Das Hauptkunstwerk des Purple Path bekommt Oelsnitz, die Lichtinstallation „Beyond Horizons“ von James Turrell. Dafür wird auf dem Gelände des ehemaligen Steinkohlenwerks, hinter der im Januar neu eröffneten „Kohlewelt“, Halle 18 neu erbaut. Sie soll bis zum Herbst fertig werden. Die Eröffnung ist Ende 2025 geplant, das Kunstwerk soll mindestens zehn Jahre lang zu sehen sein. Wir werden berichten, sobald es so weit ist, mit Einblicken von Thomas Lein, Vorsitzender der SPD-GRÜNE-Fraktion und Bürgermeister von Oelsnitz.
Am Bahnhof in Olbernhau denkt man gleich an den berühmten Hollywood-Schriftzug in Los Angeles, wenn man das Werk „Plywood“ von Jay Gard sieht. „Plywood heißt Sperrholz und symbolisiert die Holzindustrie in Olbernhau“, so Undine Fritzsche. „Das Material ist pulverisiertes Kupfer, was wiederum eine gute Verbindung zum Olbernhauer Kupferhammer herstellt.“
„Plywood“ von Jay Gard in Olbernhau (Foto: Holger Haase)
In Zschopau am Ufer des gleichnamigen Flusses lädt das Kunstwerk „Fließgleichgewicht“ von Michael Sailstorfer ein, sich Gedanken über Stadt und Fluss im Laufe der Zeit zu machen. Der Begriff „Fließgleichgewicht“ stammt aus der Biologie, er bezieht sich auf einen Gleichgewichtszustand zwischen ein- und ausströmenden Substanzen. Bereits im Mittelalter diente dieser Abschnitt des Flusses als Querungsstelle für Händler, die Salz zwischen Leipzig und Prag transportierten. Der Spiegel selbst erinnert an einen Motorradseitenspiegel und damit an die Motorradproduktion in Zschopau. Hendrik Uhlmann betont: „Mit dem ‚Fließgleichgewicht‘ haben wir nicht nur ein beeindruckendes Kunstwerk erhalten, sondern auch einen Ort der Reflexion über die Verbindung von Natur, Geschichte und Zukunft. Die Skulptur regt zum Nachdenken über ökologische Gleichgewichte und die historische Entwicklung unserer Stadt an.“
„Fließgleichgewicht“ von Michael Sailstorfer in Zschopau (Foto: Nils Sigmund)