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ÖPNV-Geschichte des Erzgebirgskreises: 100 Jahre Kraftpostverkehr im Raum Zschopau

Am 4. und 5. Juli 2026 wur­de im Rahmen eines Festwochenendes das 100-jäh­ri­ge Bestehen des Kraftpostverkehrs im Raum Zschopau gefei­ert. Die Gründung der Einsatzstelle für den Omnibusverkehr durch die Post – sei­ner­zeit gewis­ser­ma­ßen Konkurrent der Kraftverkehrsgesellschaft Sachsen – bil­de­te 1926 die Grundlage für die erfolg­rei­che Entwicklung des ÖPNV auf der Straße, hin zum heu­ti­gen moder­nen und leis­tungs­star­ken Standort Zschopau der RVE Regionalverkehr Erzgebirge GmbH.

Im Laufe der Jahrzehnte war der Omnibusverkehr mit ganz ver­schie­de­nen Herausforderungen kon­fron­tiert, etwa kriegs­be­ding­ten Einschränkungen. In unse­rer Zeit ist es vor­ran­gig ein finan­zi­el­ler Kraftakt durch den Eigentümer der RVE, den Erzgebirgskreis, das Angebot eines flä­chen­de­cken­den ÖPNV im Rahmen der Daseinsvorsorge in gewünsch­tem Maße aufrechtzuerhalten.


100 Jahre Kraftpostverkehr im Raum Zschopau

Text und Bilder von Holger Haase

Mit der Inbetriebnahme der Linie Krumhermersdorf–Zschopau–Dittersdorf 1926 begann vor 100 Jahren der Kraftpostverkehr im Raum Zschopau. Die Stadt selbst war zwar durch eine Linie der Staatlichen Kraftwagenverwaltung seit 1920 an Chemnitz ange­schlos­sen, doch die not­wen­di­gen Verbindungen in die umlie­gen­den Orte sowie zwi­schen den in den Tälern lie­gen­den Eisenbahnlinien fehl­ten. Die nun ange­bo­te­nen Fahrten wur­den sehr gut ange­nom­men, sodass es zu stän­di­gen Erweiterungen kam und die Kraftpost mit­samt ihren Gesellschaftsfahrten zu einer bedeu­ten­den Institution wuchs. Um die­se Entwicklung bis hin zum heu­ti­gen RVE-Standort geht es im Folgenden.

Mit der holz­ver­ar­bei­ten­den und Strumpfwirkerindustrie in den umlie­gen­den Orten von Zschopau ent­stand auch ein Beförderungsbedarf. Die Reichspost bot des­halb Anfang der 1920er-Jahre an, eine Linie zwi­schen Krumhermersdorf, Zschopau, Weißbach und Dittersdorf zu schaf­fen. Probefahrten wur­den orga­ni­siert, über­zeugt stimm­ten die Gemeinde- und Stadträte am Ende zu. Sie hat­ten für die Unterbringung der Omnibusse zu sor­gen und tru­gen das Risiko eines Betriebskostenzuschusses bei feh­len­der Auslastung. In Zschopau ent­stand dazu am Gräbel die ers­te Kraftwagenhalle.

So wur­de am 15. Juni 1926 die Linie Zschopau–Krumhermersdorf und zwei Wochen spä­ter, am 1. Juli, die Verlängerung nach Dittersdorf über Weißbach und Schlößchen–Porschendorf eröff­net. Nachdem die Fahrzeiten den Erfordernissen und Gegebenheiten der Strecke ange­passt wur­den, erschien am 25. Juli im Zschopauer Wochenblatt der ers­te gül­ti­ge Fahrplan. Am 2. Oktober 1927 folg­te die Linienverbindung von Zschopau über Waldkirchen, Grünhainichen und Borstendorf nach Eppendorf – topo­gra­fisch sicher­lich äußerst anspruchsvoll.

Unterstützung beim Aufbau bekam man von Fahrern aus Bayern, wo der Kraftpostverkehr schon aus­ge­präg­ter war. Zum Teil sie­del­ten sie sich hier an. Die ein­ge­setz­ten Fahrzeuge stamm­ten größ­ten­teils von der Vogtländischen Maschinenbau AG Plauen (VOMAG), der Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg (MAN) und von Büssing aus Braunschweig.

Das Beförderungsangebot wur­de von Anfang an zahl­reich und mit Freude auf­ge­nom­men, wie Artikel und Leserbriefe im dama­li­gen Wochenblatt beleg­ten. Schon ein Jahr spä­ter nahm man des­halb fünf zusätz­li­che Fahrten und wei­te­re Haltestellen in den Fahrplan auf, zudem muss­ten grö­ße­re Fahrzeuge ein­ge­setzt wer­den. Zu beson­de­ren Festen, wie zum Beispiel der Kirmes, gab es Verstärkungsfahrten.

Die Wagenhalle am Gräbel stell­te sich schnell als zu klein her­aus, bereits 1940 ent­stand an der Auenstraße ein groß­zü­gi­ger Komplex mit drei­zehn Stellplätzen, Werkstatt, Büro- und Sozialräumen. Auch erhielt der Betriebsleiter der Reichspost hier eine Wohnung.
Erst der Beginn des Zweiten Weltkrieges brach­te Einschränkungen des Betriebes mit sich. Busse mit­samt Fahrern kamen an die Front, der Kraftstoff wur­de ratio­niert. Dies führ­te zum Erliegen des Kraftpostverkehrs gegen Kriegsende.

Nach dem Krieg ver­blie­ben die Omnibuslinien der Betriebsstelle in Zschopau zunächst im Besitz der Post. Jedoch erfuhr die­se eine struk­tu­rel­le Veränderung, sodass zunächst wenig Raum für die Personenbeförderung blieb. Die Kraftverkehrsgesellschaft (KVG) Sachsen nahm ihre Linien teil­wei­se schon 1945 wie­der in Betrieb, Chemnitz–Zschopau zum Beispiel am 2. Oktober, wäh­rend die Postlinie Zschopau–Dittersdorf erst am 19. November 1951 neu eröff­net wurde.

Bereits zu die­sem Zeitpunkt gab es Bestrebungen, den gesam­ten Omnibusverkehr der DDR in volks­ei­ge­ne Kraftverkehrsbetriebe zu über­füh­ren. Diese waren schon im Rahmen der alten KVG-Strukturen ent­stan­den. Nun soll­ten die einst kon­kur­rie­ren­den Linien der Kraftpost und die ent­spre­chen­den Betriebshöfe fol­gen. Für Zschopau ist die offi­zi­el­le Eingliederung am 14. April 1952 belegt. Das über­nom­me­ne Fahr- und Werkstattpersonal, der 1940 erbau­te Betriebshof in der Auenstraße und die aus der Kriegs- und Vorkriegszeit stam­men­den Fahrzeuge bil­de­ten nun den Kraftverkehrs-Stützpunkt Zschopau, zunächst noch ein­ge­bun­den in den VVB (Vereinigung volks­ei­ge­ner Betriebe) Land Sachsen. Mit der Auflösung der fünf Länder in der DDR im Zuge der Verwaltungsreform von 1952 ent­stan­den vier­zehn Bezirke. In den jewei­li­gen Bezirkshauptstädten befand sich dann der Sitz des zustän­di­gen VEB Kraftverkehr, für Zschopau war die­ser in Chemnitz, seit 1953 umbe­nannt in Karl-Marx-Stadt.

Die Linie nach Dittersdorf erschien 1950 im Kraftkursbuch für das Land Sachsen immer­hin als eine von weni­gen in unse­rer Region. Sie führ­te jetzt über das DKW-Werk und Wilischthal nach Weißbach, nicht mehr über Vorderschlößchen. 1952 folg­te die Linie nach Krumhermersdorf, auch die Verbindung nach Eppendorf wur­de wie­der aufgenommen.

Die Anzahl der Fahrten war anfangs zu spär­lich. Dem Briefwechsel zwi­schen der Gemeinde Weißbach und dem Kraftverkehr ist zu ent­neh­men, dass der Bedarf wesent­lich höher war. Als Bedingung für zusätz­li­che Fahrten nann­te die Betriebsstelle Zschopau die Unterbringungsmöglichkeit für einen Omnibus in Weißbach, der dann früh an Ort und Stelle ein­ge­setzt wer­den könn­te und am Abend die letz­te Fahrt bis Dittersdorf fah­ren wür­de. In Krumhermersdorf ent­stand aus die­sem Grund schon 1928 eine ört­li­che Omnibusgarage. Die Gemeinde Weißbach stell­te zunächst einen Platz im Haus des Fabrikbesitzers Pilz im Jahnweg 4 zur Verfügung. Später wur­den die Räumlichkeiten not­wen­di­ger­wei­se der Feuerwehr über­ge­ben, der inzwi­schen grö­ße­re Bus stand dann im Fabrikhof Lohs & Schubert, Hauptstraße 3.

Im Laufe der Jahre ent­stand ein nahe­zu allen Bedürfnissen gerecht wer­den­des Fahrtenangebot, zudem gab es umfang­rei­che Vertragsverkehre zu grö­ße­ren Betrieben für Berufstätige des Ortes zu allen Schichtzeiten. Bei einem Blick in den Fahrplan von 1970 stellt man fest, dass sich die Anzahl der Fahrten seit 1950 ver­drei­facht hat­te. Auch die Auslastung war enorm – nicht sel­ten waren die Busse über­füllt. Bis Mitte der 1960er-Jahre wur­de zum Teil mit Anhänger gefah­ren. Bis dahin waren noch Schaffnerinnen für den Fahrscheinverkauf an Bord, der Busfahrer hat­te sich nur auf sei­ne eigent­li­che Tätigkeit zu beschränken.

In die­ser Zeit ent­stan­den auch die mas­si­ven Buswartehäuschen in den Orten, die ers­ten bei­spiels­wei­se in Weißbach 1963 an der Post und im Niederdorf, das vor­läu­fig letz­te 1970 am Gasthof zur Linde in Richtung Gelenau. In Krumhermersdorf konn­te durch den Bau der Wendeschleife am obe­ren Ortsausgang um 1970 die Linie ent­spre­chend erwei­tert wer­den. Sie ende­te bis dahin an der Pfarrstraße, gewen­det wur­de am Fischerplatz. Mitte der 1960er-Jahre began­nen in Zschopau die Planungen für einen neu­en Verkehrshof. Die Wagenhalle an der Auenstraße war dem stark gestie­ge­nen Fahrzeugbestand nicht mehr gewachsen.

Die Fahrpreise blie­ben zu DDR-Zeiten kon­stant, da sie staat­lich sub­ven­tio­niert wur­den. Über Jahrzehnte waren pro gefah­re­nen Tarifkilometer acht Pfennige zu zah­len. Eine Fahrt vom Gasthof zur Linde in Weißbach bis nach Zschopau kos­te­te dem­nach 65 Pfennige.

Eine nicht unbe­deu­ten­de Rolle nahm bis zum Ende der DDR der umfang­rei­che Vertragsverkehr mit zahl­rei­chen Betrieben ein. Das waren im Raum Zschopau der VEB Motorradwerk Zschopau, der VEB DKK (Kühl- und Kraftmaschinen) Scharfenstein, zahl­rei­che Baumwollspinnereien und die Strumpfbetriebe des Kombinates Esda.

Die Wende und die Wiedervereinigung Deutschlands brach­ten grund­le­gen­de Veränderungen auch bei den Omnibusbetrieben. Die Treuhandanstalt bil­de­te aus dem Volkseigenen Kraftverkehrskombinat Karl-Marx-Stadt die Kraftverkehr AG Chemnitz, aus der 1991 die Busbereiche her­aus­ge­löst und kom­mu­na­li­siert wur­den. So ent­stand die Autobus GmbH Sachsen Regionalverkehr Chemnitz. Im obe­ren Erzgebirge fand sich der Busverkehr in der BVO (Busverkehr Obererzgebirge) mit Sitz in Aue, spä­ter Annaberg-Buchholz zusam­men. Beide ver­ei­nig­ten sich, auch als Folge der Entstehung eines gro­ßen Erzgebirgskreises, 2010 zu einem leis­tungs­star­ken Verkehrsbetrieb und fir­mie­ren seit April 2011 als RVE Regionalverkehr Erzgebirge GmbH.

Innerhalb weni­ger Monate waren 1990/91 fast sämt­li­che Vertragsverkehre mit den selbst in Schwierigkeiten gera­te­nen Betrieben weg­ge­fal­len. Damit ver­bun­de­ne Einnahmeverluste, gerin­ge­re Fahrgastzahlen durch den sprung­haft ange­stie­ge­nen Individualverkehr und eine geän­der­te Subventionspolitik waren Ursachen für ers­te Fahrpreiserhöhungen. Der Wochenendbetrieb auf den Linien rund um Zschopau muss­te Jahr für Jahr wegen man­geln­der Nachfrage gekürzt wer­den, bis er 1994 gänz­lich ein­ge­stellt wur­de. Lediglich die gro­ßen Verbindungen Richtung Chemnitz und Olbernhau und der 1986 eröff­ne­te Stadtverkehr in Zschopau mit ihrem Wochenendbetrieb exis­tie­ren bis heute.

Die Anzahl der Fahrten und die Fahrzeiten inner­halb der Woche konn­ten wei­test­ge­hend erhal­ten blei­ben. Dies ist in Sachsen nicht zuletzt der Schulreform zu ver­dan­ken, denn der anfal­len­de Schülerverkehr, der in den Linienverkehr inte­griert wur­de, sorg­te für einen gewis­sen Ausgleich der Fahrgastzahlen.

1997 konn­te die Stadt Zschopau ihren lang geheg­ten Plan umset­zen und an der Waldkirchner Straße einen neu­en zen­tra­len Busbahnhof errich­ten. Erstmals in ihrer Geschichte star­te­ten und ende­ten die Zschopauer Linien nicht mehr am Markt. Dies war neben der Stadt Zschopau ein Wunsch der Gewerbetreibenden, um die Innenstadt attrak­ti­ver gestal­ten zu kön­nen. Schnell bereu­te man die­sen rigo­ro­sen Schritt, da das Stadtzentrum viel Kundschaft damit ver­lor. Vor dem Markt, an der Langen Straße, muss­te nun mög­lichst rasch wie­der eine zusätz­li­che Haltestelle ein­ge­rich­tet werden.

Die Verbindung zur Eisenbahn erhielt eben­falls neue Impulse. Seit 2021 rol­len nach der umfang­rei­chen Sanierung der Bahnstrecke im Zwönitztal moder­ne Straßenbahnzüge der City-Bahn im Halbstundentakt ins Zentrum von Chemnitz. Die Linien C 13 Burgstädt–Aue und C 14 Mittweida–Thalheim bie­ten eine kom­for­ta­ble Stadt-Umland-Verbindung. Der Dittersdorfer Bahnhof gewann damit an Bedeutung und wur­de nach über 25 Jahren wie­der an die Linie 235 angebunden.

Mit ihr exis­tiert heu­te eine nahe­zu idea­le Verbindung zwi­schen Zschopau und Dittersdorf im annä­hern­den Stundentakt mit zahl­rei­chen Anschlussbeziehungen. 100 Jahre alt und doch jung geblieben …

Festschrift „100 Jahre Kraftpostverkehr rund um Zschopau 1926–2026“ von Holger Haase (kann bei Interesse über sei­ne Mailadresse bestellt wer­den, sie­he hier: https://rot-gruen-erz.de/fraktion)

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Fraktion

Klausur der SPD-GRÜNE-Fraktion in Oelsnitz: James Turrell, Kohlewelt und Kreistagsarbeit

Einmal im Jahr trifft sich die SPD-GRÜNE-Fraktion zu einer zwei­tä­gi­gen Klausur, immer an einem ande­ren Ort im Erzgebirgskreis. Kürzlich war es wie­der so weit – am 13. und 14. März 2026 hat­te Fraktionsvorsitzender Thomas Lein nach Oelsnitz ein­ge­la­den, wo er lebt und Bürgermeister ist.

Los ging es mit Halle 18 gleich neben der Kohlewelt: Dort ist seit Ende November 2025 mit „Beyond Horizons“ ein bemer­kens­wer­tes Lichtkunstwerk von James Turrell zu sehen. Pro Zeitfenster dür­fen nur zehn Personen in den Raum, man steht nicht vor der Installation, son­dern man geht hin­ein und ist mit­ten­drin. Kein Schatten, Grenzen ver­schwim­men und wech­seln­de Farben tau­chen Wände und Menschen in ein unwirk­li­ches Licht. Es war eine außer­ge­wöhn­li­che Erfahrung, ermög­licht durch das Kulturhauptstadtjahr Chemnitz 2025. „Beyond Horizons“ ist ein Bestandteil des Purple Path, wird aber lan­ge dar­über hin­aus wir­ken: Mindestens fünf­zehn Jahre soll es in Halle 18 bleiben.

„Mit der Lichtinstallation des welt­weit agie­ren­den Künstlers James Turrell hat Oelsnitz DAS Highlight auf dem Purple Path erhal­ten“, so Fraktionsmitglied Holger Haase. „Die Besucher wer­den in eine Welt des Lichts geführt, die sie bis­her nicht kann­ten. Faszinierend und beeindruckend.“

Am rest­li­chen Freitag war Fraktionssitzung, die nächs­te Kreistagssitzung am 1. April 2026 wur­de so weit mög­lich vor­be­rei­tet, also Themen aus den Gremien bespro­chen. Zudem ging es um Anfragen, die die Fraktion ans Landratsamt gestellt hat und stel­len wird, um Termine und Projekte und all­ge­mein um die Zusammenarbeit in der Fraktion. Am Abend schau­te Simone Lang, Mitglied der SPD-Fraktion im Sächsischen Landtag und Vorsitzende des SPD-Kreisverbands Erzgebirge, vor­bei und gab einen Einblick in ihre Arbeit. Die Kreisverbandsvorsitzenden von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Erzgebirgskreis Heike Schoen und Ruben Ramirez Cutino konn­ten lei­der nicht zur Sitzung kom­men, da am Freitagabend GRÜNEN-Mitgliederversammlung war.

Der Samstag begann wie­der­um mit einem Purple-Path-Kunstwerk: Die Fraktion schau­te sich in Hohndorf beim Rathaus Christina Dolls Figurenpaar „Engel + Bergmann“ an. In Oelsnitz stand anschlie­ßend die Kohlewelt auf dem Programm, das ein­zi­ge Museum in Trägerschaft des Erzgebirgskreises. Vor reich­lich einem Jahr, am 18. Januar 2025, war das Steinkohlenbergbaumuseum nach sechs Jahren Umbau und Sanierung wie­der­eröff­net wor­den, die Kosten dafür lagen bei rund 30 Millionen Euro.

Kuratorin Deborah Weise stell­te die neue Ausstellung umfas­send vor und ging auch auf Gegebenheiten, Hintergründe und Aussichten ein. Das Museum wur­de ab 1976 in Übertageanlagen des Kaiserin-Augusta- bzw. zu DDR-Zeiten Karl-Liebknecht-Schachts auf­ge­baut, in alten Industriegebäuden, was am mar­kan­tes­ten der weit­hin sicht­ba­re Förderturm ver­deut­licht. 1986 war das Museum eröff­net wor­den, 2026 wird es also vier­zig Jahre alt.

Holger Haase: „Den Umbau des Bergbaumuseums in den letz­ten Jahren hat der Kreistag aktiv beglei­tet und mit­ver­ant­wor­tet. Probleme im Bauablauf und in der Finanzierung waren nicht uner­heb­lich. Was letzt­end­lich ent­stand, ist ein Leuchtturm in unse­rer Museumslandschaft. Ich bin mehr als ange­tan von der Gesamtgestaltung. Die Kohlewelt bie­tet Stoff für einen ganz­tä­gi­gen Familienaufenthalt und trägt in gro­ßem Maße zur Wissenserweiterung bei. Die Besucherzahlen spre­chen für sich.“

Tatsächlich konn­te die Kohlewelt in dem einen Jahr seit ihrer Wiedereröffnung bereits über 50.000 Besucherinnen und Besucher begrü­ßen. Die Dauerausstellung ver­mit­telt viel­fäl­ti­ges Wissen rund um den Steinkohlenbergbau in Sachsen, dies auf eine sehr anschau­li­che Art. Oft kann man etwas anfas­sen und ausprobieren.

In diver­sen, anspre­chend gestal­te­ten Räumen wer­den kur­ze Filme zu ver­schie­de­nen Themen gezeigt. Mit einem „Kohlenstück“ und Tipps vom Berggeist geht’s für Kinder und Erwachsene auf eine Entdeckungstour durchs Museum. Wer sich für Technik inter­es­siert, bekommt Technik. Und wer mehr über die Menschen im Steinkohlenbergbau erfah­ren will, kann in Leben und Geschichten stö­bern. Deborah Weise beton­te, dass die Museumsmitarbeitenden wei­ter­hin den Dialog und Austausch mit Menschen suchen, die im Bergbau gear­bei­tet haben oder ander­wei­tig damit zu tun hat­ten, das Museum ent­wick­le sich weiter.

Ein wich­ti­ger Faktor ist Barrierefreiheit, das wer­de künf­tig noch aus­ge­baut. Das Museumsgebäude ver­fügt über ein tak­ti­les Leitsystem. An meh­re­ren Stationen wer­den Ausstellungsobjekte mit Bild und Text in Brailleschrift, mit Hörtexten sowie auf einem Bildschirm in Gebärdensprache sowie Leichter Sprache vorgestellt.

Fazit von Fraktionsmitglied Kay Meister: „Fossile Energieträger haben die Geschichte des Erzgebirges geprägt, mit allen Vor- und Nachteilen. Dies ver­deut­licht die Kohlewelt ein­drucks­voll. Doch Rohstoffe wie Kohle ste­hen für ein abge­schlos­se­nes Kapitel der Entwicklung unse­res Gebirges. Die Zukunft gehört den erneu­er­ba­ren Energien!“

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Erzgebürger 2026: bis 31. März Vorschläge für Ehrenamtspreis einreichen

Zum ach­ten Mal loben der Landrat und der Kreistag des Erzgebirgskreises den Ehrenamtspreis „Erzgebürger“ aus. Man kann dafür Personen, Vereine, Gruppierungen, Institutionen oder Projekte im Landkreis vorschlagen.

Es gibt vier Kategorien: Engagement für das Gemeinwohl, Engagement für eine lebens­wer­te Heimat, Engagement für Kultur, Sport und Tourismus sowie „Jung und enga­giert im ERZ“.

Die Vorschläge sind bis Montag, 31. März 2026, ein­zu­rei­chen, und zwar online, per E‑Mail oder Brief.

Eine Jury ermit­telt die Preisträgerinnen und Preisträger. Diese wer­den bei einer Gala am 6. November 2026 im Kulturhaus Aue bekannt gegeben.

Von der SPD-GRÜNE-Fraktion ist Holger Haase Mitglied der Jury: „Diese Ehrung will Hoffnung wecken, Mut machen, Ansporn sein und fin­det sach­sen­weit viel Beachtung. Der Erzgebirgskreis schenkt sei­nen Ehrenamtlichen damit gro­ße Aufmerksamkeit, ver­bun­den mit Mutmachsignalen an die, die oft im Verborgenen Gutes tun und sich ohne viel Aufheben für die Allgemeinheit oder Hilfsbedürftige einsetzen.“

„Es ist rich­tig und wich­tig, dass der Erzgebirgskreis trotz der ange­spann­ten Haushaltslage an der Auszeichnung fest­hält“, so Fraktionsvorsitzender Thomas Lein. „Die ehren­amt­lich täti­gen Menschen sind für den Zusammenhalt in unse­rer Gesellschaft von wesent­li­cher Bedeutung. Sie über­neh­men Aufgaben, wel­che die Kommunen selbst nicht stem­men kön­nen. Vor ihrer Arbeit kön­nen wir nur den Hut zie­hen und unse­re aller­höchs­te Wertschätzung zeigen.“


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Weihnachtsgruß der SPD-GRÜNE-Fraktion im Erzgebirgskreistag

2025 neigt sich dem Ende zu – ein Jahr, das die SPD-GRÜNE-Kreistagsfraktion mit viel Engagement, Gesprächen und kon­kre­ten Themen im Erzgebirgskreis gestal­tet hat. Ein paar Beispiele sei­en hier genannt.

Ehrenamt stär­ken und würdigen

Im November wur­de der Ehrenamtspreis „Erzgebürger“ zum sieb­ten Mal ver­lie­hen. An der Gala im Kulturhaus Aue nah­men Fraktionsvorsitzender Thomas Lein und „Erzgebürger“-Jurymitglied Holger Haase teil. In den Laudationen wur­de deut­lich: Ehrenamtliches Engagement ist das Rückgrat unse­rer Gesellschaft und ver­dient höchs­te Anerkennung. Den Preisträgerinnen und Preisträgern gilt unser herz­li­cher Glückwunsch und Dank für ihre tat­kräf­ti­ge Arbeit!

Natur und Artenvielfalt fördern

Gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern set­zen wir uns für den Schutz von Wildbienen, Insekten und typi­schen Landschaftselementen wie Bergwiesen ein. Unsere Veranstaltung Ende Juli in Rübenau bot Raum für Austausch und prak­ti­sche Hinweise zum Naturschutz.

Natur- und Artenschutz weiterdenken

Beiträge über bedroh­te Arten wie Erdkröten oder die Bedeutung von Bäumen wie der Linde als Heil- und Kulturbaum haben wich­ti­ge öko­lo­gi­sche Themen in den Fokus gerückt und zur Diskussion über Lebensraum und Klimawandel angeregt.

Bildung und Gesellschaft

Wir haben uns inten­siv mit dem Thema Schulsozialarbeit beschäf­tigt – einer zen­tra­len Unterstützung für Kinder und Jugendliche, die in Schulen eine wich­ti­ge Rolle für Förderung, Beratung und Prävention spielt.


Kurzum: Vielfalt, Engagement und Respekt vor Natur und Mitmenschen ste­hen im Mittelpunkt unse­rer Fraktionsarbeit – getra­gen von dem Wunsch, unse­ren Landkreis gemein­sam voranzubringen.

Zu Weihnachten wün­schen wir Ihnen fried­vol­le Tage im Kreise Ihrer Familie, Freundinnen und Freunde, Kraft und Zuversicht für das neue Jahr und Momente der Ruhe und des Miteinanders.

Gerade in her­aus­for­dern­den Zeiten sind Solidarität und Aufmerksamkeit für­ein­an­der beson­ders wich­tig – mit­ein­an­der reden, ein­an­der zuhören.

In die­sem Sinne dan­ken wir Ihnen für Ihr Vertrauen, Ihre Impulse und dafür, dass Sie unse­re Arbeit im Landkreis inter­es­siert verfolgen.

Frohe Weihnachten und ein gutes, gesun­des neu­es Jahr 2026!

Ihre SPD-GRÜNE-Fraktion im Kreistag des Erzgebirgskreises – Thomas Lein, Kay Meister, Undine Fritzsche, Holger Haase, Elke Stadler und Hendrik Uhlmann


Hilfe-Telefonnummern

Bei per­sön­li­chen Problemen und Sorgen fin­den Sie auch in der Weihnachtszeit Hilfe und Unterstützung bei Beratungsstellen und Hilfetelefonen.

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Kulturhauptstadtjahr Chemnitz 2025 ist vorbei – der Purple Path bleibt

Anfang Januar begann das Kulturhauptstadtjahr Chemnitz 2025, am letz­ten Novemberwochenende ende­te es. Der Purple Path jedoch besteht wei­ter­hin. Mitte April war der Kunst- und Skulpturenweg offi­zi­ell eröff­net wor­den, und er wird auch nach 2025 Chemnitz mit 38 Städten und Gemeinden im Umland ver­bin­den. Die Kunstwerke sol­len auf Jahrzehnte erhal­ten bleiben.

Eins ist erst am 28. November ein­ge­weiht wor­den, James Turrells Lichtskulptur „Beyond Horizons 2025“ in Oelsnitz/Erzgeb. Dazu Fraktionsvorsitzender Thomas Lein: „Als Teil des regio­na­len Kunst- und Kulturprojekts Purple Path schlägt die Installation eine Brücke zwi­schen Orten, Menschen und künst­le­ri­schen Positionen. Der Purple Path ver­bin­det inter­na­tio­na­le Kunst mit der erz­ge­bir­gi­schen Landschaft und Industriegeschichte – Turrells Arbeit wird dabei zu einem neu­en, strah­len­den Mittelpunkt.“

Ein gro­ßer Fan und Unterstützer des Purple Path ist auch Fraktionsmitglied Holger Haase: „Der Purple Path hat sich, nach­dem er anfangs zum Teil belä­chelt oder gar ver­spot­tet wur­de, zu einem tou­ris­ti­schen Anziehungspunkt der gan­zen Region ent­wi­ckelt. Ich konn­te beob­ach­ten, wie unent­wegt klei­ne oder grö­ße­re Gruppen auf dem Kunst- und Skulpturenweg unter­wegs waren. Zu Fuß, mit Fahrrad und Handy-App, mit eige­nem Auto oder orga­ni­siert in Busreisen.

Dies tat und tut unse­rer Region gut, denn die Besucherinnen und Besucher befas­sen sich größ­ten­teils auch mit dem Drumherum und kom­men auf die­se Weise auf die Spuren unse­rer hei­mat­li­chen Schätze. Der Purple Path wird nach- und wei­ter­wir­ken, da bin ich mir sicher. Heute heißt es oft: ‚Das muss man gese­hen haben‘ oder ‚Du warst wirk­lich noch nicht dort?‘ Mein Tipp: Bleiben Sie neugierig …“ ‎

(Bild von links oben im Uhrzeigersinn: „Modified Social Bench for Jahnsdorf #1“ von Jeppe Hein in Jahnsdorf,  Foto von Elke Stadler; „Zwei in ein ander Gewobene“ von Olaf Holzapfel in Amtsberg OT Dittersdorf, Foto von Holger Haase; „Plywood“ von Jay Gard in Olbernhau, Foto von Holger Haase; „Fließgleichgewicht“ von Michael Sailstorfer in Zschopau, Foto von Nils Sigmund)


Weiterlesen zum Purple Path:

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Hoffnung wecken, Mut machen, Ansporn sein: Verleihung des „Erzgebürger 2025“

Am ver­gan­ge­nen Freitag, den 7. November 2025, wur­de im Kulturhaus Aue zum sieb­ten Mal der Ehrenamtspreis des Erzgebirgskreises „Erzgebürger“ ver­lie­hen, und zwar in den Kategorien „Engagement für das Gemeinwohl“, „Engagement für eine lebens­wer­te Heimat“, „Engagement für Kultur, Sport und Tourismus“ sowie „Jung und enga­giert im ERZ“. An der fest­li­chen Gala nah­men von der SPD-GRÜNE-Fraktion Vorsitzender Thomas Lein und Holger Haase teil, der Mitglied in der „Erzgebürger“-Jury ist.

„Erzgebürger“-Gala am 7. November 2025. Foto: Holger Haase

Mit dem „Erzgebürger“-Preis und der Gala soll zum einen kon­kret Menschen gedankt wer­den, die Zeit und Herzblut in ein Ehrenamt ste­cken. Zum andern rich­tet sich bei die­ser Gelegenheit der Scheinwerfer aufs Ehrenamt ins­ge­samt. „Sie wer­den gese­hen. Sie wer­den geach­tet. Sie sind nicht ver­ges­sen – auch wenn Sie heu­te nicht zu den Preisträgern oder Nominierten gehö­ren“ war dem­entspre­chend auch der Tenor ver­schie­de­ner Laudationen und der Ansprache von Landrat Rico Anton.

„Diese Ehrung will Hoffnung wecken, Mut machen, Ansporn sein und fin­det sach­sen­weit viel Beachtung“, so Holger Haase. „Das spie­gel­te sich in den Würdigungen ver­schie­de­ner pro­mi­nen­ter Rednerinnen und Redner aus Bundes- und Landespolitik wider. Der Erzgebirgskreis schenkt sei­nen Ehrenamtlichen gro­ße Aufmerksamkeit, ver­bun­den mit Mutmachsignalen an die, die oft im Verborgenen Gutes tun und sich ohne viel Aufheben für die Allgemeinheit oder Hilfsbedürftige ein­set­zen. Das Erzgebirge ist damit ein Leuchtturm im gan­zen Freistaat. Die zehn Preisträgerinnen und Preisträger wur­den in ver­schie­de­nen Medien genannt, die gesam­te Verleihung kann auch im Nachhinein auf YouTube ange­schaut wer­den. Für alle Beteiligten war es eine beein­dru­cken­de Veranstaltung in einem beacht­li­chen kul­tu­rel­len und kuli­na­ri­schen Rahmen.

Mein per­sön­li­cher Favorit war der Friedensglocke Fichtelberg e. V. aus Schwarzenberg, Sieger in der Kategorie ‚Engagement für das Gemeinwohl‘. Faszinierend schon der Gedanke, mit einer Glocke auf dem Fichtelberg weit­hin hör- und sicht­bar an die wie­der­ge­won­ne­ne Einheit Deutschlands zu erin­nern und gleich­zei­tig Mahnung für den Frieden in der Welt zu sein. Noch grö­ße­ren Respekt nötigt die mate­ri­el­le und geis­tig-kör­per­li­che Leistung ab, die der Verein auf­brach­te, der eigens für die Ersatzbeschaffung der mut­wil­lig beschä­dig­ten ers­ten Glocke gegrün­det wur­de: Neuguss in Innsbruck, Bau und Aufstellung eines neu­en Glockenstuhls, Organisation des Läutedienstes und vie­les mehr. Alles in der Freizeit und größ­ten­teils mit Spendenmitteln.“

Mitglieder des Friedensglocke Fichtelberg e. V. Foto: Holger Haase

„Die finan­zi­el­len Rahmenbedingungen für den ‚Erzgebürger‘-Preis waren in die­sem Jahr weni­ger gut. Finanziert wird das Event aus Steuermitteln und mit­hil­fe von Sponsoren wie der Erzgebirgssparkasse. Erstmals betrat 2025 ein neu­er Unterstützer die Bühne: eins ener­gie in sach­sen. Mit die­sem leis­tungs­star­ken Partner ist die Zukunft des ‚Erzgebürger‘ nun ein Stück weit auch zukünf­tig auf siche­re Füße gestellt“, schließt Holger Haase.

„Es ist rich­tig und wich­tig, dass der Erzgebirgskreis trotz der ange­spann­ten Haushaltslage an der Auszeichnung fest­hält“, betont Thomas Lein. „Die ehren­amt­lich täti­gen Menschen sind für den Zusammenhalt in unse­rer Gesellschaft von wesent­li­cher Bedeutung. Sie über­neh­men Aufgaben, wel­che die Kommunen selbst nicht stem­men kön­nen. Vor ihrer Arbeit kön­nen wir nur den Hut zie­hen und unse­re aller­höchs­te Wertschätzung zei­gen. Herzlichen Glückwunsch an die Preisträgerinnen und Preisträger, alles Gute und macht wei­ter so tol­le Arbeit.“

Für den „Erzgebürger 2026“ kann man ab dem 1. Januar 2026 Personen, Vereine, Gruppierungen, Institutionen oder Projekte im Landkreis vor­schla­gen. Vielleicht fällt Ihnen ja jemand ein, die oder der die­sen Preis unbe­dingt erhal­ten sollte?


Alle Preisträgerinnen und Preisträger sowie mehr Infos fin­den Sie hier: https://ehrenamt.erzgebirgskreis.de/erzgebuerger

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Erzgebürger 2025: 103 Vorschläge, 10 Preisträger und eine Gala im November

Zum sieb­ten Mal wird in die­sem Jahr der Ehrenamtspreis des Erzgebirgskreises „Erzgebürger“ ver­lie­hen. Es gibt vier Kategorien: „Engagement für das Gemeinwohl“, „Engagement für eine lebens­wer­te Heimat“, „Engagement für Kultur, Sport und Tourismus“ sowie „Jung und enga­giert im ERZ“. Man kann dafür Personen, Vereine, Gruppierungen, Institutionen oder Projekte im Landkreis vor­schla­gen, das war bis zum 31. März 2025 möglich.

Am Montag, den 26. Mai 2025, traf sich die Erzgebürger-Jury, um die zehn Preisträgerinnen und Preisträger zu ermit­teln. Die Jurymitglieder kom­men aus den Kreistagsfraktionen, der Landkreisverwaltung und der Erzgebirgssparkasse. Von der SPD-GRÜNE-Fraktion ist Holger Haase dabei: „Aus 103 Vorschlägen mit teils ganz­sei­ti­gen Begründungen war aus­zu­wäh­len, wer die Preise erhal­ten soll. Das waren schwe­re Entscheidungen. Ich hat­te mir alles aus­ge­druckt, zwei Ordner voll, die ich immer wie­der gewälzt habe, Notizen gemacht, Vorentscheidungen getrof­fen – das Thema hat mich in den letz­ten Wochen also stark beschäftigt.“

Die vier Hauptpreise sind mit 2.000 Euro dotiert, jeweils zwei wei­te­re Preise mit 1.000 Euro und 500 Euro, außer beim Sonderpreis. An wen dies­mal die Preise gehen, bleibt aller­dings noch ein paar Monate geheim: Die Namen wer­den bei der Erzgebürger-Gala am 7. November 2025 im Kulturhaus Aue bekannt gegeben.

Erzgebürger-Gala am 8. November 2024 im Kulturhaus Aue. Foto: Holger Haase

„Ich war erneut über­rascht von Umfang und Vielfältigkeit der ein­ge­reich­ten Vorschläge. Sie zei­gen ein brei­tes Spektrum ehren­amt­li­cher Arbeit in vie­len Bereichen des täg­li­chen Lebens. Oftmals blei­ben die Engagierten im Hintergrund. Dies soll der Ehrenamtspreis zu einem Teil ändern und sol­che Menschen und Vereine ins Licht brin­gen“, so Holger Haase.

„Bauchschmerzen bekommt man als Jurymitglied mit­un­ter, wenn man sieht, wie vie­le Ehrenamtliche unbe­rück­sich­tigt blei­ben, manch­mal feh­len nur weni­ge Punkte zur Auszeichnung. Eine klei­ne Entschädigung bie­tet allen die Teilnahme an der gro­ßen Erzgebürger-Gala. Jenen, die dann kei­nen Preis erhal­ten, möch­te ich Mut machen, einen zwei­ten Versuch bei der nächs­ten Ausschreibung zu starten.“

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Landkreis

6 x Purple Path im Erzgebirgskreis: Eröffnung vom 11. bis 13. April 2025

Vom 11. bis 13. April 2025 wird der Kunst- und Skulpturenweg Purple Path offi­zi­ell eröff­net, an dem Wochenende wer­den neue Skulpturen ein­ge­weiht, Ausstellungen gestar­tet, Wanderungen, Konzerte und wei­te­re Veranstaltungen ange­bo­ten. Ein Blick ins Programm lohn sich.

Der Purple Path ver­bin­det Chemnitz als Kulturhauptstadt Europas 2025 mit 38 Städten und Gemeinden im Umland. Leitmotiv ist „Alles kommt vom Berg her“, mit Blick auf den Bergbau, auf die Mineralien, die abge­baut wur­den, auf Holz und Licht. Es ist ein lang­fris­ti­ges Projekt, denn die Kunstwerke sol­len auf Jahrzehnte erhal­ten bleiben.

Welche Purple-Path-Kunstwerke befin­den sich in den Orten, in denen die sechs Mitglieder der SPD-GRÜNE-Fraktion leben?


In Amtsberg hat sich das Purple-Path-Kunstwerk „Zwei in ein ander Gewobene“ von Olaf Holzapfel bereits zu einem wah­ren Ausflugsziel ent­wi­ckelt. Die etwa 14 Meter hohe Skulptur aus Holz hat­te an die­sem Ort einen his­to­ri­schen Vorgänger, einen Triangulationsturm. „Der gewähl­te Standort ver­bin­det in ein­zig­ar­ti­ger Weise die Kulturhauptstadt mit dem Erzgebirge, denn nur von die­sem Höhenweg hat man einen über­ra­gen­den Blick sowohl auf die gesam­te Stadt Chemnitz als auch auf die Höhenlage des Erzgebirges“, erklärt Holger Haase. „Wöchentlich schau­en hier meh­re­re Hundert Besucherinnen und Besucher vor­bei, immer wie­der hört man aner­ken­nen­de Worte und die Versicherung, mit wei­te­ren Gästen zurückzukehren.“

„Zwei in ein ander Gewobene“ von Olaf Holzapfel in Amtsberg OT Dittersdorf (Foto: Holger Haase)


In Jahnsdorf ist seit Mitte 2024 Jeppe Heins „Modified Social Bench for Jahnsdorf #1“ zu fin­den, eine mehr­tei­li­ge Bank aus Aluminium. „Der Purple Path ist mehr als die Kunstwerke, er ver­bin­det die Menschen der Region unter ande­rem durch gemein­sa­me alte und neue Traditionen und Kulturprojekte, bie­tet vie­le Erlebnisse und Geschichten“, führt Dr. Elke Stadler aus. „Kommen auch Sie nach Jahnsdorf und neh­men Sie Platz an die­sem erhol­sa­men Ort!“

„Modified Social Bench for Jahnsdorf #1“ von Jeppe Hein in Jahnsdorf (Foto: Elke Stadler)


Marienberg betei­ligt sich mit the­ma­ti­schen Veranstaltungen und ist damit auch Teil der Kulturregion und des Purple Path selbst. Mit einem eige­nen Kunstwerk war­tet die Stadt jedoch lei­der nicht auf“, erläu­tert Kay Meister. „Ich hat­te mich für das Kunstwerk aus­ge­spro­chen, das auf dem Marienberger Marktplatz geplant war, der Stadtrat hat es jedoch im September 2024 knapp abge­lehnt. Es gab 8 Ja-Stimmen, unter ande­rem von der Fraktion ‚Zukunft für Marienberg‘, der ich ange­hö­re, und von der Linke, 9 Gegenstimmen sowie 7 Stimmenthaltungen. Damit wur­de die Chance ver­passt, an die­sem schil­lern­den Event in unse­rer Region mit einem ori­gi­nel­len Beitrag in Form eines Kunstwerks teil­zu­neh­men und damit kul­tu­rell auf Jahre zu punkten.“


Das Hauptkunstwerk des Purple Path bekommt Oelsnitz, die Lichtinstallation „Beyond Horizons“ von James Turrell. Dafür wird auf dem Gelände des ehe­ma­li­gen Steinkohlenwerks, hin­ter der im Januar neu eröff­ne­ten „Kohlewelt“, Halle 18 neu erbaut. Sie soll bis zum Herbst fer­tig wer­den. Die Eröffnung ist Ende 2025 geplant, das Kunstwerk soll min­des­tens zehn Jahre lang zu sehen sein. Wir wer­den berich­ten, sobald es so weit ist, mit Einblicken von Thomas Lein, Vorsitzender der SPD-GRÜNE-Fraktion und Bürgermeister von Oelsnitz.


Am Bahnhof in Olbernhau denkt man gleich an den berühm­ten Hollywood-Schriftzug in Los Angeles, wenn man das Werk „Plywood“ von Jay Gard sieht. „Plywood heißt Sperrholz und sym­bo­li­siert die Holzindustrie in Olbernhau“, so Undine Fritzsche. „Das Material ist pul­ve­ri­sier­tes Kupfer, was wie­der­um eine gute Verbindung zum Olbernhauer Kupferhammer herstellt.“

„Plywood“ von Jay Gard in Olbernhau (Foto: Holger Haase)


In Zschopau am Ufer des gleich­na­mi­gen Flusses lädt das Kunstwerk „Fließgleichgewicht“ von Michael Sailstorfer ein, sich Gedanken über Stadt und Fluss im Laufe der Zeit zu machen. Der Begriff „Fließgleichgewicht“ stammt aus der Biologie, er bezieht sich auf einen Gleichgewichtszustand zwi­schen ein- und aus­strö­men­den Substanzen. Bereits im Mittelalter dien­te die­ser Abschnitt des Flusses als Querungsstelle für Händler, die Salz zwi­schen Leipzig und Prag trans­por­tier­ten. Der Spiegel selbst erin­nert an einen Motorradseitenspiegel und damit an die Motorradproduktion in Zschopau. Hendrik Uhlmann betont: „Mit dem ‚Fließgleichgewicht‘ haben wir nicht nur ein beein­dru­cken­des Kunstwerk erhal­ten, son­dern auch einen Ort der Reflexion über die Verbindung von Natur, Geschichte und Zukunft. Die Skulptur regt zum Nachdenken über öko­lo­gi­sche Gleichgewichte und die his­to­ri­sche Entwicklung unse­rer Stadt an.“

„Fließgleichgewicht“ von Michael Sailstorfer in Zschopau (Foto: Nils Sigmund)


-> Programm zur Eröffnung des Purple Path vom 11. bis 13. April 2025: https://chemnitz2025.de/purple-path/eroeffnung


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Fraktion

Erste Klausur der SPD-GRÜNE-Fraktion in Amtsberg

Zu ihrer ers­ten Klausur hat sich die SPD-GRÜNE-Fraktion am 14. und 15. März 2025 in Amtsberg getrof­fen. Im Sitzungsteil ging es um Themen aus den Ausschüssen und um alles, was die Fraktion aktu­ell umtreibt. Am Freitagabend konn­ten Mitglieder der bei­den Kreisverbände vor­bei­schau­en und mit der Fraktion ins Gespräch kom­men. Der kul­tu­rel­le Teil führ­te am Freitag zur Schauanlage Mini-Weißbach und am Samstag zum Purple-Path-Kunstwerk auf der Dittersdorfer Höhe.

Mini-Weißbach besteht aus Modellen von Weißbacher Häusern im Maßstab 1:10. Das ers­te Gebäude war die Weißbacher Kirche, ein Geschenk der Kirchlichen Erwerbsloseninitiative Zschopau zum Festumzug 2002 anläss­lich 550 Jahre Weißbach. Das Modell soll­te öffent­lich gezeigt wer­den, und so grün­de­te sich 2004 im Heimatverein Weißbach die Arbeitsgruppe „Mini-Weißbach“, die neue Häuser baut und die Schauanlage im klei­nen Park an der Grießbacher Straße in Schuss hält. Dort fin­den sich mitt­ler­wei­le 25 Modelle. An jedem Haus sind span­nen­de Details zu ent­de­cken, bei den meis­ten kann man einen Knopf drü­cken und damit Figuren in Bewegung brin­gen. Besonders sehens­wert ist Mini-Weißbach im Advent, wenn alles weih­nacht­lich geschmückt ist und unzäh­li­ge Lichter strah­len. 2024 hat der Heimatverein Weißbach unter ande­rem für die­ses Projekt den Ehrenamtspreis des Erzgebirgskreises, „Erzgebürger“, erhalten.

Fraktionsmitglied Holger Haase, der in Weißbach lebt und Mitglied im Heimatverein Weißbach ist, wuss­te zu jedem Haus etwas Interessantes zu erzäh­len. „Die Schauanlage ist mitt­ler­wei­le über­re­gio­nal bekannt und zieht Jahr für Jahr mehr Besucher an. Durch die gemein­sa­me Arbeit an Mini-Weißbach wird aber auch der Zusammenhalt im Ort geför­dert. Neben den älte­ren ‚Hasen‘, die sich um den Bau der Häuser küm­mern, konn­ten vie­le jun­ge Leute gewon­nen wer­den, die sich um Pflege und Erhalt bemü­hen. Auf der Anlage wer­den zudem ver­schie­de­ne Feste der Gemeinde gefei­ert, etwa das Weinfest, Maibaumsetzen und Lichterhaus-Stunden.“

Von der Dittersdorfer Höhe hat man je nach Wetterlage eine fan­tas­ti­sche Aussicht auf Chemnitz und den Erzgebirgskamm. Seit letz­tem Jahr steht dort ein Purple-Path-Kunstwerk, „Zwei in ein ander Gewobene“ von Olaf Holzapfel. Die etwa 14 Meter hohe Skulptur aus Holz hat­te an die­sem Ort einen his­to­ri­schen Vorgänger, einen Triangulationsturm. Dieser wur­de im Rahmen der „Königlich-Sächsischen Triangulirung“ errich­tet, einer Landesvermessung und Kartierung des Königreiches Sachsen, die von 1862 bis 1890 statt­fand. Bis in die 1970er-Jahre stand der alte Turm dort. Holger Haase: „Der neue Turm, also das Purple-Path-Kunstwerk, hat sich zu einem wah­ren Ausflugsziel ent­wi­ckelt. Wöchentlich schau­en meh­re­re Hundert Besucherinnen und Besucher vorbei.“

Fazit von Thomas Lein, dem Vorsitzenden der SPD-GRÜNE-Fraktion: „Wir konn­ten unse­re Klausur nut­zen, um zen­tra­le poli­ti­sche Weichen für die kom­men­de Zeit zu stel­len. Wir haben inten­siv über unse­re Schwerpunkte dis­ku­tiert, gemein­sa­me Strategien ent­wi­ckelt und den Zusammenhalt inner­halb der Fraktion gestärkt. Es war ein wich­ti­ger Termin, damit wir wei­ter geschlos­sen und ent­schlos­sen unse­re Ziele umsetzen.“

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Landkreis

Erzgebürger: bis 31. März Vorschläge für Ehrenamtspreis einreichen

Zum sieb­ten Mal loben der Landrat und der Kreistag des Erzgebirgskreises den Ehrenamtspreis „Erzgebürger“ aus. Man kann dafür Personen, Vereine, Gruppierungen, Institutionen oder Projekte im Landkreis vorschlagen.

Es gibt vier Kategorien: Engagement für das Gemeinwohl, Engagement für eine lebens­wer­te Heimat, Engagement für Kultur, Sport und Tourismus sowie den Sonderpreis „Jung und enga­giert im ERZ“.

Die Vorschläge sind bis Montag, 31. März 2025, ein­zu­rei­chen, und zwar online, per E‑Mail oder Brief.

Eine Jury ermit­telt die Preisträgerinnen und Preisträger. Diese wer­den bei einer Gala am 7. November 2025 im Kulturhaus Aue bekannt gege­ben. Von der SPD-GRÜNE-Fraktion ist Holger Haase Mitglied der Jury: „Es ist kei­ne leich­te Aufgabe, aus dem viel­schich­ti­gen, umfang­rei­chen Engagement eine Auswahl zu tref­fen. Aber zu sehen, wie vie­le Menschen sich auf vie­ler­lei Art und Weise im Landkreis ehren­amt­lich ein­brin­gen, macht Hoffnung und Mut, gesell­schaft­li­che Herausforderungen auch in Zukunft zu meis­tern und unse­re Heimat lebens- und lie­bens­wert zu gestalten.“

Mit dem Erzgebürger-Preis und der Gala soll zum einen kon­kret Menschen gedankt wer­den, die Zeit und Herzblut in ein Ehrenamt ste­cken. Zum andern rich­tet sich bei die­ser Gelegenheit der Scheinwerfer aufs Ehrenamt ins­ge­samt: Ohne all die Ehrenamtlichen wür­den Landkreis und Gemeinden schlecht daste­hen, gera­de da bei knap­pen Mitteln und klam­men Kassen oft genug zuerst bei Kultur und Sozialem gekürzt wird.