Am vergangenen Freitag, den 7. November 2025, wurde im Kulturhaus Aue zum siebten Mal der Ehrenamtspreis des Erzgebirgskreises „Erzgebürger“ verliehen, und zwar in den Kategorien „Engagement für das Gemeinwohl“, „Engagement für eine lebenswerte Heimat“, „Engagement für Kultur, Sport und Tourismus“ sowie „Jung und engagiert im ERZ“. An der festlichen Gala nahmen von der SPD-GRÜNE-Fraktion Vorsitzender Thomas Lein und Holger Haase teil, der Mitglied in der „Erzgebürger“-Jury ist.
„Erzgebürger“-Gala am 7. November 2025. Foto: Holger Haase
Mit dem „Erzgebürger“-Preis und der Gala soll zum einen konkret Menschen gedankt werden, die Zeit und Herzblut in ein Ehrenamt stecken. Zum andern richtet sich bei dieser Gelegenheit der Scheinwerfer aufs Ehrenamt insgesamt. „Sie werden gesehen. Sie werden geachtet. Sie sind nicht vergessen – auch wenn Sie heute nicht zu den Preisträgern oder Nominierten gehören“ war dementsprechend auch der Tenor verschiedener Laudationen und der Ansprache von Landrat Rico Anton.
„Diese Ehrung will Hoffnung wecken, Mut machen, Ansporn sein und findet sachsenweit viel Beachtung“, so Holger Haase. „Das spiegelte sich in den Würdigungen verschiedener prominenter Rednerinnen und Redner aus Bundes- und Landespolitik wider. Der Erzgebirgskreis schenkt seinen Ehrenamtlichen große Aufmerksamkeit, verbunden mit Mutmachsignalen an die, die oft im Verborgenen Gutes tun und sich ohne viel Aufheben für die Allgemeinheit oder Hilfsbedürftige einsetzen. Das Erzgebirge ist damit ein Leuchtturm im ganzen Freistaat. Die zehn Preisträgerinnen und Preisträger wurden in verschiedenen Medien genannt, die gesamte Verleihung kann auch im Nachhinein auf YouTube angeschaut werden. Für alle Beteiligten war es eine beeindruckende Veranstaltung in einem beachtlichen kulturellen und kulinarischen Rahmen.
Mein persönlicher Favorit war der Friedensglocke Fichtelberg e. V. aus Schwarzenberg, Sieger in der Kategorie ‚Engagement für das Gemeinwohl‘. Faszinierend schon der Gedanke, mit einer Glocke auf dem Fichtelberg weithin hör- und sichtbar an die wiedergewonnene Einheit Deutschlands zu erinnern und gleichzeitig Mahnung für den Frieden in der Welt zu sein. Noch größeren Respekt nötigt die materielle und geistig-körperliche Leistung ab, die der Verein aufbrachte, der eigens für die Ersatzbeschaffung der mutwillig beschädigten ersten Glocke gegründet wurde: Neuguss in Innsbruck, Bau und Aufstellung eines neuen Glockenstuhls, Organisation des Läutedienstes und vieles mehr. Alles in der Freizeit und größtenteils mit Spendenmitteln.“
Mitglieder des Friedensglocke Fichtelberg e. V. Foto: Holger Haase
„Die finanziellen Rahmenbedingungen für den ‚Erzgebürger‘-Preis waren in diesem Jahr weniger gut. Finanziert wird das Event aus Steuermitteln und mithilfe von Sponsoren wie der Erzgebirgssparkasse. Erstmals betrat 2025 ein neuer Unterstützer die Bühne: eins energie in sachsen. Mit diesem leistungsstarken Partner ist die Zukunft des ‚Erzgebürger‘ nun ein Stück weit auch zukünftig auf sichere Füße gestellt“, schließt Holger Haase.
„Es ist richtig und wichtig, dass der Erzgebirgskreis trotz der angespannten Haushaltslage an der Auszeichnung festhält“, betont Thomas Lein. „Die ehrenamtlich tätigen Menschen sind für den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft von wesentlicher Bedeutung. Sie übernehmen Aufgaben, welche die Kommunen selbst nicht stemmen können. Vor ihrer Arbeit können wir nur den Hut ziehen und unsere allerhöchste Wertschätzung zeigen. Herzlichen Glückwunsch an die Preisträgerinnen und Preisträger, alles Gute und macht weiter so tolle Arbeit.“
Für den „Erzgebürger 2026“ kann man ab dem 1. Januar 2026 Personen, Vereine, Gruppierungen, Institutionen oder Projekte im Landkreis vorschlagen. Vielleicht fällt Ihnen ja jemand ein, die oder der diesen Preis unbedingt erhalten sollte?
Alle Preisträgerinnen und Preisträger sowie mehr Infos finden Sie hier: https://ehrenamt.erzgebirgskreis.de/erzgebuerger
Erzgebürger-Gala am 8. November 2024 im Kulturhaus Aue. Foto: Holger Haase
„Zwei in ein ander Gewobene“ von Olaf Holzapfel in Amtsberg OT Dittersdorf (Foto: Holger Haase)
In Jahnsdorf ist seit Mitte 2024 Jeppe Heins „Modified Social Bench for Jahnsdorf #1“ zu finden, eine mehrteilige Bank aus Aluminium. „Der Purple Path ist mehr als die Kunstwerke, er verbindet die Menschen der Region unter anderem durch gemeinsame alte und neue Traditionen und Kulturprojekte, bietet viele Erlebnisse und Geschichten“, führt Dr. Elke Stadler aus. „Kommen auch Sie nach Jahnsdorf und nehmen Sie Platz an diesem erholsamen Ort!“
„Modified Social Bench for Jahnsdorf #1“ von Jeppe Hein in Jahnsdorf (Foto: Elke Stadler)
„Marienberg beteiligt sich mit thematischen Veranstaltungen und ist damit auch Teil der Kulturregion und des Purple Path selbst. Mit einem eigenen Kunstwerk wartet die Stadt jedoch leider nicht auf“, erläutert Kay Meister. „Ich hatte mich für das Kunstwerk ausgesprochen, das auf dem Marienberger Marktplatz geplant war, der Stadtrat hat es jedoch im September 2024 knapp abgelehnt. Es gab 8 Ja-Stimmen, unter anderem von der Fraktion ‚Zukunft für Marienberg‘, der ich angehöre, und von der Linke, 9 Gegenstimmen sowie 7 Stimmenthaltungen. Damit wurde die Chance verpasst, an diesem schillernden Event in unserer Region mit einem originellen Beitrag in Form eines Kunstwerks teilzunehmen und damit kulturell auf Jahre zu punkten.“
Am Bahnhof in Olbernhau denkt man gleich an den berühmten Hollywood-Schriftzug in Los Angeles, wenn man das Werk „Plywood“ von Jay Gard sieht. „Plywood heißt Sperrholz und symbolisiert die Holzindustrie in Olbernhau“, so Undine Fritzsche. „Das Material ist pulverisiertes Kupfer, was wiederum eine gute Verbindung zum Olbernhauer Kupferhammer herstellt.“
„Plywood“ von Jay Gard in Olbernhau (Foto: Holger Haase)
In Zschopau am Ufer des gleichnamigen Flusses lädt das Kunstwerk „Fließgleichgewicht“ von Michael Sailstorfer ein, sich Gedanken über Stadt und Fluss im Laufe der Zeit zu machen. Der Begriff „Fließgleichgewicht“ stammt aus der Biologie, er bezieht sich auf einen Gleichgewichtszustand zwischen ein- und ausströmenden Substanzen. Bereits im Mittelalter diente dieser Abschnitt des Flusses als Querungsstelle für Händler, die Salz zwischen Leipzig und Prag transportierten. Der Spiegel selbst erinnert an einen Motorradseitenspiegel und damit an die Motorradproduktion in Zschopau. Hendrik Uhlmann betont: „Mit dem ‚Fließgleichgewicht‘ haben wir nicht nur ein beeindruckendes Kunstwerk erhalten, sondern auch einen Ort der Reflexion über die Verbindung von Natur, Geschichte und Zukunft. Die Skulptur regt zum Nachdenken über ökologische Gleichgewichte und die historische Entwicklung unserer Stadt an.“
„Fließgleichgewicht“ von Michael Sailstorfer in Zschopau (Foto: Nils Sigmund)




Oelsnitzer Blasmusikanten – Bergmusikkorps „Glück Auf“. Foto: Holger Haase