Am 20. März ist Weltspatzentag. Damit soll der Blick auf diesen Vogel gelenkt werden und darauf, dass weltweit seine Bestände erheblich zurückgehen. In Deutschland steht der Haussperling auf der Vorwarnliste bedrohter Vogelarten.
Der Spatz ist wahrscheinlich der bekannteste Vogel im Erzgebirge. Gern ist er in Schwärmen unterwegs, das Tschilpen vieler Spatzen aus Hecken und Büschen ist nicht zu überhören. Sie sind sehr standorttreu und gesellig, man könnte sagen, echte Erzgebirger. Was wäre unsere erzgebirgische Landschaft ohne den Spatz?
„In vielen Gemeinden im Erzgebirge beobachten Ornithologen einen deutlichen Rückgang der Bestandszahlen des Sperlings“, so Kay Meister von der SPD-GRÜNE-Fraktion. „Dies kommt einer Trendwende gleich, denn bis Mitte des letzten Jahrhunderts war der Spatz noch überall häufig.“
„Der Spatz lebt dort, wo Menschen wohnen. Er benötigt für sein fast kugelförmig Nest Nischen und Höhlen, am liebsten in der Nähe von anderen Spatzen. Dafür sind die für erzgebirgische Häuser typischen Dachkästen und Feldsteinmauern mit Ritzen hervorragend geeignet. Doch diese Brutquartiere werden zunehmend rar. Wenn Häuser saniert, renoviert oder neu gebaut werden, gibt es meist keinen Platz mehr für die Spatzen.“
„Spatzen ernähren sich vor allem von Samen, etwa von Weizen, Hafer, Gerste, Wildgräsern und Wildkräutern. Sie brauchen Insekten, um ihre Jungen aufziehen. Wenn in Landwirtschaft und Garten Gift eingesetzt wird, sterben Insekten und die Spatzen finden nicht genug Nahrung. Das Gleiche gilt für Schottergärten und Gärten mit exotischen Pflanzen, die keine Insekten anziehen.“
„Wir können alle etwas für die Spatzen tun, das ist eigentlich ziemlich einfach. Damit unsere Kinder auch in Zukunft in den erzgebirgischen Gemeinden tschilpende Spatzenschwärme erleben können.“
Was Spatzen hilft:
• Mehrere Nistkästen am Haus (Spatzen sind gesellige Gebäudebrüter)
• Bei Neubau z. B. Niststeine ins Mauerwerk integrieren
• Heimische, insektenfreundliche Pflanzen im Garten
• Im Garten auch mal (ein Stück) Wiese wachsen lassen
• Heimische Sträucher und Hecken als Rückzugsort
• Sandbad und Wasserstelle
• Begrünte Fassaden
Zum Weiterlesen:
Auswertung der Wintervogelzählung des NABU vom 10. bis 12. Januar 2025: „Endergebnis der ‚Stunde der Wintervögel‘. Weniger Spatzen, Meisen und Amseln“ (unten ist eine interaktive Karte mit den Werten zu allen Arten und Orten) -> https://www.nabu.de/news/2025/01/35775.html
Zur Person:
Kay Meister ist für die SPD-GRÜNE-Fraktion Mitglied der Verbandsversammlung des Zweckverbands Naturpark Erzgebirge/Vogtland. Er ist freiberuflicher Diplom-Biologe und Umweltbildner sowie Kreisnaturschutzbeauftragter.
Spatz im Winter, Foto von Kay Meister