Zum achten Mal loben der Landrat und der Kreistag des Erzgebirgskreises den Ehrenamtspreis „Erzgebürger“ aus. Man kann dafür Personen, Vereine, Gruppierungen, Institutionen oder Projekte im Landkreis vorschlagen.
Es gibt vier Kategorien: Engagement für das Gemeinwohl, Engagement für eine lebenswerte Heimat, Engagement für Kultur, Sport und Tourismus sowie „Jung und engagiert im ERZ“.
Die Vorschläge sind bis Montag, 31. März 2026, einzureichen, und zwar online, per E‑Mail oder Brief.
Eine Jury ermittelt die Preisträgerinnen und Preisträger. Diese werden bei einer Gala am 6. November 2026 im Kulturhaus Aue bekannt gegeben.
Von der SPD-GRÜNE-Fraktion ist Holger Haase Mitglied der Jury: „Diese Ehrung will Hoffnung wecken, Mut machen, Ansporn sein und findet sachsenweit viel Beachtung. Der Erzgebirgskreis schenkt seinen Ehrenamtlichen damit große Aufmerksamkeit, verbunden mit Mutmachsignalen an die, die oft im Verborgenen Gutes tun und sich ohne viel Aufheben für die Allgemeinheit oder Hilfsbedürftige einsetzen.“
„Es ist richtig und wichtig, dass der Erzgebirgskreis trotz der angespannten Haushaltslage an der Auszeichnung festhält“, so Fraktionsvorsitzender Thomas Lein. „Die ehrenamtlich tätigen Menschen sind für den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft von wesentlicher Bedeutung. Sie übernehmen Aufgaben, welche die Kommunen selbst nicht stemmen können. Vor ihrer Arbeit können wir nur den Hut ziehen und unsere allerhöchste Wertschätzung zeigen.“
Der Kreisschülerrat des Erzgebirgskreises hatte am Dienstag, den 13. Januar 2026, seine 2. Vollversammlung. Mitte Dezember erhielt Thomas Lein, Vorsitzender der SPD-GRÜNE-Fraktion im Kreistag, dafür eine Einladung – ebenso wie die anderen Kreistagsfraktionen und der Landrat.
Die Delegierten der Schulen des Landkreises wollten die Standpunkte der Fraktionen zur Jugendbeteiligung im Erzgebirgskreis kennenlernen und es sollte eine Grundlage für einen konstruktiven Austausch sowie eine zukünftige Zusammenarbeit geschaffen werden.
Drei Leifragen schlug der Vorstand des Kreisschülerrats für einen fünfminütigen Redebeitrag vor:
Welche Bedeutung hat Jugendbeteiligung aus Sicht Ihrer Fraktion, insbesondere auf Kreisebene?
Auf welche Weise unterstützt Ihre Fraktion die Arbeit des Kreisschülerrats konkret bzw. welche Möglichkeiten der Unterstützung sehen Sie künftig?
Welche politischen Ziele verfolgen SPD und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Erzgebirgskreis, um junge Menschen stärker einzubinden und ihre Anliegen sichtbar zu machen?
Thomas Lein konnte leider nicht teilnehmen, sodass Philipp Riese aus dem Vorstand von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Erzgebirge die Fraktion bei der Veranstaltung in Annaberg-Buchholz vertreten hat.
Freie Wähler, BSW und LINKE hatten ebenfalls jemanden zur Vollversammlung geschickt. Von der CDU/FDP-Fraktion war niemand da, der Landrat war nicht da, auch keine/r seiner drei Beigeordneten.
Unten die Rede von Thomas Lein und Philipp Riese zum Nachlesen.
Liebe Schülerinnen und Schüler,
zunächst einmal bedanken wir uns ganz herzlich für die Einladung. Leider kann Thomas Lein als Vorsitzender der SPD-GRÜNE-Fraktion nicht teilnehmen. Er ist terminlich als Bürgermeister stark eingebunden und die Einladung kam auch etwas kurzfristig. Wir wollten euch nicht hängen lassen. Eure Fragen sind wichtig, und ihr sollt eine persönliche Antwort bekommen. Deshalb haben die Grünen und die SPD jemanden geschickt, der sich gut mit Jugendarbeit auskennt.
Der Erzgebirgskreis steht aus demografischer Sicht vor einer schweren Zukunft. Modellrechnungen des Statistischen Landesamtes gehen vom größten Bevölkerungsrückgang in ganz Sachsen aus. Gleichzeitig wird von einer Steigerung des Durchschnittsalters ausgegangen. Deshalb ist es umso wichtiger, dass der Jugend eine Stimme gegeben wird, und diese muss auch gehört werden. Es gibt viele Themen, bei denen ihr ein Mitspracherecht haben solltet. Eure Meinungen und Interessen sollten wir nicht einfach übergehen.
Grundsätzlich sieht § 43a der Sächsischen Landkreisordnung eine Beteiligung bei Planungen und Vorhaben vor, die die Interessen von Kindern und Jugendlichen berühren. Hierzu soll der Landkreis entsprechende Verfahren entwickeln. Unsere Fraktion ist der Meinung, dass dies ausbaufähig ist! Das Gesetz lässt dem Kreis viel Spielraum. Was der Kreis daraus macht, ist letztlich ein Ausdruck davon, wie ernst die Kreisrätinnen und Kreisräte das Thema nehmen.
Wenn wir über echte Jugendbeteiligung sprechen, dann nicht über ein paar symbolische Aktionen, sondern über Strukturen, die jungen Menschen dauerhaft eine Stimme geben. Ein wichtiger Baustein dafür sind unsere Jugenddialoge und Jugendforen. Das sind kreisweite Veranstaltungen, bei denen Jugendliche zu den Themen gehört werden, die sie selbst betreffen. Dort entsteht Raum für Austausch, für Kritik, für Ideen und vor allem für das Gefühl, dass ihre Perspektiven ernst genommen werden.
Ein gutes Beispiel für echte Jugendbeteiligung ist das Landratsamt im Kreis Reutlingen, genauer gesagt das Kreisjugendamt. Sie koordinieren und unterstützen Veranstaltungen fachlich – dadurch haben Jugendliche verlässliche Ansprechpersonen und ihre Anliegen können strukturiert in den politischen Prozess einfließen.
Ein gutes Beispiel für gelungene Jugendbeteiligung findet sich auch im Landkreis Teltow‑Fläming. Dort ist die Kinder- und Jugendbeteiligung fest in der Hauptsatzung verankert. Die Verwaltung ist verpflichtet, junge Menschen bei allen kreisweiten Vorhaben altersgerecht einzubeziehen. Auf dieser Grundlage wurde ein umfassendes Beteiligungskonzept entwickelt, das über die Fachämter des Landratsamtes umgesetzt wird. Auch dort gibt es, wie bei uns, noch keinen Jugendkreisrat oder Jugendkreistag. Aber der Landkreis zeigt, wie gewählte oder berufene junge Vertreterinnen und Vertreter systematisch in die Zusammenarbeit mit Verwaltung und Landrat eingebunden werden können. So entsteht eine verbindliche Struktur, die Jugendlichen echte Mitgestaltung ermöglicht.
Ein Blick in weitere Landkreise zeigt, wie vielfältig Jugendbeteiligung bereits umgesetzt wird. In Wunsiedel entscheiden Jugendliche aktiv über die Vergabe von Fördermitteln mit und sind über das Landratsamt direkt in die Projektförderung eingebunden. Der Kreis Unna setzt mit einem eigenen Jugendkreistag auf eine feste Interessenvertretung, die regelmäßig mit Landrat und Verwaltung im Austausch steht und den Kreistag beratend unterstützt. Im Kreis Mettmann übernimmt ein dauerhaft eingerichteter Kreisjugendrat diese Rolle: Er ist eng an das Landratsamt angebunden, arbeitet in Verwaltungsprozessen mit und vertritt die Anliegen junger Menschen auf Kreisebene.
Diese Beispiele zeigen, dass ein enger Austausch und eine echte Zusammenarbeit miteinander möglich und nötig sind. Und genau da liegt auch das Problem. Bisher gab es wenig Kontakt mit dem Kreisschülerrat und unserer Fraktion. Das gehört geändert. Ihr seid eingeladen, immer auf uns zuzukommen mit euren Anliegen. Das müssen keine formellen Treffen sein, sondern gern auch einfach per Videokonferenz.
Unsere Fraktion setzt sich für eine sozial gerechte, nachhaltige und bürgernahe Entwicklung des Landkreises ein. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf der Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts und dem Erhalt zentraler sozialer Angebote. Dazu gehört auch die Schulsozialarbeit. Deren Ausstattung wurde in der vergangenen Legislaturperiode durch den Einsatz von SPD und Grünen im Landtag deutlich verbessert.
Gleichzeitig engagiert sich die Fraktion für Umwelt- und Naturschutz, etwa den Schutz von Arten und Lebensräumen sowie die Förderung ökologischer Bildungsarbeit. Auch kulturelle Vielfalt, Heimatpflege und regionale Identität spielen eine wichtige Rolle, weil sie wesentlich zur Lebensqualität im Erzgebirgskreis beitragen.
In finanz- und strukturpolitischen Fragen setzt die Fraktion auf Transparenz, demokratische Mitwirkung und eine verantwortungsvolle Haushaltsführung, die den Landkreis langfristig stabil und zukunftsfähig hält. Dazu gehört ausdrücklich NICHT die symbolische Blockade von Pflichtzahlungen, die auch die Jugendarbeit betreffen. Natürlich muss die Finanzierung gesichert sein, unterstützt durch Bund und Land. Doch dieser Konflikt darf nicht zulasten derjenigen gehen, die kein echtes Mitspracherecht besitzen – vor allem nicht zulasten der Kinder und Jugendlichen.
2025 neigt sich dem Ende zu – ein Jahr, das die SPD-GRÜNE-Kreistagsfraktion mit viel Engagement, Gesprächen und konkreten Themen im Erzgebirgskreis gestaltet hat. Ein paar Beispiele seien hier genannt.
Ehrenamt stärken und würdigen
Im November wurde der Ehrenamtspreis „Erzgebürger“ zum siebten Mal verliehen. An der Gala im Kulturhaus Aue nahmen Fraktionsvorsitzender Thomas Lein und „Erzgebürger“-Jurymitglied Holger Haase teil. In den Laudationen wurde deutlich: Ehrenamtliches Engagement ist das Rückgrat unserer Gesellschaft und verdient höchste Anerkennung. Den Preisträgerinnen und Preisträgern gilt unser herzlicher Glückwunsch und Dank für ihre tatkräftige Arbeit!
Natur und Artenvielfalt fördern
Gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern setzen wir uns für den Schutz von Wildbienen, Insekten und typischen Landschaftselementen wie Bergwiesen ein. Unsere Veranstaltung Ende Juli in Rübenau bot Raum für Austausch und praktische Hinweise zum Naturschutz.
Natur- und Artenschutz weiterdenken
Beiträge über bedrohte Arten wie Erdkröten oder die Bedeutung von Bäumen wie der Linde als Heil- und Kulturbaum haben wichtige ökologische Themen in den Fokus gerückt und zur Diskussion über Lebensraum und Klimawandel angeregt.
Bildung und Gesellschaft
Wir haben uns intensiv mit dem Thema Schulsozialarbeit beschäftigt – einer zentralen Unterstützung für Kinder und Jugendliche, die in Schulen eine wichtige Rolle für Förderung, Beratung und Prävention spielt.
Kurzum: Vielfalt, Engagement und Respekt vor Natur und Mitmenschen stehen im Mittelpunkt unserer Fraktionsarbeit – getragen von dem Wunsch, unseren Landkreis gemeinsam voranzubringen.
Zu Weihnachten wünschen wir Ihnen friedvolle Tage im Kreise Ihrer Familie, Freundinnen und Freunde, Kraft und Zuversicht für das neue Jahr und Momente der Ruhe und des Miteinanders.
Gerade in herausfordernden Zeiten sind Solidarität und Aufmerksamkeit füreinander besonders wichtig – miteinander reden, einander zuhören.
In diesem Sinne danken wir Ihnen für Ihr Vertrauen, Ihre Impulse und dafür, dass Sie unsere Arbeit im Landkreis interessiert verfolgen.
Frohe Weihnachten und ein gutes, gesundes neues Jahr 2026!
Ihre SPD-GRÜNE-Fraktion im Kreistag des Erzgebirgskreises – Thomas Lein, Kay Meister, Undine Fritzsche, Holger Haase, Elke Stadler und Hendrik Uhlmann
Hilfe-Telefonnummern
Bei persönlichen Problemen und Sorgen finden Sie auch in der Weihnachtszeit Hilfe und Unterstützung bei Beratungsstellen und Hilfetelefonen.
Anfang Januar begann das Kulturhauptstadtjahr Chemnitz 2025, am letzten Novemberwochenende endete es. Der Purple Path jedoch besteht weiterhin. Mitte April war der Kunst- und Skulpturenweg offiziell eröffnet worden, und er wird auch nach 2025 Chemnitz mit 38 Städten und Gemeinden im Umland verbinden. Die Kunstwerke sollen auf Jahrzehnte erhalten bleiben.
Eins ist erst am 28. November eingeweiht worden, James Turrells Lichtskulptur „Beyond Horizons 2025“ in Oelsnitz/Erzgeb. Dazu Fraktionsvorsitzender Thomas Lein: „Als Teil des regionalen Kunst- und Kulturprojekts Purple Path schlägt die Installation eine Brücke zwischen Orten, Menschen und künstlerischen Positionen. Der Purple Path verbindet internationale Kunst mit der erzgebirgischen Landschaft und Industriegeschichte – Turrells Arbeit wird dabei zu einem neuen, strahlenden Mittelpunkt.“
Ein großer Fan und Unterstützer des Purple Path ist auch Fraktionsmitglied Holger Haase: „Der Purple Path hat sich, nachdem er anfangs zum Teil belächelt oder gar verspottet wurde, zu einem touristischen Anziehungspunkt der ganzen Region entwickelt. Ich konnte beobachten, wie unentwegt kleine oder größere Gruppen auf dem Kunst- und Skulpturenweg unterwegs waren. Zu Fuß, mit Fahrrad und Handy-App, mit eigenem Auto oder organisiert in Busreisen.
Dies tat und tut unserer Region gut, denn die Besucherinnen und Besucher befassen sich größtenteils auch mit dem Drumherum und kommen auf diese Weise auf die Spuren unserer heimatlichen Schätze. Der Purple Path wird nach- und weiterwirken, da bin ich mir sicher. Heute heißt es oft: ‚Das muss man gesehen haben‘ oder ‚Du warst wirklich noch nicht dort?‘ Mein Tipp: Bleiben Sie neugierig …“
(Bild von links oben im Uhrzeigersinn: „Modified Social Bench for Jahnsdorf #1“ von Jeppe Hein in Jahnsdorf, Foto von Elke Stadler; „Zwei in ein ander Gewobene“ von Olaf Holzapfel in Amtsberg OT Dittersdorf, Foto von Holger Haase; „Plywood“ von Jay Gard in Olbernhau, Foto von Holger Haase; „Fließgleichgewicht“ von Michael Sailstorfer in Zschopau, Foto von Nils Sigmund)
Mit „Beyond Horizons 2025“ ist in Oelsnitz/Erzgeb. ein Kunstwerk entstanden, das in Deutschland und Europa seinesgleichen sucht. Geschaffen vom weltberühmten Lichtkünstler James Turrell, zählt die Installation bereits jetzt zu den bedeutendsten kulturellen Neuzugängen der Region und darüber hinaus. Turrell, einer der prägendsten Künstler unserer Zeit, nutzt seit Jahrzehnten Licht als Material, um Räume zu formen und Wahrnehmung zu verändern. Seine Werke – von den Lichtkammern auf der japanischen Kunstinsel Naoshima bis zu monumentalen Projekten wie dem Roden Crater in den USA – üben weltweit eine einzigartige Faszination aus. Nun ist ein solches Meisterwerk erstmals im Erzgebirge begehbar.
Ein Raum ohne Schatten – eine Erfahrung außerhalb der Zeit
Wer den Raum von „Beyond Horizons 2025“ betritt, befindet sich nicht einfach in einer Ausstellung – sondern taucht in eine andere Wirklichkeit ein. Turrells Lichtarchitekturen schaffen eine Umgebung, in der es keine Schatten, keine Orientierungspunkte und keinen festen Raumbezug mehr gibt. Farben verschmelzen, Flächen verflüssigen sich, Bewegungen werden stiller – Zeit scheint sich auszudehnen oder ganz zum Stehen zu kommen.
Um diese seltene Intensität des Erlebens zu ermöglichen, ist die Zahl der Besucherinnen und Besucher bewusst begrenzt: Pro Zeitfenster können lediglich rund zehn Personen in die Installation eintreten. So entsteht ein Moment der Ruhe, der Konzentration und des tiefen Eintauchens, den kaum eine andere Kunstform ermöglicht.
Ein einmaliger Ort in Sachsen, Deutschland und Europa
Die Installation ist aufgrund ihrer lichtkünstlerischen Qualität außergewöhnlich, aber auch wegen ihres spektakulären Rahmens: In Oelsnitz wurde eine imposante ehemalige Industriehalle zu einem modernen Ausstellungsort umgestaltet, der die Wirkung der Lichtarchitektur nochmals verstärkt.
In Europa, Deutschland und Sachsen ist die Arbeit absolut einzigartig, es findet sich kaum ein vergleichbares Turrell-Werk dieser Größenordnung und Präzision. Mit „Beyond Horizons 2025“ erhält das Erzgebirge ein Kunstwerk, das das Potenzial hat, zu einem ikonischen Pilgerort für Kunstliebhaber zu werden.
Verbindungskraft für eine ganze Region – Teil des Purple Path
Als Teil des regionalen Kunst- und Kulturprojekts Purple Path schlägt die Installation eine Brücke zwischen Orten, Menschen und künstlerischen Positionen. Der Purple Path verbindet internationale Kunst mit der erzgebirgischen Landschaft und Industriegeschichte – Turrells Arbeit wird dabei zu einem neuen, strahlenden Mittelpunkt.
Sie macht Kunst erlebbar, nicht bloß sichtbar, und hebt das Erzgebirge als Kulturregion auf eine neue Ebene. Die Strahlkraft eines solchen Ortes kann weit über die Region hinaus wirken – als Aushängeschild, Identifikationspunkt und kultureller Magnet für Menschen aus ganz Europa.
Thomas Lein ist Vorsitzender der SPD-GRÜNE-Fraktion im Kreistag des Erzgebirgskreises und Mitglied im Kreis- und Finanzausschuss. Er lebt in Oelsnitz/Erzgeb. und ist Bürgermeister der Stadt.
Am 28. November 2025 wurde „Beyond Horizons 2025“ eingeweiht, seit dem 29. November ist das Kunstwerk für Besucherinnen und Besucher zu erleben.
Die begehbare Lichtinstallation befindet sich in Oelsnitz/Erzgeb. auf dem Gelände des ehemaligen Karl-Liebknecht-Schachtes in der Halle 18, gleich neben dem Steinkohlenbergbaumuseum Kohlewelt, das eine Einrichtung des Erzgebirgskreises ist.
Am vergangenen Freitag, den 7. November 2025, wurde im Kulturhaus Aue zum siebten Mal der Ehrenamtspreis des Erzgebirgskreises „Erzgebürger“ verliehen, und zwar in den Kategorien „Engagement für das Gemeinwohl“, „Engagement für eine lebenswerte Heimat“, „Engagement für Kultur, Sport und Tourismus“ sowie „Jung und engagiert im ERZ“. An der festlichen Gala nahmen von der SPD-GRÜNE-Fraktion Vorsitzender Thomas Lein und Holger Haase teil, der Mitglied in der „Erzgebürger“-Jury ist.
„Erzgebürger“-Gala am 7. November 2025. Foto: Holger Haase
Mit dem „Erzgebürger“-Preis und der Gala soll zum einen konkret Menschen gedankt werden, die Zeit und Herzblut in ein Ehrenamt stecken. Zum andern richtet sich bei dieser Gelegenheit der Scheinwerfer aufs Ehrenamt insgesamt. „Sie werden gesehen. Sie werden geachtet. Sie sind nicht vergessen – auch wenn Sie heute nicht zu den Preisträgern oder Nominierten gehören“ war dementsprechend auch der Tenor verschiedener Laudationen und der Ansprache von Landrat Rico Anton.
„Diese Ehrung will Hoffnung wecken, Mut machen, Ansporn sein und findet sachsenweit viel Beachtung“, so Holger Haase. „Das spiegelte sich in den Würdigungen verschiedener prominenter Rednerinnen und Redner aus Bundes- und Landespolitik wider. Der Erzgebirgskreis schenkt seinen Ehrenamtlichen große Aufmerksamkeit, verbunden mit Mutmachsignalen an die, die oft im Verborgenen Gutes tun und sich ohne viel Aufheben für die Allgemeinheit oder Hilfsbedürftige einsetzen. Das Erzgebirge ist damit ein Leuchtturm im ganzen Freistaat. Die zehn Preisträgerinnen und Preisträger wurden in verschiedenen Medien genannt, die gesamte Verleihung kann auch im Nachhinein auf YouTube angeschaut werden. Für alle Beteiligten war es eine beeindruckende Veranstaltung in einem beachtlichen kulturellen und kulinarischen Rahmen.
Mein persönlicher Favorit war der Friedensglocke Fichtelberg e. V. aus Schwarzenberg, Sieger in der Kategorie ‚Engagement für das Gemeinwohl‘. Faszinierend schon der Gedanke, mit einer Glocke auf dem Fichtelberg weithin hör- und sichtbar an die wiedergewonnene Einheit Deutschlands zu erinnern und gleichzeitig Mahnung für den Frieden in der Welt zu sein. Noch größeren Respekt nötigt die materielle und geistig-körperliche Leistung ab, die der Verein aufbrachte, der eigens für die Ersatzbeschaffung der mutwillig beschädigten ersten Glocke gegründet wurde: Neuguss in Innsbruck, Bau und Aufstellung eines neuen Glockenstuhls, Organisation des Läutedienstes und vieles mehr. Alles in der Freizeit und größtenteils mit Spendenmitteln.“
Mitglieder des Friedensglocke Fichtelberg e. V. Foto: Holger Haase
„Die finanziellen Rahmenbedingungen für den ‚Erzgebürger‘-Preis waren in diesem Jahr weniger gut. Finanziert wird das Event aus Steuermitteln und mithilfe von Sponsoren wie der Erzgebirgssparkasse. Erstmals betrat 2025 ein neuer Unterstützer die Bühne: eins energie in sachsen. Mit diesem leistungsstarken Partner ist die Zukunft des ‚Erzgebürger‘ nun ein Stück weit auch zukünftig auf sichere Füße gestellt“, schließt Holger Haase.
„Es ist richtig und wichtig, dass der Erzgebirgskreis trotz der angespannten Haushaltslage an der Auszeichnung festhält“, betont Thomas Lein. „Die ehrenamtlich tätigen Menschen sind für den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft von wesentlicher Bedeutung. Sie übernehmen Aufgaben, welche die Kommunen selbst nicht stemmen können. Vor ihrer Arbeit können wir nur den Hut ziehen und unsere allerhöchste Wertschätzung zeigen. Herzlichen Glückwunsch an die Preisträgerinnen und Preisträger, alles Gute und macht weiter so tolle Arbeit.“
Für den „Erzgebürger 2026“ kann man ab dem 1. Januar 2026 Personen, Vereine, Gruppierungen, Institutionen oder Projekte im Landkreis vorschlagen. Vielleicht fällt Ihnen ja jemand ein, die oder der diesen Preis unbedingt erhalten sollte?
Jetzt, Ende Oktober, haben die erzgebirgischen Igel hoffentlich ihr Winterquartier gefunden: Erdmulden, Hecken oder Laub- und Reisighaufen. Ein kuschliger Laub- und Reisighaufen ist ihr Favorit. Aber die sind mittlerweile rar: Wo wird heutzutage Laub für Igel und Co. liegen gelassen und nicht direkt entsorgt?
In den vergangenen Wochen waren die eigentlich nachtaktiven Tiere auch manchmal tagsüber unterwegs, da sie sich für den Winterschlaf Reserven anfuttern müssen. Trotzdem werden sie nur noch selten beobachtet. Es gibt immer weniger von ihnen, ihr Bestand geht deutlich zurück. Die Weltnaturschutzunion hat den Igel im Herbst 2024 in der Roten Liste der bedrohten Arten erstmals als „potenziell gefährdet“ eingestuft.
Was sind die Ursachen? Fehlender Lebensraum, fehlende Nahrung, Gift in der Landschaft, Straßenverkehr. Leben die Igel in der Nähe der Menschen, in Siedlungen und Städten, finden sie bei raspelkurzem Rasen und ohne Gebüsch und Hecken keine Nahrung und keine Plätze, um unterzuschlüpfen.
Ein weiteres Problem sind Mähroboter im Dauereinsatz. Igel rollen sich ein, wenn Gefahr droht. Die meisten Mähroboter erkennen Igel nicht als Hindernis, sie fahren einfach weiter. Die Igel werden mehr oder weniger schwer verletzt oder sterben. Die Lösung ist simpel: Mähroboter nur tagsüber laufen lassen. Igel gehen erst in der Dämmerung auf Nahrungssuche. In Sachsen haben deshalb erste Kommunen ein Nachtmähverbot für Mähroboter erlassen: In der Stadt Leipzig gilt es seit dem 19. April 2025, in der Stadt Chemnitz seit dem 12. Juni 2025. Die SPD-GRÜNE-Kreistagsfraktion des Erzgebirgskreises begrüßt dies ausdrücklich.
In diesem Zusammenhang gab es auch Gespräche zwischen Fraktionsmitglied Kay Meister und Rico Ott, dem Abteilungsleiter Bau, Verkehr, Umwelt im Landratsamt des Erzgebirgskreises, so anlässlich des Naturschutzhelfertreffens des Erzgebirgskreises am 14. Juni 2025. Am 4. Juli 2025 erschien auf der Landkreis-Website ein Artikel mit dem Titel „Maßnahmen zum Schutz von Igeln“ mit Hinweisen der unteren Naturschutzbehörde im Landratsamt.
Vier Zitate aus dem Artikel, den Kay Meister sehr begrüßt:
„Die untere Naturschutzbehörde des Erzgebirgskreises bittet zum Schutz von Igeln und anderen kleinen Wirbeltieren um besondere Aufmerksamkeit und Rücksicht beim Betrieb von Mährobotern.“
„Nach § 7 Abs. 2 Nr. 13 c) des Bundesnaturschutzgesetztes (BNatschG) i.V.m. der Anlage 1 der Bundesartenschutzverordnung handelt es sich bei dem Igel um eine besonders geschützte Art, für welche per Gesetz insbesondere ein Verletzung- und Tötungsverbot besteht. Es ist daher jeder Einzelne gefragt, entsprechende Schutzmaßnahmen zu ergreifen.“
„Eine besondere, aber vermeidbare Gefahrenquelle sowohl für Igel als auch andere kleine Wirbeltiere stellt dabei der vermehrte Einsatz von Mährobotern dar.“
„Aus vorgenannten Gründen werden daher zum Schutz der dämmerungs- und nachtaktiven Igel und gleichzeitig Sicherstellung des Verletzungsverbots von geschützten Arten im Sinne des BNatschG alle zur eigenverantwortlichen Vermeidung bzw. Einstellung des Betriebs von jeglichen selbsttätigen Servicerobotern in der Dämmerungs- und Nachtzeit eindringlich aufgefordert.“
Die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag hat schließlich Anfang Oktober ein Paket an Initiativen in den Sächsischen Landtag eingebracht, damit der Igel und andere Wildtiere in Sachsen künftig besser geschützt werden.
Kay Meister dazu: „Auch im Erzgebirgskreis haben viele Menschen seit Jahren keinen Igel mehr gesehen. Die meisten Kinder dürften aktuell aufwachsen, ohne jemals einem lebenden Igel zu begegnen. Es ist traurig, dass die Tiere, wenn überhaupt, meist überfahren am Straßenrand gefunden werden. Nur eine starke Igelpopulation kann derartige Verluste kompensieren. Dazu sind lokale Maßnahmen für den Schutz der beliebten Säugetiere in unserem Landkreis dringend notwendig.“
In letzter Zeit liest man öfter über Schulsozialarbeit im Erzgebirgskreis, meist steht dann die Stelle der Schulsozialarbeiterin oder des Schulsozialarbeiters auf der Kippe, da kein Geld (mehr) dafür da ist.
Was ist Schulsozialarbeit genau, was bringt sie, ist sie Luxus oder ein Muss? Diese und weitere Fragen haben wir an die Duale Hochschule Sachsen, Staatliche Studienakademie Breitenbrunn geschickt. Lehrende des Studiengangs Soziale Arbeit haben sie beantwortet.
1. Was ist eigentlich Schulsozialarbeit?
Schulsozialarbeit ist ein professionelles Unterstützungsangebot an Schulen, das Schülerinnen und Schüler in ihrer persönlichen, sozialen und schulischen Entwicklung stärkt, Konflikte bearbeitet und als Bindeglied zwischen Schule, Elternhaus und Jugendhilfe wirkt.
Schulsozialarbeit ist durch das Kinder- und Jugendstärkungsgesetz vom 09. Juni 2021 als eigener Paragraf (13a SGB VIII) in den Kanon der Leistungen der Kinder- und Jugendhilfe aufgenommen worden. Damit legitimiert sich der Auftrag der Sozialen Arbeit, an Schulen sozialpädagogisch wirksam zu werden.
2. Wie unterstützt die Schulsozialarbeiterin einzelne Schülerinnen und Schüler?
Die Schulsozialarbeiterin unterstützt einzelne Schülerinnen und Schüler, indem sie ihnen in einem geschützten, vertraulichen Rahmen als Ansprechperson zur Verfügung steht. Sie bietet individuelle Beratungsgespräche an, in denen persönliche, schulische oder familiäre Anliegen thematisiert werden können. Dabei geht es sowohl um die Stärkung sozialer Kompetenzen und persönlicher Ressourcen als auch um die Bearbeitung von Konflikten, Krisen oder Belastungssituationen.
Der Vorteil einer Sozialpädagogischen Unterstützung liegt darin, dass junge Menschen nicht nur in ihrer Rolle als Schülerinnen und Schüler betrachtet werden, sondern als junger Mensch in einer besonderen Lebensphase (Kindheit, Jugend). Durch diesen ganzheitlichen Blick (unabhängig von schulischen Leistungen und Bewertungen) ist es möglich, ein Vertrauensverhältnis aufzubauen, was für Lehrkräfte in der Regel verwehrt bleibt.
3. Welche Vorteile bietet die Schulsozialarbeit für die gesamte Schulgemeinschaft?
Schulsozialarbeit trägt dazu bei, ein positives Klassenklima zu fördern, indem sie präventiv arbeitet, Konflikte frühzeitig bearbeitet und das soziale Miteinander stärkt. Durch Projekte, Trainings und Gruppenangebote unterstützt sie Teamfähigkeit, Toleranz und respektvolle Kommunikation innerhalb der Schülerschaft.
Geht es den einzelnen Schülerinnen und Schülern gut, steigt auch das Wohlbefinden aller Menschen, die in einer Schule wirken. Problemlösungen, die in einem Aushandlungsprozess auf Augenhöhe mit den jungen Menschen entwickelt werden, sind dabei in der Regel nachhaltiger als Anordnungen und Konsequenzen von Autoritätspersonen wie der Lehrkraft.
Für Lehrkräfte bedeutet Schulsozialarbeit eine Entlastung, da sie in herausfordernden Situationen beratend und vermittelnd zur Seite steht. Eltern wiederum profitieren von einer niedrigschwelligen Anlaufstelle, die bei schulischen und familiären Fragen Orientierung bietet.
Schulsozialarbeit ist jedoch nicht dafür verantwortlich, Lehrkräfte in ihrem Bildungsauftrag zu entlasten und Unterrichtsausfall zu kompensieren oder formale Bildungsangebote zu entwickeln.
4. Mit wem arbeitet die Schulsozialarbeiterin zusammen?
Schulsozialarbeit richtet sich in erster Linie an die jungen Menschen. Um die Zielstellungen (siehe Punkt 2) zu erreichen, kooperiert Schulsozialarbeit auf unterschiedlichen Ebenen: innerhalb der Schule (mit Lehrer:innen, der Schulleitung, pädagogischem Personal), mit den Familien der jungen Menschen und (bei Bedarf) mit externen Institutionen (z. B. Beratungsstellen).
5. Lässt sich bewerten, welchen Effekt Schulsozialarbeit ganz konkret hat?
Schulen, die schon lange eine Schulsozialarbeiterin haben, berichten positive Effekte. Exemplarisch können die Ergebnisse der „Prozessbegleitenden Evaluierung des Landesprogramms Schulsozialarbeit“ aus dem Jahr 2020 angeführt werden:
Schulsozialarbeit ist kein Luxus, sondern ein unverzichtbares Angebot im heutigen Bildungssystem. Schulen sind längst nicht mehr nur Orte des Lernens, sondern auch Lebensräume, in denen vielfältige soziale, emotionale und gesellschaftliche Herausforderungen sichtbar werden. Insbesondere das Ganztagsförderungsgesetz trägt dazu bei, dass Kinder zunehmend mehr Zeit in der Institution Schule verbringen können und entsprechend einer adäquaten Betreuung bedürfen. Hier bietet Schulsozialarbeit eine niedrigschwellige, kontinuierliche
Unterstützung, die Schülerinnen und Schülern beim Bewältigen von Krisen, Konflikten oder Benachteiligungen hilft und damit Bildungschancen sichert und Chancengerechtigkeit fördert.
7. Ist eine Schulsozialarbeitsstelle an einer Schule genug?
Ob eine einzelne Schulsozialarbeitsstelle für eine Schule ausreicht, lässt sich nicht pauschal beantworten. Der tatsächliche Bedarf hängt von einer Vielzahl an Faktoren ab. Dazu zählen insbesondere die Größe der Schülerschaft, die sozioökonomischen Rahmenbedingungen der Schülerschaft (bspw. Migration, Erwerbstätigkeit der Eltern, Sozialleistungsbezug), die Lage der Schule (z. B. in sozial benachteiligten Stadtteilen oder in ländlichen Regionen) sowie die Verfügbarkeit weiterer unterstützender Angebote (z. B. Inklusionsassistenz, Einzelfallhilfe, Schulpsychologie).
In Schulen mit komplexen Problemlagen und einem hohen Unterstützungsbedarf ist eine einzelne Fachkraft oft nicht ausreichend, da die Vielzahl an Aufgaben von einer Person nur schwer leistbar ist.
8. Wer bezahlt die Schulsoziarbeitsstellen?
Die Schulsozialarbeit wird durch die Mittel des Land Sachsen sowie der zuständigen Kommune/Gebietskörperschaft finanziert.
9. Der Freistaat bezahlt nur Schulsozialarbeitsstellen an Oberschulen komplett. Brauchen Gymnasien und Grundschulen keine Schulsozialarbeiterin?
Kinder und Jugendliche können in ihrer Entwicklung unabhängig von ihrer aktuell besuchten Schulform Unterstützung benötigen. Hierzu Verweis auf Frage 6.
10. Welche Ausbildung und Qualifikationen braucht man als Schulsozialarbeiterin?
Entsprechend der Fachempfehlung zur Schulsozialarbeit im Freistaat Sachsen müssen die tätigen Fachkräfte „neben ihrer persönlichen Eignung über einen berufsqualifizierenden sozialpädagogischen Hochschulabschluss verfügen“ (2017: 13).
11. Kann man mit einem Abschluss von der Studienakademie Breitenbrunn Schulsozialarbeiterin werden?
Ja, unabhängig von der gewählten Studienrichtung ist es mit dem Abschluss der Studienakademie Breitenbrunn (DHSN) möglich, als Schulsozialarbeiterin zu arbeiten. Am besten vorbereitet sind jedoch Absolvent:innen aus der Studienrichtung Jugendarbeit/Jugendsozialarbeit.
12. Welchen Eindruck haben Sie: Steigt oder sinkt das Interesse an einer Ausbildung zur Schulsozialarbeiterin?
Das Interesse an einer Ausbildung ist grundsätzlich vorhanden, da das Arbeitsfeld Schule ein bekanntes und attraktives Tätigkeitsfeld darstellt. Es bietet vergleichsweise geregelte Arbeitszeiten sowie eine enge Anbindung an ein institutionelles Setting, was für viele Fachkräfte attraktiv ist. Allerdings bestehen deutliche strukturelle Hürden: Träger der öffentlichen Jugendhilfe sind in der Regel nicht in der Lage, die Studienvergütungen zu finanzieren. Entsprechend sind es aktuell vor allem private Schulträger, die als Praxispartner Studienplätze anbieten.
13. Denken Sie, dass Schulsozialarbeit angemessen gewürdigt wird?
In Bezug auf Frage 5 ist davon auszugehen, dass die Schulen selbst Schulsozialarbeit angemessen würdigen. Insbesondere im öffentlichen und nicht-schulischen Diskurs scheint jedoch keine angemessene Würdigung zu erfolgen. Dies zeigt sich unter anderem in der Befristung von Arbeitsverträgen (und damit einer Prekarisierung von Arbeitsverhältnissen) und der Tatsache, dass insbesondere politische Akteure immer wieder über die Notwendigkeit von Schulsozialarbeit debattieren.
14. Welche Empfehlungen haben Sie an politische Entscheidungsträger bezüglich Schulsozialarbeit?
Die Finanzierung der Schulsozialarbeit sollte langfristig und verlässlich gestaltet werden. Idealerweise sollte die Zuständigkeit vollständig in die Länderfinanzierung überführt werden, analog zur Vergütung von Lehrkräften durch den Freistaat, um Planungssicherheit und institutionelle Stabilität zu gewährleisten.
Darüber hinaus ist es notwendig, die Ausbildung von Schulsozialarbeiter:innen systematisch zu fördern, insbesondere durch die Sicherstellung der Studienvergütung, um den Praxispartnern die Ausbildung von qualifizierten Nachwuchskräften zu ermöglichen.
Schließlich sollte Schulsozialarbeit als fester, selbstverständlicher Bestandteil schulischer Infrastruktur an allen Schulformen etabliert werden. Eine flächendeckende Präsenz würde nicht nur die Qualität der individuellen Unterstützung erhöhen, sondern auch die Rolle von Vertrauenslehrkräften ergänzen oder teilweise ersetzen, wodurch zusätzliche Unterrichtsressourcen freigesetzt werden könnten.
„Wir bedanken uns herzlich bei den Lehrenden des Studiengangs Soziale Arbeit an der DHSN Breitenbrunn für die Beantwortung der Fragen. Ich stimme zu: Schulsozialarbeit ist kein Luxus, sondern heutzutage unentbehrlich an Schulen – auch an Gymnasien“, so Thomas Lein, Vorsitzender der SPD-GRÜNE-Fraktion. „Denn Kinder und Jugendliche benötigen unabhängig von der Schulform Unterstützung in Krisen, bei Konflikten und in ihrer persönlichen Entwicklung.
Schulsozialarbeit stärkt das Miteinander, entlastet Lehrkräfte und fördert Chancengleichheit. Damit ihre Wirkung nachhaltig gesichert wird, braucht es eine verlässliche Finanzierung, ausreichend Stellen und die flächendeckende Verankerung in allen Schulformen.“
Zuständig für Entscheidungen zur Jugendhilfe und Schulsozialarbeit ist im Erzgebirgskreis der Jugendhilfeausschuss. Dieser hat 24 Mitglieder, darunter acht Kreistagsmitglieder, die aus den Fraktionen CDU/FDP, AfD und Freie Wähler kommen. Die SPD-GRÜNE-Fraktion hat keinen Sitz in diesem Ausschuss.
Offensichtlich reicht das Geld nicht, das der Landkreis für Schulsozialarbeit zur Verfügung hat bzw. stellt. Nach aktuellem Stand könnten vier Gymnasien und eine Grundschule von einer Streichung der Schulsozialarbeitsstelle zum Jahresende betroffen sein. Grundlage für die Auswahl dieser Schulen ist eine Art Ranking, eine „priorisierte Schulstandortliste“ des Landratsamts mit Kriterien wie Anzahl Schülerinnen/Schüler und Schulpflichtverletzung.
Dr. Elke Stadler ist für die Fraktion Mitglied im Ausschuss für Familie, Bildung, Gesundheit und Soziales: „Bei aller Skepsis gegenüber den geplanten Einsparungen bei der Schulsozialarbeit halte ich es für besonders bedenklich, wenn es auch Grundschulen betreffen soll. Gerade in der Grundschule werden schließlich wichtige Weichen für die weitere Entwicklung unserer Kinder auf vielen Gebieten gestellt.“
Fraktionsmitglied Hendrik Uhlmann kritisiert, dass der Landkreis die Schulsozialarbeit an den fünf Schulen nicht weiter fördern will: „Die Stellen sollen jetzt eingespart werden, weil es an diesen Schulen vielleicht aktuell gut oder besser als an anderen Schulen funktioniert. Dabei ist der Erfolg ein Argument für den Erhalt, nicht für die Kürzung. Werden die Schulsozialarbeitsstellen gestrichen, eskaliert es irgendwann wieder. Darüber hinaus bedeutet die Entlassung von Fachpersonal einen Einschnitt und Verlust. Die Sozialarbeiter müssen sich zwischenzeitlich neue Jobs suchen, sie zurückzugewinnen oder neue zu finden, ist langwierig und ressourcenintensiv.“
In vielen Märchen begibt sich der Held oder die Heldin auf eine Reise, besteht ein Abenteuer und am Ende sind alle glücklich. Erdkröten gehen Jahr für Jahr im Frühling auf eine gefährliche Wanderung. Was können wir tun, damit sie ihr Ziel wohlbehalten erreichen und steinalt für eine Kröte werden – also zwölf Jahre und mehr?
Was man tun kann: Krötenzäune betreuen
Auf ihrem Weg zu den Laichgewässern stoßen Erdkröten im schlimmsten Fall auf stark befahrene Straßen, im besten Fall auf Krötenzäune. Man schätzt, dass auf Straßen jährlich etwa ein Drittel aller Kröten einer Teichpopulation zu Tode kommen.
Naturschutzverbände im Erzgebirge und andere Akteure wie beispielsweise die Kirchliche Erwerbsloseninitiative Zschopau betreuen deshalb Krötenzäune an teils stark befahrenen Straßen.
Ehrenamtliche Zaunbetreuer werden vielerorts gesucht. Am Morgen kontrollieren sie den Fangeimer, bei hohen Zahlen zusätzlich abends. Sie sammeln die Kröten vorsichtig ein, zählen die geretteten Tiere und bringen sie in das Laichgewässer.
So dienen die Krötenzäune zum einen dem Schutz der Tiere, zum anderen aber auch der Erfassung der Erdkrötenpopulationen. Tatsache ist: Im Erzgebirge werden immer weniger Erdkröten registriert. Ihre Anzahl nimmt dramatisch ab.
Was kann man privat noch tun?
Im Umfeld des Hauses oder der Wohnung kann man „Amphibienfallen“ entschärfen, also Gullys, Licht- und Versorgungsschächte, Klärbecken usw. sichern. Man kann im Garten Unterschlüpfe schaffen und insektenfreundliche Pflanzen bevorzugen. Man kann auf Mähroboter verzichten und auf den Einsatz von Pestiziden. Außerdem ist ein Gartenteich ohne Fische eine Einladung für Kröten. Damit kann man sich ein Naturkino nach Hause holen und was Gutes tun.
Was können Landkreis, Forst und Landwirtschaft tun?
Mähmaschinen in der Landwirtschaft bedeuten für die Erdkröte oft den Tod. Eine amphibienfreundlichere Alternative sind Studien zufolge handgeführte Balkenmäher. Zudem empfehlen Naturschützer, Streifen am Rand von Kleingewässern und Wiesen für Amphibien und Insekten zu belassen und erst im Herbst zu mähen.
Landkreis, Forst und Landwirtschaft sollten weitere Laichplätze wie Abgrabungen, Fischteiche, Feuerlöschteiche sowie Kleingewässer im Rahmen von Naturschutzprogrammen in gewässerarmen Agrar- und Waldlandschaften anlegen. Bestehende Laichgewässer sollten erhalten und gepflegt werden.
Der Eintrag von Pestiziden und Düngemitteln in die Laichgewässer kann gestoppt werden. Hecken- und Saumstrukturen in Ackerlandschaften sollten erhalten oder neu angelegt werden. Initiativen wie „Enkeltaugliche Landwirtschaft“, „Slow-Food“ oder die „Soziale Landwirtschaft“ halten auch im Erzgebirge langsam Einzug, sie setzen auf schonende Bewirtschaftung, weg von einer hohen Mahdfolge und vom Tiefpflügen.
Der Forst wandelt die Nadelwaldmonokulturen in unserem Mittelgebirge wieder in stabile Mischbestände um. Auch die Renaturierung von Auenwäldern hilft, Lebensräume für Erdkröten zu schaffen.
Steckbrief Erdkröte
In Deutschland sind fünf Krötenarten heimisch: Erd‑, Wechsel‑, Kreuz‑, Knoblauch- und Geburtshelferkröte. In den Berglagen des Erzgebirges kommt jedoch nur die Erdkröte vor. Sie ist neben dem Grasfrosch die häufigste Amphibienart Deutschlands. Trotz starker Rückgänge in den letzten Jahren ist sie in Sachsen aktuell noch flächendeckend zu finden. Gut zu wissen: Alle Amphibienarten gelten nach Bundesnaturschutzrecht als „besonders geschützt“.
Männliche Erdkröten werden bis zu 9 Zentimeter, Weibchen bis zu 11 Zentimeter groß. Die Männchen sind an schwärzlichen Schwielen am Daumen und den nächsten beiden Fingern gut zu erkennen. Die Oberseite der Erdkröte ist einheitlich bräunlich gefärbt. Krötentypisch sind die Warzen der Haut – darin befinden sich Drüsen zur Absonderung von Sekret gegen Fraßfeinde. Erdkrötenlarven, also Kaulquappen, sind schwarz bis schwarzbraun gefärbt.
Die Erdkröte hält sich vor allem in Laub- und Mischwäldern sowie in Gärten, Parkanlagen und Siedlungsrandbereichen auf – meist mehrere hundert Meter von ihrem Geburtsgewässer entfernt. Landwirtschaftsflächen und stark versiegelte Stadtzentren meidet sie. Tagsüber versteckt sie sich unter Laub, Steinen und Brettern, in Erdhöhlen und Komposthaufen oder unter Baumstubben. Auf Nahrungssuche geht sie meist nachts: Regenwürmer, Spinnen, Asseln, Nacktschnecken, Raupen und nachtaktive Insekten stehen auf ihrem Speiseplan.
Zur Person:
Kay Meister ist für die SPD-GRÜNE-Fraktion Mitglied der Verbandsversammlung des Zweckverbands Naturpark Erzgebirge/Vogtland. Er ist freiberuflicher Diplom-Biologe und Umweltbildner sowie Kreisnaturschutzbeauftragter.
Am vergangenen Sonntag, den 20. Juli 2025, bot sich in Rübenau die Gelegenheit, Mitglieder der SPD-GRÜNE-Kreistagsfraktion zu treffen, und zwar auf der Bergwiese bei den Bienen.
Kreisrat Hendrik Uhlmann ist Hobbyimker und Vorsitzender des Imkervereins Zschopau und Umgebung e. V. Er erzählte Wissenswertes und Spannendes über Bienenhaltung, Honiggewinnung und wie es um Nahrung für die Bienen steht. „Vom Frühjahr bis in den Sommer hinein, wenn alles blüht, auch die Rapsfelder und die Linden, können die Bienen genug Nektar und Pollen sammeln. Danach wird es eng, da Felder und Wiesen im Erzgebirgskreis zumeist intensiv bewirtschaftet werden.“
Näher als bei dieser Gelegenheit kann man Bienen kaum kommen – die Einblicke in das Leben von Arbeitsbienen, Königin und Drohnen gabs sozusagen live und in Farbe. Ein Hauptjob des Imkers ist es, für die Gesundheit der Bienen zu sorgen, sodass sie Pflanzen bestäuben und Honig liefern können. „Ich empfehle auch unbedingt, Honig beim lokalen Imker zu kaufen“, so Hendrik Uhlmann. „Da weiß man, was drin ist, dieser Honig hat keine Zusätze. Man unterstützt die Bienenhaltung vor Ort und damit die Artenvielfalt. In dem Honig sind außerdem die Pollen der hiesigen Pflanzen, was bei Heuschnupfen helfen kann.“
Kay Meister ist für die Fraktion Mitglied in der Verbandsversammlung des Zweckverbands Naturpark Erzgebirge/Vogtland sowie Kreisnaturschutzbeauftragter. Er führte an dem Tag mehrere Gruppen über die Bergwiese zu den Bienenstöcken und hatte jede Menge Infos zu Flora und Fauna parat. Ein großes Anliegen von ihm ist der Erhalt der erzgebirgischen Bergwiesen. „Für die Wiesen ist es wichtig, dass sie blühen und verblühen können, damit Zittergras, Heidenelke, Arnika, Klappertopf und andere typische Bergwiesenpflanzen Samen bilden und im nächsten Jahr wieder wachsen.“
Für die erzgebirgischen Bergwiesen sowie Bienen und Co. können alle etwas machen, zum Beispiel Lupinen pflücken (Infos dazu hier), ein Insektenhotel bauen, auf dem Balkon und im Garten insektenfreundliche Pflanzen bevorzugen, die Wiese blühen oder Blühinseln stehen lassen.
Antworten auf sämtliche Fragen zu dem Thema finden sich unter anderem auf den Websites von NABU und BUND. Entsprechende Broschüren konnte man vor Ort anschauen und mitnehmen, was auch Fraktionsmitglied Undine Fritzsche nutzte.
Ein absoluter Favorit bei Insekten, egal ob auf der Bergwiese oder im Garten, ist die Distel. „Ein großer Vorteil von Disteln ist, dass sie so lange blühen, bis in den Spätsommer hinein. Damit sind sie eine wichtige Nahrungsquelle für Insekten“, so Kay Meister.
Wenn also im Garten Disteln auftauchen und bleiben dürfen, ist das für Schmetterling, Hummel, Biene und Co. ganz wunderbar. Und für die Menschen, denen der Garten gehört, gibts gratis ein faszinierendes Naturkino. Vielleicht taucht ja gerade bei Ihnen ein seltener Schmetterling auf? Probieren Sie’s aus …